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Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen

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  • Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen

    Hallo Forumsmitglieder,
    aus gegebenem Anlass möchte ich einen Thread zum Thema "Angemessene Unterbringung Demenzkranker" eröffnen.
    Ich mache derzeit solch niederschmetternde Erfahrungen in einem neu eröffneten Seniorenheim in das mein Vater vor 5 Monaten eingezogen ist.

    Am Anfang schien alles ganz gut zu laufen, doch nun, nachdem inzwischen 50 Bewohner eingezogen sind, ist der Personalschlüssel, gemessen an den Pflegebedürfnissen der Bewohner, viel zu niedrig. Das Personal ist überfordert und zunehmend gefrustet.

    Auch beobachte ich bereits jetzt - nach 6 Monaten Eröffnung - eine hohe Fluktuation beim Personal, sogar in der Küche.

    Gerade die Demenzkranken, die noch nicht auf einer speziellen Station betreut werden (dies ist geplant...), bleiben auf der Strecke. Nachdem auch mein Vater mehrmals weggelaufen ist und polizeilich gesucht werden musste, habe ich den Eindruck, dass die Leute sediert werden.

    Der Träger des Hauses hat Einrichtungen in der gesamten BRD und zeitnahe Entscheidungen (z.B Einrichtung eines modernen Alarmsystems)sind nicht möglich, weil angeblich "alles immer in allen Häusern gleich sein muss".

    Ich bin unsagbar enttäuscht, denn am Anfang wurden Versprechungen gemacht (Demenzabteilung, Ergotherapeutinnen, die sich speziell um die Demenzkranken kümmern, Berücksichtigung der Eigenarten und Gewohnheiten des jeweiligen Bewohners, Hochhalten der Würde des Menschen etc.), die in keinster Weise eingehalten werden.

    Gespräche mit der Heimleitung fruchten immer nur für kurze Zeit und man verlangt nur immer wieder Geduld und Abwarten.
    Die Menschen die dort leben sind aber im Durchschnitt 85 Jahre. Die können nicht mehr lange abwarten.

    Ich bin momentan traurig, verärgert und ratlos.
    Wer kann über seine Erfahrungen berichten oder mir raten?
    Gruß an alle, Leona

  • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


    Hallo Leona,

    erstmal vielen Dank für Ihre netten Worte in anderen Threads, sie tun gut und machen auch mir Mut, Mut zu machen.

    Pflegeheim ist z.Z. bei meinem Vater noch nicht angesagt zumal er sich hygienemäßig, usw. noch gut selber helfen kann. Aber der Tag wird kommen, wo darüber näher nachgedacht werden muss. Ich habe schon etwas darüber nachgedacht und ward erschrocken über die hohen Kosten, die ja nur zu einem geringen Teil von der Versicherung getragen werden. Daher verzichte ich auch auf jegliches Erben, so dass nötigenfalls das Haus der Eltern zur Finanzierung herangezogen werden kann.

    In welcher Größenordnung bewegen sich die Kosten in Ihrem Fall? Mehr als 2.000 EUR pro Monat? (Das war u.a. ein von mir recherchierter Preis, ca. 2.400 EUR in einem guten Heim am Wohnort meiner Eltern - wegen der besseren Besuchsmöglichkeit - bei maximaler Pflege.)

    Eine weitere Frage ist der Zeitpunkt der Heimunterbringung. Ich habe in meinem Fall (vorausblickend) bei meinem Vater grob eine Situation vor Augen, die darin besteht, eine hohe Desorientierung und nur noch wenige Lichtblicke zu haben - also quasi die Umkehrung des gegenwärtigen Zustandes mit bis zu zwei "Blackouts" (Komplettausfall der Ortsorientierung mit starken Verwechselungen) in der Woche abends. Ist es soweit, wird m.E. die Heimunterbringung erforderlich (wenn nicht aus anderen Gründen schon früher; es gibt ja auch noch Zwischenlösungen). Wenn er ohnehin überwiegend nicht mehr weiß, wo er sich befindet, dürfte der Umzug nicht allzu schwer fallen.

