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Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen

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  • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


    Guten Morgen Blumenkind,
    ich habe gerade petra auf ihren Melperon-Beitrag geantwortet und kurz von meinem Vater berichtet. Er ist jetzt seit 3 Tagen in der WG - ohne Melperon und Risperdal - zum Einschlafen gibt es höchstens mal Baldrian Hetterich oder Neurexan von Heel. Am ersten Abend schlief er kurz nach 22.00 Uhr von selbst ein, obwohl alles neu und aufregend für ihn war. Am nächsten Tag war er orientierter und mobiler als all die Wochen zuvor im Heim, aber er zeigte meines Erachtens Entzugserscheinungen (starkes Händezittern, kalter Schweiß), heute ging es ihm noch ein bisschen besser und ich habe mehr denn je Hoffnung, dass die vielen Ausfallerscheinungen der letzten 8 Wochen mit den Neuroleptika zusammen hingen. Er isst wieder selbständig! Er kann ohne Hilfe laufen! (Im Heim kippte er sogar im Sitzen einfach um)
    Ich wage langsam ein ganz kleines bisschen Glück im Herzen zu spüren...ein bisschen Hoffnung, das Richtige getan zu haben und Vater vielleicht noch ein wenig Lebensqualität geschenkt zu haben.
    Ihnen einen herzlichen Gruß von
    Leona

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    • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


      Liebe Leona,

      das ist doch mal eine gute Nachricht! Glückwunsch, Ihr Einsatz hat sich gelohnt. Man sieht deutlich, dass v.a. eine gute Umgebung nabst einer korrekten und möglichst sparsamen (je nach Symptomen) Medikation was bringen können.

      Manchmal stelle ich mir - freilich nur in meiner Phnatasie - den Kranken als einen "im Geiste" (jenseits unserer Wahrnehmung) völlig intakten Menschen vor, dem "nur" seine "Kommunikationsapparatur" langsam abhanden kommt. Er hat dann oft keine andere Möglichkeit mehr, als sich über Methoden mitzuteilen, die anderen bizarr erscheinen müssen. Eine gute Umgebung vermag aber bislang auch unbekannte Ressourcen zu aktivieren; der Kranke darf wieder was wagen und wird wieder was wagen, weil er sich angenommen fühlen darf. Ich wünsche, dass dieses bei jedem Kranken so sein wird und alle den nötigen Respekt genießen dürfen, den sie mehr noch als Gesunde benötigen.

      LG
      Egon-Martin

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      • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


        Hallo, EgonMartin, sie sprechen mir aus der Seele....GENAU DAS habe ich bei meinem Mann, seitdem er aus dem Heim wieder zu haus ist, festgestellt. Es lässt mich erschrecken, was er für Zeichen setzt, die ich niemals für möglich gehalten hätte...oder bemerkt hätte, die aber durch den häuslichen Alttag, seiner gewohnten Umgebung wieder erwachen. Vielleicht ist wiedererwachen der verkehrte Ausdruck, vielleicht wurde es nur im Heim nicht bemerkt und es war niemals weg, nur verkümmert, weil nie gefordert....
        liebe Grüße
        Arielle

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        • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


          Hallo Flieder,
          die ersten Tage verliefen trügerisch positiv. Vater schien aufzuleben, seine Mobilität kam weitestgehend zurück, er war orientierter, wacher und schien guter Dinge. - Dann kippte der Zustand und die Eingewöhnungsphase (hoffentlich nur eine Phase!) gestaltet sich zunehmend schwieriger. - Die WG ist noch im Aufbau. Inzwischen sind alle 8 Bewohner eingezogen - 4 im Erdgeschoss, 4 im ersten Stock. Einen Treppenlift gibt es noch nicht, soll aber (hoffentlich bald) eingebaut werden. Für das Betreuungspersonal (tagsüber 2 Personen, Nachtwache 1 Person)ist das eine Herausforderung. - Vater - so hat es zumindest den Anschein - ist in seiner Demenz am weitesten fortgeschritten und zudem heimgeschädigt.
          Eine der Bewohnerinnen ist im Wesentlichen gesund und lediglich in hohem Alter. Sie zeigt sehr wenig Verständnis für die Demenzkranken...

          Erwartungsgemäß hat Vater auch in diesen Räumlichkeiten starke Orientierungsprobleme, besonders in der Nacht. Die versprochene Assistenz beim Toilettengang (auf jeder Etage ein WC und ein Badezimmer) klappt nicht immer und es ist schon so manches Malheur passiert.
          Momentan gibt es auch noch keine festen Bezugspersonen, das Personal routiert - heißt: wechselt sehr häufig. Einige waren und sind in WG 1 beschäftigt und helfen nun in WG 2 aus. Insgesamt kommt mir alles noch sehr chaotisch und laut vor. Die Bewohner sind neu, das Personal ist neu, das Haus ist noch nicht fertig ausgestattet. Die Betreuer,die Frühdienst haben, müssen sich auch um das Mittagessen kümmern. Bei einigen klappt das gut, andere sind im Kochen eher unerfahren....

          Erfahrung im Umgang mit Demenzpatienten hat auch nur ein Bruchteil der Hilfskräfte. Sie müssen erst hineinwachsen und brauchen noch Fortbildung.

          Vater hat Probleme mit dem insgesamt hohen Geräuschpegel in der WG. Das Fernsehgerät läuft m.E. zu häufig und zu laut. Aber die weniger dementen Damen (6 Frauen, 2 Männer) möchten offenbar gerne fernsehen und hören größtenteils schlecht...

          Alles ist enger beisammen als im Heim, wo ja eher Monotonie herrschte, dadurch ist man aber auch am Lärm näher dran - und Vater empfindet TV, laute Gespräche, Telefonklingeln, Türklingel, Personalgespräche usw. offenbar als Lärm. Er hält sich oft die Ohren zu und verzieht das Gesicht.

          Ich bin momentan ratlos und kann nur hoffen, dass sich alles noch besser einspielt.
          Es wurden schon die ersten Stimmen laut, Vater verweigere sich und sei aggressiv...und es kam schon wieder die Anfrage nach Beruhigungsmitteln, diesmal nach Ciatyl. Ich war nach nur einer Woche ziemlich geschockt, dass man offenbar in fast jeder Einrichtung jedem Problem nur mit Ruhigstellung begegnen kann.

          Mein Befinden ist schlecht und ich bin niedergeschlagen.
          Langsam bekomme ich mehr und mehr Verständnis für meinen ehemaligen Schwiegervater, der vor einem Jahr (Gründonnerstag 2007) seinem und dem Leben seiner alzheimerkranken Frau ein gewaltsames Ende machte. Irgendwann kann man einfach nicht mehr gegen Windmühlenflügel kämpfen.