    Gruss
    Egon-Martin

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    • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


      Hallo Leona,

      es gibt z.T. haarsträubende Berichte aus seriösen Quellen, und auch wo die Zustände nicht so menschenunwürdig sind, sind sie oftmals alles andere als befriedigend.
      Um zumindest einen Anstoß zu geben, dass zukünftig irgendeine Form von Kontrolle, und wenn diese über die Öffentlichkeit erfolgt und nicht über Behörden, vorhanden ist, wäre es doch eine gute Idee sich der Pflege-Charta der Initiative für menschenwürdige Pflege anzuschließen (suchen unter Pflege-Charta , so heißt die Webseite). Ich zumindest habe dort unterschrieben. Damit ist zwar noch nicht alles getan, um zukünftig für seinen Angehörigen eine gute Unterbringung zu gewährleisten, aber vielleicht kennt jemand hier noch eine andere Plattform, auf der man Infos geben und nehmen kann zu den einzelnen Institutionen. Natürlich birgt so etwas auch die Gefahr, dass durch falsche Bewertungen ein falsches Bild entsteht, aber wie kann man sonst schnell an die wichtigsten Informationen gelangen; oftmals trügen ja die Werbeveröffentlichungen der Heime komplett, und durch ein kurzes Beratungsgespräch mit der Heimleitung etc. ist es auch nicht getan.
      Grüße, Flieder

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      • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


        Hallo Flieder,
        danke für den Hinweis auf die Pflege-Charta. Ich habe mich sogleich festgelesen und im Anschluss den Link der Seiten an eine Bekannte weiter geleitet. Auch habe ich die Möglichkeit der Meldung von Missständen genutzt - wenn auch momentan noch anonym.
        Wertvoller Tipp - nochmals Danke!
        Gruß Leona

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        • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


          Lieber Leona, ich mußte meinen Mann im April 2007 in ein Pflegeheim geben. Nicht, dass diese Entscheidung schon schlimm genug war, so kam es noch viel schlimmer....dieses Heim wählte ich aus, weil es ein spezielles Heim für Alzheimerkranke sein sollte. Die Enttäuschung folgte. Nach meiner Ansicht war das Personal nicht unbedingt geschultes spezielles Personal für diese Krankheit. Es wurde sich nach meiner Ansicht zu wenig Zeit genommen, für immerhin Pflegestufe III.
          Nachdem mein Mann 'ausgerastet' (weil er nicht essen wollte und ich der Meinung bin, man wollte mit Gewalt etwas erzwingen) ist und Tisch und Stuhl umgeworfen hat, wurde er in Handschellen von der Polizei abgeholt. Ein Aufgebot von einem Polizeiauto und 2 Krankenwagen fuhren ihn daraufhin in die geschlossene Psychiatrie. Dort war er am ganzen Körper 12 Tage lang fixiert!!!!
          Ein ewiglanges Hin und Her mit der behandelnden Ärzten wegen einer Magensonde folgte! Es sollte ihm eine Magensonde verabreicht werden, und das, obwohl er aß und trank. Die behandelnde Ärztin meinte, es wäre besser, leichter für das Pflegepersonal, wegen der Medikamentengabe...für mich unfaßbar! Ich lehnte eine Magensonde ab, die Ärztin wollte mir die Betreuung entziehen lassen, die Weiterbehandlung verweigern und mein Mann sollte ohne Magensonde nicht wieder in diesem Pflegeheim aufgenommen werden....ein Kampf begann, ich fühlte nur noch Ohnmacht, Haß, Wut gegenüber dieser Einstellung der Ärztin, schaltete Amtsgericht und Betreuungsbehörde ein.
          Nun befindet sich mein Mann in einem Heim, was ich allen, die in so eine Situation geraten, empfehlen kann. Bis dahin wußte ich nicht, welche Möglichkeiten es gibt. Erst durch Erfahrungen wird man schlauer. In diesem Heim, auf dieser Station befinden sich verwiegend geistig behinderte Menschen, eine große Familie. Mein Gefühl, für meinen Mann, ist ein gutes. Er mußte und brauchte in diesem Heim,nicht wieder fixiert werden. Ich denke mal, das sagt viel aus. Ein Heim ist immer so gut, wie das Pflegepersonal!
          Arielle

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          • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