          Aber noch will ich die Flinte nicht ins Korn werfen - die Hoffnung stirbt zuletzt!
          Leona

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          • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


            Hallo Leona,
            es tut mir leid, dass sie auch in der WG Zweifel an der Eignung für Demenzkranke haben.
            Es gibt Auflagen, die eine derartige WG erfüllen muss und das sind ganz schön viele. Ich hatte die mir seinerzeit mal runtergeladen.
            Ich denke auch, dass es sehr ungünstig ist, dass die WG sich auf zwei Etagen befindet. Die WG, in der meine Mutter wohnt ist auf einer Etage. Und wie gesagt, es wird dort sehr großen Wert darauf gelegt, auf die Gabe sedierender Medikamente eher zu verzichten. Auch bei der Auswahl des Personals ist man sehr darauf bedacht, dass es passt. Alle können wirklich gut mit den an Demenz Erkrankten umgehen. Auch bei uns sind oder wirken manche Bewohner noch recht gesund. Meine Mutter ist - zusammen mit einer anderen Dame - wohl am weitesten forthgeschritten.
            Es gibt natürlich auch hier schon mal Reibereien, wenn ein Bewohner laut stundenlang seine klassische Musik hören will z.B.. Aber es wird, auch wenn der dann vielleicht mal beleidigt ist dafür gesorgt, dass er das dann eben in seinem Zimmer tut. Den Fernseher habe ich dort noch nie laufen sehen. Ich denke, das findet nur am Abend statt - wie es ja wohl auch normal ist. Manche Bewohner haben einen eigenen Fernseher in ihrem Zimmer, wo sie auch schon mal tagsüber schauen. Meine Mutter nicht - sie kann schon lange keine Fernsehsendungen mehr verfolgen.
            Es ist hier auch so, dass das Frühpersonal kocht. Der eine besser, der andere vielleicht nicht ganz so gut. Aber das ist ,denke ich, nicht so schlimm. Wichtig ist doch, dass die Bewohner mitbekommen, wie die Kartoffeln geschält werden, das Gemüse geschnitten wird usw. und im besten Fall vielleicht sogar mithelfen können.
            Eine Spülmaschine gibt es aus eben diesem Grunde nicht. Die Bewohner helfen beim Abtrocknen und Wegräumen des Geschirrs. Auch beim Tischdecken, beim Wäschewaschen, Wäschelegn und Bügeln.
            Jeden Tag wird Ball gespielt - manche leben da richtig auf - und Gymnastik gemacht. Immer wird auch mal einer mit zum Einkaufen in den Ort genommen und ähnliche Sachen. Zeitweise wird Musik gehört und meine Mutter hat soger schon getanzt. Das hat sie immer gerne getan.
            Der Alltag soll so normal wie möglich sein.
            Sie haben sich doch vorher sicher erkundigt, wie das Konzept der WG ist und können doch dann auch als Betreuerin für Ihren Vater oder über den Förderverein gewiss Einfluss nehmen. Oder ist es keine WG speziell für an Demenz Erkrankte?
            Sicher passiert es auch bei uns schon mal, dass der nächtliche Toilettengang verpasst wird und das Bett oder der Teppich nass wird, aber na ja, dann ist es halt so.
            Von wem werden bei Ihnen denn die Bewohner betreut?

            Ich wünsche Ihnen wirklich, dass sie nicht vom Regen in die Traufe kommen und ich würde darauf bestehen, dass nicht wieder so viele Beruhigungsmittel gegeben werden. Deswegen haben Sie ihren Vater ja dorthin gegeben. Die Probleme müssen dann auch wirklich anders aufgefangen werden, wenn es mal schwierige Tage gibt und dass es möglich ist, kann man am Beispiel der WG meiner Mutter sehen.

            Liebe Grüße

            Adelheid

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            • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


              Liebe Leona,

              Adelheid hat Ihnen schon sehr schön und sehr ermutigend geschrieben.

              Mir tut es in der Seele weh, wenn ich sehe, wie Sie kämpfen und nur das Beste für Ihren Vater wollen - und immer wieder Rückschläge einstecken müssen. Wie vielen Angehörigen ergeht es so!
              Ich glaube, Sie denken in vielen Dingen wie ich - ich versuche auch meiner Mutter die bestmögliche Lösung zu bieten (die optimale wird es sowieso nicht geben) und möglichst auf Ruhigstellung zu verzichten. Deswegen leide ich mit Ihnen... mir tut das wirklich wahnsinnig leid, was Sie da gerade durchmachen müssen!
              Aber auch ich habe in der Vergangenheit immer und immer wieder diese zermürbenden Kämpfe mit Ärzten und Pflegern erlebt. Die Leute sind nicht hinreichend ausgebildet oder haben keine Zeit, kein Interesse an dem zu pflegenden Menschen oder was auch immer - und schon nach wenigen Tagen kommen die ersten dezenten Hinweise: 'Nimmt Ihre Mutter eigentlich Medikamente?' Von den Ärzten - bis auf unsere Hausärztin, die wirklich ein Goldstück ist - kommt meist dasselbe. Mensch, ist das eine Sch... anders kann man das wirklich nicht sagen.
              Mir platzt echt der Kragen, wenn ich täglich sehe und höre, wie sich andere Angehörige mit diesem Mist herumschlagen müssen. Wann wird man endlich menschenwürdig mit unserer alten Generation umgehen? Wir werden doch alle selber mal alt!

              Solche Fälle, wie Sie sie schildern, liebe Leona, daß Ihr Vater einfach unruhig und überfordert ist (die Situation in der WG ist ja wohl offensichtlich) rechtfertigt meiner Ansicht nach nicht den Einsatz eines Neuroleptikums, bevor nicht versucht wurde, ihn mit psychosozialer Einbindung oder pflanzlichen Mitteln zu behandeln. Punkt. Möge sich jetzt beklagen wer will. Ich habe genug davon, daß man Menschen unter Inkaufnahme schwerer und schwerster Nebenwirkungen ins Land des Lächelns schickt, nur weil sie "schwierig", "unruhig" und "nicht lenkbar" sind. Ich sage es noch einmal: Auch meine Mutter kann störrisch werden und schlägt und beschimpft mich. Ich kenne aber mittlerweile die Ursachen ganz genau und stelle mich darauf ein. Natürlich muß man sich ein dickes Fell wachsen lassen. Natürlich kommt nicht jeder damit zurecht. Aber wer das nicht kann, der soll nicht pflegen. Den Menschen ruhig zu stellen, weil ich persönlich nicht damit umzugehen weiß, ist kein Grund. Genauso denke ich über die anderen "Defizite". Wie Adelheid schon sagte - wenn auf dem Weg zur Toilette ein "Mißgeschick" passiert, dann ist es halt so. Das gehört zur Pflege dazu.

              Ich zitiere jetzt mal jemanden, der vom Fach ist. Prof. Dr. Erich Grond, emeritierter Professor für Sozialmedizin und Psychopathologie. Arbeitet als Psychotherapeut und Dozent für Gerontopsychiatrie in Altenpflegeseminaren. Mehr als 30 Jahre Erfahrung. Hat viele Bücher geschrieben über Altenpflege und Pflege Demenzkranker. Er propagiert statt der 3-S-Pflege (satt, sauber, still) die 3-Z-Pflege: Zuwendung, Zeit, Zärtlichkeit. Ich würde mal wagen zu behaupten: Der Mann weiß wovon er spricht.

              "Die Neuroleptikaverordnung ist die gefährlichste Verordnung in den Altenheimen. Und das Problem ist, daß eine klare psychiatrische Diagnose fehlt".
              "Wir haben klare psychiatrische Indikationen für Neuroleptika. Da ist überhaupt nicht drüber zu streiten. Dann sind die Neuroleptika notwendig. Aber wir haben nicht das Recht, einfach bei einem Aggressiven dauernd Haldol zu geben oder bei anderen Störungen, wenn einer stört oder auch nur beruhigt werden will, dann dauernd Haldol zu geben. Und das ist das, wogegen ich mich so fürchterlich wehre dagegen, was mich fürchterlich aufregt. Die Benzodiazepine sind weitgehend ausgeschlichen aus den Heimen aber dann hat man einfach Haldol gegeben statt überzugehen auf entsprechende pflanzliche Mittel. Wir haben genügend pflanzliche Mittel. Wenn schon Medikamente. Wobei ja die nichtmedikamentöse Behandlung aller dieser Zustände überhaupt nicht berücksichtigt wird."
              (Quelle: Deutschlandfunk 1999, Reportage von Bernd Kempker: "Dem eigenen Ableben emotionslos zusehen – Psychopharmaka in Altenheimen")

              Ich zitiere weiter Prof. Dr. Erich Grond aus seinem Buch "Pflege Demenzkranker", Brigitte Kunz Verlag, Schlütersche Verlagsgesellschaft 2005 (ISBN 3-89993-431-8):
              Kapitel 10.4 "Welche Medikamente können helfen?" Seite 74 ff.

              (zu Antidementiva)
              "Mit Aricept, Exelon und Reminyl lassen sich Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Verhaltensstörungen bessern, sodass die Pflegebedürftigkeit hinausgezögert wird, d.h. der Behandlungserfolg ist bei den meisten gesichert."
              "Bei vaskulärer Demenz wird Acetylsalicylsäure (ASS; Aspirin) und bei Magenunverträglichkeit Ticlopidin (Tiklyd) oder Iscover oder Plavix empfohlen."
              "Pentoxifyllin (Agapurin, Durapental, Trental) verbessert die Durchblutung. Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen und Schwindel."
              "Die Antioxidantien Vitamin E und Selegelin (Antiparkin, Movergan) werden auch zur Demenzbehandlung empfohlen."
              "Sauerstoff-Überdruck-Therapie, Procain wie KH 3 sind nicht sicher wirksam, Psychostimulantien (Tradon, Ritalin) fördern Errgegung, Schlafstörung."

              "Die Verhaltensstörungen sind oft Reaktionen auf Überforderung und Beziehungsstörungen und führen häufiger zur Heimunterbringung als kognitive Störungen. Vor dem Einsatz von Psychopharmaka sollten psychosoziale Maßnahmen, z.B. Verhaltenstherapie und Cholinesterase-Hemmer, versucht werden. Der von Politikern und Trägern zu verantwortende geringe Personalschlüssel erklärt die hohe Zahl von Neuroleptikaverordnungen. Das wichtigste Medikament sind zwei konstante Bezugspersonen, nicht Psychopharmaka.
              Alzheimer-Patienten sind besonders anfällig für die Nebenwirkungen von Neuroleptika. Sie dürfen nur einschleichend bis höchstens zur halben Erwachsenendosis gegeben werden. Bedarf und Verträglichkeit schwanken individuell erheblich. Psychopharmaka sollten mindestens vierteljährlich überprüft werden, ob sie noch nötig oder auszuschleichen sind. Pflanzliche Mittel sollten immer Vorrang haben wegen der wesentlich geringeren Nebenwirkungen."

              "Gegen Unruhe hilft Magnesium als Brausetablette. Distraneurin in niedriger Dosis beruhigt Suchtkranke, bevor Melperon oder Dipiperon eingesetzt werden. Gegen sun-downing-Unruhe in den frühen Abendstunden hat sich Lichttherapie für ein bis zwei Stunden bewährt. Hopfen, Baldrian, Melisse, Passionsblume und Johanniskraut beruhigen, Krankenkassen zahlen nicht."

              "Gegen Angst helfen Buspiron oder Baldrian erst nach Tagen. Bei akuter Panik wirkt Tavor-Expidet auf der Zunge in zehn Minuten."

              "Gegen Depression zunächst ein Versuch mit Johanniskraut und Baldrian und, wenn es nicht ausreicht, Citalopram oder Thromban."

              "Gegen Wahn kann Melperon und bei bedrohlichen Halluzinationen Risperidon helfen, wenn Wahn überhaupt auf diese Therapie anspricht. Haldol als starkes Antipsychotikum sollte vermieden werden."

              "Gegen Aggressivität ist Magnesium, bei gleichzeitiger Sucht Distraneurin in niedriger Dosis empfehlenswert, Risperidon ist das Mittel der Wahl, Valproat (z.B. Ergenyl, Orfiril) bei anfallsweiser Aggression."

              "Gegen schwere Schlafstörungen pflanzliche Beruhigungsmittel, evtl. Chloraldurat oder für zwei bis drei Wochen Distraneurin oder Zopiclon. Benzodiazepin-Schlafmittel können Demenzen verschlimmern."

              "Gegen Bewegungsstörungen helfen Memantine wie Axura oder Ebixa; wenn sie durch Neuroleptika ausgelöst sind, sind diese abzusetzen."

              "Gegen Schreien wirkt Risperidon oder Valproat, z.B. Ergenyl."

              "Gegen Drang-Inkontinenz können Trospiumchlorid (Spasmex, Spasmolyt) oder Oxybutynin-Pflaster (Kentera) eingesetzt werden, weil sie nicht zentral wirken. Dranginkontinenz wird auch durch die Antidementiva Reminyl, Exelon und Memantine und durch Toilettentraining gebessert."

              "Gegen epileptische Anfälle wirken Phenytoin und Carbamazepin. Neuroleptika und Benzodiazepine dürfen tagsüber nicht sedieren, können bei Demenzkranken paradox wirken, Denkeinbußen verstärken, andere Arznei verstärken oder abschwächen; sie sollten langsam ein- und ausgeschlichen werden. Da Demenzkranke multimorbid sind, müssen andere Leiden wie Diabetes, hoher Blutdruck und vor allem Schmerzen mitbehandelt werden."

              "Nach eigenen Untersuchungen erhalten zwei Drittel der demenzkranken Heimbewohner Neuroleptika, obwohl sie extrapyramidale Bewegungsstörungen (Gangstörungen), Sturzgefahr, Verwirrtheit (Delirgefahr), Sitz- und Stehunruhe (Akathisie), Verstopfung und Inkontinenz verstärken und zu Zungen-, Schlund- oder Blinzelkrämpfen führen. Personen mit Levy-Körper-Demenz vertragen auch niedrige Dosen von Neuroleptika überhaupt nicht. Risperidon kann bei längerer Behandlung (über ein Vierteljahr) Herzinfarkt oder Schlaganfälle bei Gefäß-Risikofaktoren fördern.
              Benzodiazepine können in niedriger Dosierung bei demenzkranken Personen stark sedieren, Sturz-, Depressions- und Inkontinenzgefahr verstärken, die kognitiven Fähigkeiten einschränken und sogar Unruhe steigern; Lorazepam und Oxazepam haben geringe Nebenwirkungen. Buspiron ist eine Alternative bei Angst und Unruhe. Anticholinergisch wirksame Medikamente dürfen demenzkranke Personen nicht einnehmen, weil nicht nur bei Alzheimer-Demenz, sondern auch bei anderen Demenzformen Acetylcholin fehlt. Anticholinergika sind trizyklische Antidepressiva wie Anafranil, Gemonil, Nortrilen, Tofranil, Amitriptylin oder Saroten, Doxepin oder Aponal oder Atangyl. Die trizyklischen Neuroleptika wie Truxal, Ciatyl, Fluanxol und die Phenothiazine wie Atosil, Neurocil, Taxilan, wirken auch anticholinergisch wie Parkinsonmittel und Spasmolytika. Anticholinergika können ein Delir, Verstopfung und Harnverhalt bei Prostata-Adenom auslösen, den Augeninnendruck bis zum Glaukom (grüner Star) und die Sturzgefahr erhöhen."

              Soviel zu Prof. Grond. Es gibt noch einen ausgewiesenen Experten zum Thema, wie Demenzkranke unter größtmöglicher Vermeidung von Neuroleptika zu pflegen sind - Dr. Jan Wojnar. Auch er ist bereits im Ruhestand und hat Bücher dazu geschrieben. Eine wahre Goldgrube an Tips!