            Liebe Arielle,
            Ihre Schilderung ist beängstigend. Das Schlimme ist, dass man selbst nach der jahrelangen Pflege auch schon sehr angeschlagen ist und dann noch mit Pflegepersonal, Heimleitung und Behörden zu kämpfen hat. Aber Sie haben es offenbar geschafft. Darf ich fragen, in welchem Heim Ihr Mann nun untergekommen ist und ob es bezahlbar ist? Und wie haben Sie so schnell einen Platz bekommen? Wenn Sie nicht öffentlich antworten möchten, schreiben Sie mir doch bitte eine Privatnachricht. Danke schon vorab! Alles Liebe, Leona

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            • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


              Hallo EgonMartin,
              ich bin derzeit so eingespannt, dass ich kaum zu sinnvollem Antworten hier im Forum komme. Trotz mehrfacher Gespräche mit Pflegedienst- und Heimleitung geht es mit meinem Vater im Heim immer mehr bergab. Das Personal ist einfach nicht in der Lage ihn zum Essen zu bewegen - obwohl er keinerlei Schluckbeschwerden hat und auch die Zahnprothesen in Ordnung sind.

              Er trotzt, ist bockig, demonstriert durch Nahrungsverweigerung, dass es ihm dort nicht gefällt. Ich kann nicht jeden Tag dort sein, aber versuche es so oft als möglich. Langsam geht mir aber das letzte bisschen Kraft auch noch verloren.

              Ich habe nun schon Vaters Lieblingsnahrungsmittel ins Heim gebracht, habe Fresubin besorgt, Säfte, Vollmilch und, und, und...

              Aber trotzdem klappt es nicht. Das Personal ist überfordert, hat kaum Zeit und ist mittlerweile auch so gefrustet, dass der Umgangston zu wünschen übrig lässt.

              Ich habe das Gefühl, je häufiger ich etwas einzuwenden habe, desto bissiger wird das Personal. Dabei habe ich absolutes Verständnis für die Leute und habe bei meinen Gesprächen immer darauf hingewiesen, dass sie alle versuchen ihr Bestes zu tun, dass sie aber schlicht unterbesetzt sind.

              Es tut sich nichts und ich fühle mich ohnmächtig.
              Wo finde ich hier im Ballungsgebiet (Main-Taunus-Kreis/Nähe Frankfurt)adhoc einen guten und bezahlbaren Platz für meinen Vater?

              Ich bin fast am Resignieren.

              Gruß
              Leona

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              • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                Hallo Leona,
                bitte wende dich an: Caritas Main-Taunus/ Herrn Vorländer
                Adresse findest du im Internet. Vielleicht eine Chance!?
                Viel Glück!

                Liebe Grüsse
                Rosenmädchen

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                • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                  Hallo Leona,

                  obwohl der Schritt zur Heimunterbringung meines Vaters (hoffentlich) noch weit in der Zukunft liegt, mache ich mir natürlich auch jetzt schon Gedanken darüber. Meine Oma war ja zuletzt in einem Heim, das aber offensichtlich ganz in Ordnung war (kleinstädtisches Milieu), denn ich hörte bislang keine Klagen. Opa musste allerdings auch eine Menge bezahlen und damit einen Teil seiner Ersparnisse aus einem langen Leben opfern trotz Versicherungen. Ich finde diese „Klassenmedizin“ skandalös. Es gibt doch keine Menschen erster oder zweiter Klasse – aber der Mensch gönnt seiner eigenen Art anscheinend nicht viel - nicht mal das bisschen Leben, wie man tagtäglich in den Nachrichten zu sehen und hören bekommt. Es gibt weltweit Menschen, die haben viele Millionen und es gibt viele Millionen, die haben nicht einmal genug zum Essen – „feine Artensolidarität“ – es ist eine Schande! Wer hätte denn noch vor wenigen Jahren gedacht, dass Mediziner und Pflegepersonal einmal in einem modernen und reichen Industrieland wie die BRD genötigt sein würden, zu streiken bzw. zu demonstrieren, weil die Arbeitszeiten, die Bezahlung und die Infrastruktur für diese Kräfte unzumutbar geworden sind? Die medizinische Versorgung muss stimmen. Das zu gewährleisten, verpflichten sich alle führenden Politiker mit ihrem Eid, denn dieser bindet sie an die Verfassung, welche die Würde des Menschen über alles stellt. Leider scheinen Gesetzestafeln zu zerbrechen, wenn der Tanz um das goldene Kalb wichtiger wird.