              Nur - das wird Ihnen in Ihrer Situation nicht weiterhelfen. Solange Sie keine Einrichtung finden, in der man mit Demenzkranken sach- und fachgerecht umzugehen weiß, werden Sie immer wieder auf dieselben Phänomene stoßen. Wo sind eigentlich die guten Heime und Einrichtungen, die Frau Ulla Schmidt immer wieder propagiert? Die sollen doch angeblich in der Mehrzahl sein und die schlechteren Einrichtungen sind doch alles nur Einzelfälle. Seltsam, das... irgendwas kann hier nicht stimmen. Ich krieg' das nicht zusammen.
              Ich rate Ihnen dennoch: Warten Sie erst einmal ab. Wenn sich die Gruppe jetzt erst zu formieren beginnt und noch nicht alles eingerichtet ist und die Abläufe sich nicht eingeschwungen haben, kann man schwer beurteilen, ob Ihr Vater dort richtig untergebracht ist. Wehren Sie sich aber gegen die medikamentöse Behandlung. Die machen es sich ein bißchen zu einfach. Wenn man dort mit unruhigen Demenzkranken nicht umgehen kann, sollen sie keine Demenz-WG eröffnen. Dann sind sie fachlich nicht in der Lage dazu und sollten es besser lassen, bevor sie den alten Menschen Schaden zufügen.

              Daß Sie sich so schlecht fühlen, ist bedenklich. Haben Sie mal darüber nachgedacht, mit Ihrem Vater einen betreuten Urlaub zu machen? Ich selbst habe gute Erfahrungen damit gemacht - mir hilft es beim Auftanken. In der Urlaubssituation ist alles viel entspannter. Pflegekräfte kümmern sich um Ihren Vater - Sie können es aber auch selbst tun, wenn Sie möchten. Sie können mit Ihrem Vater oder auch alleine etwas unternehmen. Ganz wie Sie möchten. Mir hilft das unheimlich. Sie müssen mal raus aus der Situation, sonst gehen Sie kaputt daran.

              Liebe Grüße,
              Petra H.

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              • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                Hallo Leona,
                habe mit Bedrückung deine letzten Beiträge gelesen, und es fällt mir schwer eine Antwort zu finden. Ich kann es mir lebhaft vorstellen, wie es in so einer WG zugeht, in der die unterschiedlichsten Menschen wohnen, aber Adelheid berichtet ja auch dass es schon kleine aber feine Unterschiede gibt. Ich kann mir auch gut vorstellen, wie es deinem Vater geht, seine Reaktionen etc. Auch mein Vater reagiert auf zu viel Tohuwabohu und Lärm, sowie auf Fernsehen entsprechend, vor allem wenn, wie ich immer zu sagen pflege, seine Nerven schlechter sind entsprechend. Wir machen auch oft den Fernseher aus, wenn es nicht geht weil er sich zu unwohl fühlt. Oft können wir aber noch Fernsehschauen, und er folgt auch oft noch den Sendungen. Aber es gab Phasen, da ging das gar nicht, vor allem wenn dort eine Person direkt aus dem Fernseher hinaus gesprochen hat, also direkt dem Zuschauer entgegen. Das Problem ist dabei, wie auch wenn wir schnell und viele Leute zusammen reden, dass er dem Gesagten nicht folgen kann, aber auch nicht mehr ausfiltern, d.h. unweigerlich geht die Konzentration darauf und macht ihn wahnsinnig. Kleine Frage am Rande, Baldrian erhält dein Vater noch oder wurde das auch abgesetzt? Jedenfalls scheint dein Vater auch als hätte er keine guten Nerven und dementsprechend angespannt ist der ganze Mensch, auch bei körperlichen Berührungen etc.. Ich weiss nicht, wer auf die Idee mit dem Ciatyl gekommen ist, es klingt fast als würden die Pfleger dort die Medikation enscheiden? Wird er nicht (mehr) durch einen Neurologen betreut? Wie Du weisst, neige nicht dazu jegliche Medikamente abzulehnen, wenn sich Mensch dann besser fühlt als zuvor. Aber das sollte dann verordnet werden. Das mit der Toillette ist wohl so, die Pfleger hören bestimmt auch nicht immer, wenn einer sich aus dem Zimmer schleicht und die Toillette sucht. Du beschreibst die Besetzung des Personals, ich denke das ist normal, die Frage ist ob es nicht möglich ist, dass regelmäßig auch noch Angehörige/Freunde mithelfen in der WG. Zu dem Thema dass die Umgebung auch deinem Vater gerecht werden muss, sehe ich schon so aber die anderen können wohl nicht auf alles verzichten, das Verständnis bei ihnen ist ja gar nicht mehr da vermute ich. Ich denke, dein Vater sollte medikamentös schon gut eingestellt sein, neben ausreichend Trinken und Essen, und die Menschen die ihn an- und auskleiden sollten
                Zeit haben, dann erst kannst du sehen, ob es in dieser WG für ihn möglich ist. Ich würde dir gern helfen, aber du bist zuweit weg; du solltest weiterhin sehen, dass du in Kontakt kommst zu ähnlichen Patienten mit Angehörigen.
                Melde mich wieder
                Lg, Flieder

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                • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                  Hallo EgonMartin,
                  trotz des momentan noch sehr intensiven Einsatzes in der WG, habe ich mich mal wieder an den PC "verirrt". Vater ist jetzt 3 Wochen dort und bislang konnte ich den Einsatz von erneuten Beruhigungsmitteln (außer Neurexan, das m.E. sehr ausgleichend wirkt) verhindern. Nächste Woche findet der erste Angehörigenabend statt und ich bin gespannt, wie die Resonanz bei den - mir zum Teil noch unbekannten - anderen Angehörigen ist.

                  Vater findet ganz langsam in den Rhythmus der WG hinein.
                  Es wird dort ein eher alltägliches Leben gelebt - es gibt weniger "gezielte Förderung" (keine Ergotherapeutin oder ähnliches), dafür aber "familiäre Atmosphäre" mit Kaffeetrinken auf der Terrasse und einem Abstecher in die Küche, um zu sehen, was gekocht wird. Samstags ist Badetag - so wie früher daheim. Die Rückführung an einen Ort (Bad Soden), in dem wir 15 Jahre als Familie lebten, scheint sich auch positiv auszuwirken.

                  Natürlich sind die kognitiven Ausfälle, die sich im Heim stark zuspitzten, nicht einfach zu kompensieren, aber ich bin schon froh, dass Vater wieder um ein Vielfaches mobiler ist - sich sicherer setzt, alleine herum marschiert und sogar mit Hilfe die Treppen bewältigt.

                  Die Inkontinenz ist allerdings auch weiterhin ein großes Problem - wobei Inkontinenz eigentlich der falsche Begriff ist. Die Notdurft wird ja durchaus verrichtet - nur nicht an dem dafür vorgesehenen Ort...

                  Momentan wird ausprobiert, ob die Essensversorgung durch einen Koch (der mittags in der WG kocht und auch das Abendessen vorbereitet) der bessere Weg ist. Vorher hat jeweils der Frühdienst neben der Versorgung der alten Menschen auch noch das Essen gekocht.

                  Dies führte zu sehr unterschiedlicher - oft unausgewogener - Kost.
                  Durch den Koch haben die Pflegekräfte (immer 2 für die 8 Bewohner) mehr Kapazitäten frei. Aber nicht alle nehmen es positiv auf - manche fühlen sich in "ihren Kreisen gestört".
                  Ich persönlich finde es gut und werde auch weiter dafür plädieren.