                  Aber was nutzt all dieser Ärger, der ja nicht zuletzt an den niedrigen Wahlbeteiligungen bei den letzten Wahlen offensichtlich wird: Das Vertrauen in die Führung schwindet rapide im Volk.

                  Gleichwohl hat m.E. jeder, der sich für einen medizinischen Beruf entscheidet – und dazu gehören auch Pfleger und Krankenschwestern -, eine gehörige Portion Idealismus mitzubringen und sollte sich immer bemühen, gegenüber Kranken freundlich zu sein. Wir Laien bemühen uns ja auch. Gelegentliche seltene Ausraster sind menschlich und zählen nicht - überwiegen muss die Freundlichkeit, die Verständnisbereitschaft und das Bemühen, zu helfen.

                  Ich trage viel Frust über die politische Unfähigkeit in dieser Zeit in mir – dieser ganze knochenlose Liberalismus mit seiner Liebedienerei gegenüber den Mächtigen der Wirtschaft und der Banken und die damit einhergehende zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber den weniger Mächtigen und v.a. denen, die sich kaum noch wehren können. Pardon - das gehört hier nicht her, aber ab und an muss ich einfach mal etwas „Dampf ablassen“.

                  Liebe Leona, Sie haben es ja offensichtlich im Guten mit dem Personal ohne Erfolg versucht – vielleicht sollten Sie es jetzt mal mit etwas Härte versuchen. Ein Pflegeheim ist kein gewöhnlicher Dienstleister, den man nach Belieben wechseln kann und ein Argument wie „Wenn es ihnen bei uns nicht gefällt, dann gehen sie doch woanders hin“ trifft hier m.E. nicht, denn derjenige, dem es dort nicht gefällt, kann sich nicht wehren und Pflegeheime gibt es nicht wie Supermärkte. Die Leute dort haben Pflichten und können bei Vernachlässigung derselben rechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Es ist ja nicht Ihr Problem, deren Personalprobleme zu lösen.

                  Es gibt ja sicher einsehbare Regelungen, in denen die Pflichten und Aufgaben dieses Heimes festgeschrieben sind. Besorgen Sie sich diese und lassen Sie sich ggf. von einem Anwalt (am besten einen Rechtsanwalt, der sich auf diese Probleme spezialisiert hat und nicht den Erstbesten) beraten. Sorgen Sie bitte auch für Zeugen, wenn Sie mit dem Personal bzw. der Heimleitung sprechen und machen kurz nach dem Gespräch eine Notiz – etwaige Einschüchterungsversuche (Nötigung!) können Sie dann ggf. als Verstärkung für Ihre Position nutzen. Mehr fällt mir dazu z.Z. leider nicht ein.

                  Mit den besten Wünschen – verlieren Sie bitte nicht den Mut
                  Egon-Martin

                  p.s. Ich sehe gerade, dass Rosenmädchen Ihnen eine mögliche Alternative genannt hat. Da würde ich an Ihrer Stelle zuerst mal nachfragen.

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                  • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                    Hallo EgonMartin,
                    danke für Ihren Zuspruch. In Ihrer Gesellschaftskritik stehe ich völlig hinter Ihnen - Sie sprechen mir aus dem Herzen! Den Vorschlag Rosenmädchens werde ich zunächst einmal weiter verfolgen, zumal ich ohnehin bereits Kontakt zur Caritas/Main Taunus Kontakt aufgenommen habe. Vater stand bei einem verbandseigenen Heim mehr als 2 Jahre auf der Warteliste, aber es ging nichts voran - das ist die große Schwierigkeit hier im Ballungsgebiet - die guten Häuser sind voll und es rücken immer zuerst Ortsansässige nach. Unsere Gemeinde hat noch kein eigenes Seniorenheim, es ist zwar geplant, aber ich rechne nicht vor 3 Jahren damit.
                    Gruß Leona