                  Inzwischen sehe ich die Situation wieder positiver und hoffe, dass alles noch zusammenwächst.

                  Für Vater habe ich heute die nächsthöhere Pflegestufe beantragt und ebenso den Austausch seines Pflegebettes, das in ein Niedrigbett umgetauscht werden müsste.

                  Was die Beschäftigung mit den alten Menschen angeht, so habe ich selbst an einigen Nachmittagen die Dinge in die Hand genommen und mit allen ein wenig Erinnerungsarbeit gemacht, Lieder gesungen, Sprichwörter ergänzen lassen etc. Alle waren begeistert, nur Vater wirkte leicht abwesend und beteiligte sich nur beim Gesang.

                  Einmal wöchentlich kommt ein anderer Angehöriger und spielt Schifferklavier und lässt die alten Herrschaften dazu singen. Vielleicht entwickelt sich hier aus der Eigeninitiative der Angehörigen noch mehr.

                  Ich werde weiter berichten und bin auch interessiert zu erfahren, wie es bei Ihnen und den anderen "alten Bekannten" aus dem Forum weiter geht.

                  Herzlichen Gruß
                  Leona

                  Kommentar


                  • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                    Hallo Leona,

                    das liest sich ja schon um einiges besser. Ich war ja anfänglich sehr optimistisch bis ich Ihre negativen Erfahrungen in der WG las und hoffte innig, dass Ihr Vater nicht vom Regen in die Traufe kommen würde. Ich nehme an, dass für den etwas langsamen „Start“ Ihres Vaters in erster Linie die Erfahrungen in dem alten Pflegeheim verantwortlich sind. Jetzt ist der Abstand zu diesen schrecklichen Erlebnissen dort schon etwas größer geworden, Medikamantennachwirkungen bauen sich ab, usw. Wer weiß schon genau, was diese ganzen Neuroleptika alles durcheinanderbringen und wie lange es dauert – besonders bei einer neurodegenerativen Krankheit – bis sich das wieder einigermaßen normalisiert. Haben Sie schon mal von sog. Flashbacks gehört? Das sind bestimmte spontan auftretende Empfindungen und Wahrnehmungen, die auch in relativ langer Zeit (z.B. Wochen und Monate) nach dem „Genuss“ bestimmter Drogen auftreten können, obwohl vmtl. kein Molekül der Droge im Körper mehr vorhanden ist. Man kann hier vielleicht den Vergleich mit Narben ziehen, die ihre Zeit brauchen um zu heilen.

                    Bei mir gibt es z.Z. nichts Neues. Wenn etwas vorliegt, schreibe ich das wieder in „meinem Protokollthread“ zum alten Herrn Eberhard. Um 16h00 ist wieder Telefonzeit. Vielleicht gibt es danach ja was zu berichten. Bislang ist mein alter Herr stabil und erfreut sich immer noch an Gartenarbeit. Die lange Sonnenscheindauer tut ihm besonders gut. Ich merke das auch immer an der Stimme meiner Mutter bei den Telefonaten der letzten Wochen – sie klingt fast fröhlich. Neulich haben sie einen Tagesausflug mit einem Verein gemacht. Abgesehen davon, dass Vater einige Leute doppelt begrüßt hatte (und das ist auch nicht schlimm), verlief alles gut. Ich gebe aber zu, dass ich den Tag fürchte, an dem diese Stabilität zusammenbricht – hoffentlich nicht im Nu wie ein Kartenhaus. Neulich lief im ZDF-Dokukanal ein Spielfilm aus dem Jahre 1998 über einen Bühnenbildner, der an einer präsenilen Demenz erkrankte. Da wurde mir schon wieder ganz anders. Naja, in Filmen wird natürlich alles plakativ in einem kleinen Zeitrahmen zusammengefasst. Und dann gab es noch einen Bericht über die Probleme häuslichen Pflegens in Bezug auf Aggressionen. Das gab mir dann den Rest und ich lag mal wieder schlaflos in der Koje. Aber dann erinnerte ich mich wieder daran, im Hier und Heute zu leben und mir keine emotional belastende Gedanken über mögliche Probleme der Zukunft zu machen und es war gut.

                    LG
                    Egon-Martin

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                    • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                      Hallo an alle Mitbetroffenen,
                      wieder ist etwas Zeit vergangen - und leider muss ich mir den "Traum von der demenzgerechten WG" wohl abschminken. Nach einem recht euphorischen Beginn von 4 Tagen verschlechterte sich Vaters Zustand wieder. Kaum traten die ersten Probleme bei der Pflege auf (Verweigerung beim Waschen/Umziehen), wurde schon wieder nach Beruhigungsmitteln geschrien. Noch kann ich es abwenden - aber meine Kräfte sind mittlerweile sehr zerschlissen. Es herrscht noch immer ein zu hoher Personaldurchlauf in der WG - keine festen Bezugspersonen! Der wegen des mangelhaften Essens eingestellte Koch wurde wieder rausgemobbt, weil sich einige Pflegedamen ihrer Kompetenzen in der Küche beraubt sahen und weil man offensichtlich die Kosten für Lebensmittel drücken will. Der Koch bestand auf frischer und hochwertiger Ware - das war den Verantwortlichen nicht recht, sie wollen lieber "Geld sparen, damit man "Geburtstagsgeschenke" und einen "Grillnachmittag" mit einplanen kann (???). Das Pflegepersonal ist auch in der WG größtenteils unzureichend ausgebildet. Ein für 6 Wochen eingesetzter PDL der auch Validationslehrer ist, brachte zwar mit seinem Alzheimerhund viel Positives in die Gruppe - kaum ist er weg, lässt sich das Personal aber wieder gehen und hält sich nicht mehr an seine Ratschläge und Anweisungen. So lange er da war, war das Thema Beruhigungsmittel tabu und es gab auch einen Wochenplan, der vorgab, welche Aktivitäten mit den alten Leuten durchzuführen waren. - Vorbei.

                      Der erste Angehörigenabend war auch eher ernüchternd. 1-2 Leute beschwerten sich zwar lautstark - speziell ihren eigenen Angehörigen betreffend - waren aber nicht bereit ein bisschen Verantwortung zu übernehmen, als es darum ging, als Angehörigensprecher zu fungieren.

                      Die Mängel am Haus (fehlender Treffenlifter, Schutzgitter an den Treppenabgängen, elektrische Leitungen mangelhaft) sind noch immer nicht behoben.

                      Vater wird auf Grund der Tatsache,dass die Krankheit bei ihm am weitesten fortgeschritten ist, von den anderen Bewohnern gemieden...das Personal bemüht sich auch nicht, ihn besser in Aktivitäten zu integrieren. Er ist wiederholt aus dem zu hohen Pflegebett gestürzt, hat wie durch ein Wunder nur Prellungen und Platzwunden davon getragen, Vormittage in der Ambulanz des Krankenhauses mit CT und anderen Röntgenuntersuchungen verbracht, doch die Barmer EK stellt sich stur und ich kämpfe noch immer vergeblich um ein Niedrigbett.

                      Man ist sehr allein gelassen mit allen problematischen Begleiterscheinungen der Krankheit und ich bin ganz ehrlich am Ende mit meiner Kraft. Sicher - die Atmosphäre ist familiärer als im Heim, aber optimal ist es noch immer nicht. Vor allem lassen sich die im Heim verloren gegangenen Fähigkeiten ganz offensichtlich nicht mehr zurück holen, was mich sehr belastet.

                      Der letzte Besuch beim Neurologen Mitte Mai war niederschmetternd - er konnte keinen Test durchführen. Im Dezember 2007 schaffte Vater noch 18 Punkte. Im September 2007, vor Einzug ins Heim waren es sogar noch 23. Dieses Mal ging gar nichts - Vater verstand überhaupt nicht,was der Arzt von ihm wollte. Er war an diesem Tag (es war sehr schwül) auch motorisch sehr schlecht drauf, kam nur mit großen Schwierigkeiten und fremder Hilfe ins Auto und setzte sich beim Aussteigen einfach auf die Straße. Es war furchtbar.

                      Insgesamt muss ich sagen, geht Vaters Mobilität stark zurück, ebenso seine Fähigkeit sich sprachlich mitzuteilen. Ich fühle mich so hilflos - und so verzweifelt.

                      Ich weiß nicht , wie lange ich die Demontage seiner Persönlichkeit noch ertragen kann - wie sehr sich dieses Elend noch steigern wird und ob ich das selbst überleben kann. Momentan bin ich ganz weit unten.

                      Leona

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                      • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                        Hallo Leona,
                        es tut mir leid, dass es Ihnen so schlecht geht und dass es in der WG nicht optimal läuft. Das Personal scheint nicht entsprechend ausgebildet, sonst kämen die Rufe nach erneuter Ruhigstellung usw. sicher nicht auf und man würde mit den Problemen Ihres Vaters anders umgehen. Es gehört wohl sehr viel Liebe dazu solche Menschen zu pflegen.
                        Man merkt welche (Pflege)person diese hat und welche nicht. In "unserer " WG kann nicht jeder arbeiten, so wurde es mir bei der seinerzeitigen Vorstellung gesagt.

                        Was den desolaten Zustand Ihres Vaters angeht denke ich, dass einiges sicher auch einfach zum Krankheitsbild gehört. Auch meine Mutter ist m.E. in der WG diejenige mit dem am weitesten fortgeschrittenen Krankheitsbild. Sie ist eigentlich nicht mehr in der Lage sich zu artikulieren. Das ist oft sehr schwierig, auch weil die anderen Bewohner das nicht verstehen. Sie redet zwar und meint sicher auch etwas Bestimmtes, aber leider ist das alles für ihre Mitmenschen nicht mehr zu verstehen. Auch für mich nicht. Ich antworte dann immer einfach so, einfach damit sie das Gefühl hat, dass ich mit ihr spreche. Meine Mutter war ihr Leben lang immer sehr sportlich und beweglich. Jetzt kann sie nicht mehr gut laufen. In der Wohnung geht sie wohl herum, aber wenn man nach draußen geht, nimmt man besser den Rollstuhl mit. Und obwohl sie jetzt eigentlich nichts Sedierendes mehr bekommt döst sie ständig im Sessel ein. Ich denke, dass das an einem Medikament gegen Wassereinlagerungen in den Beinen liegt, das sie nimmt. Die Tabletten senken wohl den Blutdruck und das macht dann sicher auch müde.
                        Wegen des Bettes. Ich hatte bei Einzug in die WG wieder ein normales Bett gekauft und das Pflegebett nicht mitgenommen. Wir kommen damit gut zurecht. Das Bett hat eine Höhe, dass man gut daraus aufstehen kann. Vielleicht legen Sie vor das Bett einfach eine zweite Matratze o. ä. , damit ihr Vater sich nicht direkt verletzt, falls er stürzt. (Meine Mutter trägt zudem auch noch eine sog. Sturzhose. Die eingelegten Protektoren sollen verhindern, dass sie sich erneut, wie damals im Heim, den Oberschenkelhalsknochen bricht.).
                        Ich glaube, dass es bei dieser Erkrankung einfach keine perfekte Lösung gibt. Wir haben ja alles ausprobiert, das Heim, Pflege zu Hauseund jetzt die WG. Wenn auch hier - so wie bei Ihnen - das ein oder andere einfach nicht passiert - es fehlt auch immer noch verschiedenes und will einfach nicht fertig werden sehe ich die Atmosphäre in der WG, jedenfalls die meiner Mutter, als im Vergleich zum Heim als ausgesprochen positiv. Sicher wird meine Mutter nie mehr gesund, aber wenn ich sie vor mir sehe im Heim und jetzt in der WG, denke ich, dass es ihr hier besser geht.

                        Liebe Leona, wenn ich manchmal über alles nachdenke, was in den vergangenen Jahren bei uns bzw. bei meinen Eltern passiert ist (mein Vater war auch sehr krank und pflegebedürftig und ist Ende 2006 gestorben), dann muss ich auch immer heulen und frage mich, warum das alles so sein muss und ich wünsche mir oft so sehr meine Mutter zurück, wie sie früher war. Eine Mutter mit der man reden und lachen konnte, die gerne auf meine Kinder aufgepasst hat und so gerne erlebt hätte, was aus ihnen mal wird; jetzt erkennt sie sie nicht mal mehr und ist selbst hilflos wie ein Kleinkind. Das ist schrecklich. und ich fühle mich auch immer wieder so hilflos, weil ich nichts anderes machen kann, als ihr die Hände zu streicheln oder die Schultern zu massieren und ein wenig mit ihr herumzu gehen.Ich kann mich auch nicht wirklich damit abfinden und ich glaube, dass ist ein großes Problem, dass viele Angehörige haben.

                        Ich wünsche Ihnen alles Gute und tun Sie auch mal was für sich, dann haben Sie auch wieder ein wenig Kraft und Ausgeglichenheit.

                        Liebe Grüße von Adelheid

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                        • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                          Hallo.....


                          leider habe ich auch im Moment sehr grosse Probleme mit dem Pflegeheim, in dem mein Vater(67J.) ist.Ich möchte einmal unsere Geschichte erzählen....