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                    • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                      Hallo Rosenmädchen,
                      ich werde Deinen Rat befolgen, auch wenn ich bereits mit der Caritas MTK in Verbindung bin. Frau Petra Kunz leitet die Selbsthilfegruppe für Angehörige und ist auch im Netzwerk Demenz tätig. Ich habe sie unmittelbar nach dem 15.2. unterrichtet, aber wir wollten abwarten, ob die im Gespräch getroffenen Vorsätze umgesetzt werden. Bisher sehe ich noch nichts davon - siehe gestern! Der letzte (und 4.Anruf an diesem Tag!!!) aus dem Heim kam kurz vor Mitternacht. Ich sollte am Telefon beruhigend auf meinen Vater einwirken...das war schon deshalb gar nicht möglich, weil ständig Störungen anderer Bewohner in die Leitung kamen.."Beenden Sie Ihr Gespräch für einen dringenden Anruf"..Mein Vater geriet durch diese ständige Ansage völlig außer sich, weil er das doch gar nicht mehr einordnen kann. Er sagte immer nur:"Ja, ich lege sofort auf.." und war völlig eingeschüchtert.

                      Die Handlungsweise des Personals zeigt Hilflosigkeit und Überlastung - ist aber trotzdem unmöglich.

                      Alles Liebe
                      Leona

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                      • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                        Hallo Rosenmädchen,
                        ich bin mit der Caritas noch nicht sehr viel weiter gekommen. Frau Kunz pendelt immer zwischen Hofheim und Hochheim und hat nur sehr eingeschränkte Sprechzeiten. Bisher gelang uns nur ein mail-Kontakt. Im Heim gab man sich ein paar Tage lang Mühe, aber es beginnt schon wieder zu schleifen...heute Abend hieß es, die Morgenschwester hätte Vaters beginnenden Dekubitus versorgt und als ich ihn für die Nacht fertig machte, stellte ich fest, dass gar nichts gemacht worden war...ich rief die Abendschwester, die nur die Augen rollte und die Schultern zuckte...das habe sie ja nicht wissen können (!?). Sie versorgte dann die wunden Stellen, aber das ist doch wieder ein Unding! Auch erfuhr ich, dass wieder 4 Leute vom Personal gekündigt haben, weil sie die Arbeit unter diesen Bedingungen für unzumutbar halten...
                        Leona

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                        • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                          Hallo Leona,habe Erfahrungen negativer Art,während des Heimaufenthaltes meiner Mutter gamacht.Sie ist mit 89Jahren, nach einem Schlaganfall, in ein neuerbautes Heim gekommen.Mein Bruder ,der in der Nähe wohnt, hat es nach besten Wissen und Gewissen ausgewählt.Ich wohne leider sehr weit weg.Als ich meine Mutter das erste Mal besuchte war ich fasziniert von der Eingangshalle mit einem schönen Flügel und sonstigen ansprechenden Dingen.Als ich meine Mutter dann sah bekam ich einen Schock! Sie war so abgemagert,dass ich sie fast nicht wiedererkannte.Es passte ihr keine Kleidung mehr.Das Gebiss,welches durch die starke Abnahme,nicht mehr paßte, wurde beiseite gelegt.Mein Bruder,der 3mal wöchentlich nach unserer Mutter sah,wäre bald verzweifelt.Obwohl meine Mutter im Vorfeld eine Patientenverfügung,die beinhaltete das sie keine lebensverlängernden Maßnahmen wollte, hinterlegt hatte, sollte mein Bruder seine Einwlligung für eine Magensonde geben.Wie durch ein Wunder hatte sich der Zustand meiner Mutter gebessert,sie konnte sich wieder das Essen alleine in den Mund "Stopfen"und nahm etwas zu.Mein Bruder hat die Erfahrung gemacht,je mehr er bemängelte um so abgekühlter wurde das Personal.Beschweren hilft nur an übergeordneter Stelle!Das Personal ist aufgrund von Personalmangel überfordert,Einige Ausnahmeschwestern gab es,nämlich die die ihren Beruf zur Berufung machten!!
                          Liebe Grüße Kondor