                          Im Januar diesen Jahres bestätigte sich leider unser schon seit längerer Zeit bestehender Verdacht, das mein Vater Demenzkrank ist. Er ist Dialysepatient und hat sich im Januar mehrmals geweigert dorthin zu gehen.( Leider wussten wir Kinder nichts davon) Also wurde er zwangseingewiesen in eine geschlossene Psychatrie. Dort musste er noch in dieser Nacht Not-Dialysiert werden, sonst hätte er die Nacht nichtmehr überlebt.Was ihm einen ordentlichen Schub gab. Es erging ein richterlicher Beschluss, das er in eine geschlossene Einrichtung für Demenzkranke müsste. Ok, er hat einen Pflichtbetreuer( Ich selbst hatte und habe auch noch nicht die Kraft es selbst zu machen, da ich zu dem Zeitpunkt die Betreuung für meine inzwischen verstorbene Krebskranke Schwiegerma(60J.) hatte)Dieser suchte ein Heim aus. Leider muss ich sagen, sind wir überhaupt nicht damit zufrieden.
                          Ich weiß garnicht, wo ich anfangen soll.Ich wurde gleich beim Einzug gefragt, auf was sie besonders achten müssten. Ich erwähnte , dass mein Vater überhaupt keine Hygiene mehr betreiben würde, wenn er nicht, wie bis dahin, von meiner Ma dazu aufgefordert worden wäre. Das bezieht sich auf´s Waschen und auch auf das Wechseln der Wäsche.Der Pfleger bedankte sich noch für diesen Hinweis und sagte mir,das sie dann bei meinem Vater verstärkt darauf achten würden.
                          Nun mussten wir mehrfach feststellen, das niemand darauf achtet.
                          Vor drei Wochen war es mal wieder soweit. Wir waren wie jede Woche dort. Er hat bei einer Außentemperatur von 28 Grad einen dicken Winterpulli getragen. Als wir ihm ein T-Shirt aus dem Schrank holen wollten, war nicht ein einziges mehr da. Zufällig hatten wir an dem Tag drei neue mitgebracht. Wir sagten ihm, das er eins davon anziehen soll und er tat es ohne zu murren.Dabei stellten wir fest, das seine Unterwäsche sehr, sehr schmutzig war. Auch hier brachten wir ihn zum wechseln.
                          Ausserdem war das ganze Bett voll mit Blut( nach der Blutwäsche blutet es oft noch ein wenig nach. Die letzte Blutwäsche war freitag, wir waren Sonntags dort.)Wir sagten nichts, da ich gucken wollte, ob es vom Personal selber bemerkt wird. Als wir eine Woche später wieder hinkamen,war das Bett immer noch nicht neu bezogen und mein Vater trug wieder Wintersachen. Wieder forderten wir ihn auf, ein Shirt anzuziehen. Diesmal zog er sich im Bad um und wir sahen nicht, wie die Unterwäsche aussah. Allerdings ging ich diesmal zum Personal( was ich allerdings erstmal suchen mussten)Denn auch hier ist man total unterbelegt...Leider...Um sie auf den Zustand aufmerksam zu machen.
                          Gestern lief dann das Fass über. Wir kamen hin, es waren 28 Grad und mein Vater trug zwei Winterpulli´s übereinander. Also, wieder umziehen ;ohne gemecker. Dabei fiel uns aber die extrem schmutzige Unterwäsche auf. Ich war so wütend, das ich erstmal im Schrank nach der Schmutzwäsche sah. Immer noch die von vor über drei Wochen und nur die EINE Unterhose drin, die er gewechselt hat, nachdem wir ihn aufgefordert hatten. Wutendentbrand ging ich zum Personal und machte meiner Wut richtig luft. Als Antwort bekam ich" Wir kommen an ihn einfach nicht ran" Ich sagte in meiner Wut, das er nun extra in einer Abteilung für solche Erkrankungen sei und sie damit klar kommen müssten. Wenn dies nicht der Fall wäre, wäre dieses Heim nicht in der Lage Bewohner mit solchen Krankheiten auf zu nehmen.
                          Oder sehe ich das Falsch?

                          Es kann doch nicht sein, das ein Mensch , der selber nicht in der Lage ist, seine Wäsche zu wechseln, nicht dazu gebracht wird, oder? Ich wette, das er auch solange nicht geduscht hat.Ausserdem wird dort nichts mit ihm gemacht, er sitzt immer sehr traurig in einer Ecke ,wenn wir kommen. Ich habe das Gefühl, er wird dort nur "aufbewahrt".Dabei ist es doch bei diesen Menschen besonders wichtig, sie zu forden...

                          So, ich denke das reicht erstmal....

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                          • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                            Hallo, Leona,
                            ich lasse mal wieder von mir hören....
                            Seitdem ich meinen Mann zu hause pflege, geht es ihm und mir wesentlich besser. Mit dem Bessergehen in seiner Situation, naja, eben den Umständen entsprechend aber ich kann ihm die letzten Tage noch ein bisschen 'versüßen' , kann ihm entgegenbringen, was er verdient hat wenn auch unter vielen Tränen aber so ist der Verlauf dieser machtlosen Krankheit nun einmal.
                            Ich weiss, es geht nicht und doch möchte ich es dir schreiben, denn nachdem ich meinen Mann 'durch Himmel und Hölle' wieder zu hause habe, war das letzte Pflegeheim mit Abstand das Beste. Versuch ein Heim zu bekommen, in dem sich geistigbehinderte Menschen befinden. Mein Mann war auf so einer Station und der freundliche Umgang dieser Menschen mit meinem so hilflosen Mann, war 'erschreckend' schön. Auch das Pflegepersonal geht tausendmal anders mit Menschen um, bemerke! mit Menschen!. Ich schreibe dir Näheres dazu, wenn du es wünscht.
                            Du hast noch Kraft, mehr als du glaubst und eine Tür ist noch offen, der Versuch ist es wert.
                            liebe Grüße
                            von Arielle

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                            • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                              Liebe Leona....

                              ich bin neu hier, habe aber eure Geschichte mit erschüttern gelesen.
                              Als erstes möchte ich dir sagen, daß du genug Kraft hast, auch wenn du oft denkst, bis hierher und weiter kann ich nicht. Glaub mir, ich weiß wovon ich rede. Meine Schwiegerma ist am 16.3 an einem Gehirntumor gestorben. 2 ganze Jahre habe ich sie betreut, mich mit dem Pflegeheim, dem MDK und den Ärzten rumgeschlagen.Sie hat sich gequält und wir konnten ihr nicht helfen. Oft dachte ich, ich kann nichtmehr. Ich bin am Ende. Aber irgendwie habe ich immer wieder ein Kraftpaket her bekommen.
                              Jetzt , wo sie nichtmehr ist und wir dachten, es geht bergauf, hat man bei meinem Vater sehr stark fortgeschrittene Demenz festgestellt und nun geht der Kampf mit dem Heim wieder weiter. (Falls du interesse hast, ich habe unten unsere Geschichte aufgeschrieben.)
                              Gib die Hoffnung nicht auf,aber pass auch auf dich auf...

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                              • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                Liebe/r Papa,
                                du hast mein volles Verständnis. Dein Kampf um dessen Wohlergehen ist noch lange nicht beendet....das Einzige was ich dir hinsichtlich deiner Situation, bzw. deines Vatis empfehlen kann, ist: sich wehren, dieses Wehren ist auf gut deutsch gesagt, diese Dinge ansprechen, immer wieder, solange bis begriffen wird, was Einfühlungsvermögen bedeutet. Manchmal habe ich die bösen Gedanken, dass hinter dem Wort 'Pflegepersonal' das Wort 'Mensch' verloren gegangen ist...ich muß dir ganz ehrlich sagen, ich hätte mich schon beim Zweitenmal an eine andere,an eine höhere Stelle gewendet und die seit Tagen im Schrank schmorenden 'Schmutzsachen' hätte ich der Hygiene wegen, im Plastiksack auf deren Tisch gedonnert....
                                liebe Grüße
                                Arielle

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                                • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                  Hallo Arielle....


                                  ich bin Heike. Also eine Sie. (8))

                                  Du hast recht, das Wort Mensch geht verloren.Ich habe zwei Jahre für meine Schwiegerma gegen diese Sturheit und unmenschlichkeit gekämpft.Sie hatte einen Gehirntumor und hat sich diese zwei Jahre heftig quälen müssen.Wir haben alles versucht, aber manchmal ist man einfach machtlos. Was kann ein Mensch gegen die sture Bürokratie machen. (::I)

                                  Leider wohne ich nicht so nah an dem Heim, wo mein Pa ist. Da er ja in einer geschlossenen Abteilung sein muss, gibt es hier leider nur zwei in der näheren Umgebung. Das, was noch näher an uns dran ist, war voll und das andere, ja das ist das wo er nun wohnt. Wir sind aber dabei , ihn zu verlegen.Versuchen es jedenfalls, mit allem, was in unserer Macht steht..Daher schaffe ich es eigentlich immer nur am WE und da ist leider nie jemand von der höheren Abteilung da.Und telefonisch...vergiss es . Ich habe schon dreimal versucht die Stationsleiterin zu erreichen..ich weiß, nicht wie die arbeitet. Man hört nur" Sie ist nichtmehr im Haus, oder heute ist sie garnicht da..."In der Woche schaffe ich es sehr selten,da ich noch zwei Kinder habe, 13 und 7 Jahre alt. Die beiden sind noch sehr angeschlagen von der Sache mit meiner Schwiegerma, ihrer Lieblingsomi.Sie ist ja erst vor 3 Monaten verstorben. Sie brauchen mich im moment sehr.