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                          • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                            Liebe Kondor, nichts ist schneller gesetzt als eine Magensonde. Das ist so ein Kapitel für sich, ich habe dir ja meine Erfahrungen damit und darüber geschrieben. Mein Mann hätte seit Anfang September eine Magensonde. Ich hatte da diesen Kampf mit der behandelnden Ärztin in der Psychiatrie, die mir die Betreuung entziehen lassen wollte, bei meinem Mann die Weiterbehandlung ablehnen wollte und meinte, das Pflegeheim meinen Mann nur mit dieser SOnde wieder aufnimmt....für das Pflegepersonal wäre es hilfreicher. Mag ja sein aber ich opfere nicht meinen Mann. Ich habe daraufhin das Heim gewechselt...mußte natürlich die Heimkosten doppelt tragen. Das jetztige Pflegepersonal kann sehr gut mit der Medikamentengabe ohne Magensonde umgehen....gewußt wie, ist eben das bessere Personal. Manchmal treffen Welten aufeinander, das gerade in Bezug auf Menschlichkeit....wie sage ich doch immer. Ein Pflegeheim ist immer so gut, wie sein Pflegepersonal, was nützen dem Bewohner goldene Wasserhähne.
                            liebe Grüße
                            Arielle

                            Kommentar


                            • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                              Hallo kondor,
                              die Erfahrung, die Ihr Bruder machte, muss ich leider bestätigen. Das Pflegepersonal lässt sich ungern etwas sagen - empfindet meist jeden gut gemeinten Vorschlag als Kritik und man spürt, dass man als wachsamer Angehöriger lieber von hinten als von vorn gesehen wird. So steht man neben den schon vorhandenen Belastungen ständig in dem Gewissenskonflikt zwischen "gut versorgtem Angehörigem" und "wohlwollendem Personal"...

                              Das schwächste Glied ist zweifellos der alte Mensch, aber danach - das muss man gerechterweise sagen - folgt gleich das Pflegepersonal. Häufig sind die Pflegeschlüssel viel zu knapp, so dass die Altenpfleger und Schwestern ihre Arbeit nicht so versehen können, wie sie das vielleicht gerne möchten. Ich beobachte dies sehr genau. Die Frage ist, wo man mit den notwendigen Anliegen an der richtigen Adresse ist. Geht man zur Pflegedienstleitung, kriegt wieder das untergeordnete Personal einen Rüffel, geht man zur Heimleitung, wird die Pflegedienstleitung gerügt...

                              Im Grunde muss man an die Entscheidungsträger heran und das ist oft nicht einfach. Viele Träger haben Häuser im gesamten Bundesgebiet, da ist eine kleine Beschwerde aus dem Süden Hessens vermutlich nur eine Bagatelle.

                              Nach meiner letzten heftigen Beschwerde im Pflegeheim (bei Heimleitung und Pflegedienstleitung) hat sich die Situation zunächst einmal - zumindest für meinen Vater - etwas gebessert. Meist hält das aber nicht lange an...es ist ein ständiger mühsamer Kampf.

                              Von Heimleitungsseite bittet man um Geduld, entschuldigt sich mit der Aufbauphase (das Haus ist seit Sept.2007 eröffnet), verspricht, dass alles noch besser wird - ich möchte gerne daran glauben, aber Tatsache ist ja auch, dass die alten Menschen j e t z t eine gute Betreuung brauchen, ihre Zeit ist endlich.