                                  Beim zweiten mal habe ich ja gedacht, ok eine Chance gebe ich denen noch, mal sehen, ob sie es von allein hin bekommen. Aber leider war das nicht so. Jetzt werde ich jedesmal, wenn irgenwas ist, Dampf machen. Es tut schon so weh genug, ihn zu sehen. Der Mann, der immer gross und stark war, immer aufrecht ging. Ist nun nur noch ein Häufchen Elend, wie ein kleines Kind.Da muss er nicht auch noch so menschenunwürdig leben. Ich bezeichne das, was dort abläuft , als "Aufbewahrung". Er kann dort schlafen und Essen und damit ist die Pflicht des Personals getan. Beschäftigung oder sich mal anderweitig drum kümmern? Fehlanzeige.Im Gegenteil, immer wenn mein Vater mal etwas "unbequem" für die wird, wollen sie ihn sofort in die geschlossene Psychatrie verlegen. Ein Glück, hat da der Betreuer auch ein Wort mitzureden und lässt es nicht zu. Denn auch er hat immer mehr das Gefühl, das dieses Heim nicht für meinen Vater geeignet ist.

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                                  • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                    Hallp Papa,
                                    leider decken sich Ihre Erfahrung mit denen, die wohl fast alle Angehörigen machen. Demenzkranke Menschen passen einfach nicht in ein normales Pflegeheim. Mir ist es inzwischen gelungen meine Mutter in einer Wohngemeinschaft für Demenzkranke unterzubringen. Ich hatte darüber berichtet. Es klappt ganz gut. Sehr liebevolle Betreuung.

                                    Kritik an dem seinerzeitigen Heim habe ich immer schriftlich (oder per Fax) an die Heimleitung abgegeben. Das kann dann nicht einfach ignoriert werden. Reklamationen beim Personal bringen m. E. nicht viel. Auch habe ich mir von den jeweiligen Vorfällen immer eine Aktennotiz gemacht. Bei einem evtl. stattfindenden Gespräch mit der Heimleitung haben Sie diese dann zur Hand und können auch später immer noch sagen wann was passiert ist. Ich denke das ist wichtig, da man ja nicht alles im Kopf behält.

                                    Ich wünsche Ihnen auf Ihrem Weg viel Erfolg.

                                    Liebe Grüße
                                    Adelheid

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                                    • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                      Danke für ihre Wünsche....

                                      ich muss schon fast leider sagen, daß es sich bei der Einrichtung schon um spezielles Heim für stark Demenzkranke Menschen handelt.Umso trauriger der Zustand.

                                      Allerdings hatte ich heute Nachmittag endlich ein recht langes Gespräch mit der Stationsleiterin. Sie machte einen sehr netten und auch verständnisvollen Eindruck( obwohl das auch mánchmal täuschen kann)
                                      Sie hat diese Station erst zum ersten diesen Monats übernommen und ist selber mit vielen Sachen nicht so ganz glücklich und auch schon dabei , es zu ändern.
                                      Speziell jetzt zu meinem Vater, machen sie es jetzt so, das sie ihm nachts die Wäsche "klauen" und ihm frische hinlegen, die er auch ohne Probleme anzieht. Warum nicht gleich so? Ich hatte ja den Pfleger schon auf dieses Problem hingewiesen.
                                      Ein anderes Problem, von dem wir bis heute noch nichts wussten ist, das mein Vater schon mehrmals versucht hat zu entwischen. Er ist Dialysepatient und wird dreimal die Woche mit einem speziellen Taxi zu einer Dialysepraxis gefahren. Das Problem ist, daß während der Blutwäsche seine Medikamente ausgespült werden und er dann zu Agressionen neigt. Auch dem Taxifahrer gegenüber und eben dann versucht stiften zu gehen.Schon zweimal mussten sie die Polizei dazu holen.( Furchtbar dieser Gedanke, daß man ihn dann wie einen Verbrecher ins Heim zurück bringen muss.Sie war ganz entsetzt darüber, daß wir nicht informiert waren und will das jetzt selbst in die Hand nehmen. Gut, ihr Wort in Gottes Ohr. Ich hoffe, sie hält auch , was sie mir versprochen hat.Ausserdem haben wir uns auch sonst noch über andere Sachen unterhalten , wo sie mir versprochen hat, daß noch zu klären.
                                      mal sehen, ob es was bringt, ansonsten werde ich wirklich jedesmal auf den Tisch hauen.

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                                      • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


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                                        • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                          Vielen Dank für deine lieben Worte, H.W.Papa. Wo finde ich deine Geschichte ? Ich würde sie gerne lesen. Leona

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                                          • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                            Hallo HWPapa,
                                            das sind leider Erfahrungen, die ich teile und nur traurig bestätigen kann. Zum einen sind die Heime personell unterbesetzt und zum anderen ist kaum jemand wirklich für Demenzkranke ausgebildet. Es ist ein trauriges Feld und man hat Angst, selbst alt zu werden.
                                            Gruß Leona

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                                            • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                              Hallo leona....

                                              meine Geschichte findest du hier im Thread relativ weit unten am 23.06. um 9:24 geschrieben....Morgen fahren wir wieder hin. Mal sehen, was es da wieder neues und erschreckendes gibt....

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                                              • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                                Liebe Arielle,
                                                ich habe lange nichts mehr von dir gelesen und frage mich ,wie es gerade während dieser Hitzeperiode bei dir zu Hause geht ? Mit meinem Vater geht es in der WG auf und ab. Insgesamt ist die Situation menschlicher, normaler, auch wenn vieles professioneller und besser gemacht werden könnte. Wie kommst du mit der Pflege deines Mannes klar? Hast du genug Kraft, das alles zu leisten? Lass wieder mal von dir hören, momentan ist es so ruhig im Forum...vielleicht liegt es an der Jahreszeit?
                                                Herzlichst

                                                Leona

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                                                • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                                  Hallo Leona,

                                                  Ich freue mich sehr zu hören das sich Deine Vater ein wenig in seiner neuen Umgebung eingelebt hat, da muß ja ein großer Stein von Deinen Schultern gefallen sein.

                                                  Ja und was die Jahreszeit anbelangt, es ist Urlaubszeit ... und alle versuchen Ihre Reserven in der Sonne aufzutanken.

                                                  Na mach es gut, herzliche Grüße

                                                  Alfons:
                                                  ---------

                                                  Grüße auch an Arielle

                                                  PS:
                                                  Hier ist ein schöner Link meiner Stadt : http://www.ramsgate-society.org.uk/

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                                                  • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                                    Hallo Alfons,
                                                    danke für den liebenswerten Link zu deiner Heimatstadt - sehr schön! Wer weiß - vielleicht kommt man ja einmal hin? Wie geht es sonst? What about your mother? Mit meinem Vater geht es auf und ab - jetzt, während der Hitzeperiode, ist es schwieriger. Leider habe ich zur Zeit neben Vaters Krankheit noch viele andere Schwierigkeiten - mein Sohn hat die Schule beendet (was positiv ist!), aber nun gehen wieder Unterhaltsstreitigkeiten los, denn ich bin seit langem geschieden...und ich habe so gar keine Kraft und Lust auf Auseinandersetzung...
                                                    Aber ich will hier nicht zu weit ausholen - das gehört ja nicht hierher.
                                                    Lieber Alfons, melde dich wieder!
                                                    Herzlichst
                                                    Leona

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