                              Ratlos, Leona

                              Kommentar


                              • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                Hi Leona, Sie haben vollkommen Recht!Als mein Vater in ein Pflegeheim kam,er ist schon mächtig verwirrt,aber noch mit lichten Momenten,meinten die Pfleger,jeder kann noch alles!
                                Mein Vater hat dann in die Hosen uriniert,neben die Toilette,hat seine nassen Hosen teils bis abends angehabt, oder im Schrank verstaut,der Gestank war irgendwann unerträglich.Auch waschen
                                konnte er sich plötzlich laut Pflegepersonal wieder,was zu Hause nicht möglich war.Weggelaufen ist er auch des öfteren,obwohl es
                                chips für Schuhe gibt.Jetzt hat er sich vor 3 Wo statt auf das Bett, neben das Bett gesetzt,was einen Oberschenkelhalsbruch zur Folge hatte, nun geht gar nichts mehr!Er liegt im Krankenhaus hat plötzlich MRSA in der Blase,nur noch Fieber und erkennt einen nur noch selten,ansonsten phantasiert er schreckt auf,oder
                                wimmert.Ja, so schnell kann es kommen-- es ist eigentlich ein gutes und teueres Heim.Ich finde es auch schrecklich, dass man nicht helfen kann und alles so mitansehen muss.Manchmal wenn er kurz klare Momente hat, will er immer nach Hause, aber ich habe das Gefühl, das wird er nie mehr schaffen
                                So, jetzt habe ich mir alles von der Seele geschrieben und wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, könnte ich nicht immer bei Demenzkranken arbeiten,teilweise kann ich das Personal wohl verstehen, aber manche Dinge dürfen einfach nicht passieren.
                                Es tut so gut, dass ich hier ,,Leidensgenossen" gefunden habe!

                                Kommentar


                                • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                  Liebe Schildy,
                                  ich habe ebenfalls meine Erfahrungen mit Pflegeheimen gemacht. Mein Mann befindet sich mit 64 Jahren in einem Heim. Ich habe im Oktober das Heim gewechselt, weil er nach meiner Verweigerung einer Magensonde nicht mehr in dieses Heim aufgenommen werden sollte!!!!! Meine Erfahrungen sagen mir, es gibt zu viele Praktikanten, zu wenig geschultes Pflegepersonal. Mein Mann wurde gefüttert und verweigerte das Essen, ich nehme an, man wollte ihn dazu zwingen, er wurde dann böse, hat den Arm der Pflegerin festgehalten und einen Tisch umgekippt....daraufhin wurde der 'menschliche Notdienst' angerufen. Er bestand aus einem Polizeiaufgebot und 2 Krankenwagen. Ich kam draufzu, als mein Mann in kurzen Ärmeln, in Handschellen nach hinten, abgeführt wurde.....Er war eingepullert, hat geweint und verstand die Welt nicht mehr. Ich auch nicht!!! Aber ich wehrte mich, verlangte die sofortige Freilassung. Wie kann man nur mit solchen hilflosen Menschen so umgehen, was sind das für Menschen, die dazu fähig sind. Ich gebe dem ungeschulten Pflegepersonal die 'Schuld', wenn man von Schuld reden kann.... Es war Horror und was anschliessend folgte noch viel Größerer, er wurde 12 Tage in einer geschlossenen Psychiatrie fixiert, ganzkörperlich.!!! Allein dieser Gedanke wieder, schnürrt meine Kehle zu, ich könnte schreien...
                                  Das Horrorszenarium ging weiter....es sollte noch viel schlimmer kommen!
                                  Nur ganz schnell noch, ich wechselte das Heim....hier funktioniert alles, das Personal kann mit Menschen dieser Krankheit umgehen.....die Medikamentengabe erfolgt OHNE MAGENSONDE.....genau um diese hatte ich einen enormen Kampf mit der behandelnden Ärztin...
                                  liebe Grüße
                                  Arielle

                                  Kommentar


                                  • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                    Liebe Arielle,
                                    immer wenn ich Ihre Schilderung lese, steigt das Entsetzen in mir hoch. Es ist wirklich ungeheuerlich,was Ihnen und Ihrem Mann da angetan wurde. Ich möchte Sie bitten,Ihre traurigen Erfahrungen doch auch der Pflege-Charta zu melden. Dies ist eine bundesweite Anlaufstelle, die Beschwerden dieser Art aufgreift und veröffentlicht. Man bekommt sehr schnell eine Antwort und einen Ratschlag von dieser Stelle. Meine Hoffnung ist, dass - je mehr solcher dramatischer Fälle öffentlich gemacht werden - von "oben her " endlich etwas geschieht. Die Seite der Pflege-Charta finden Sie unter

                                    http://www.altersdiskriminierung.de/...ex.php?thema=8

                                    Liebe Grüße
                                    Leona

                                    Kommentar


                                    • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                      Liebe Schildy,
                                      ich habe Arielle gerade die website der Pflege-Charta mitgeteilt und möchte auch Sie darauf aufmerksam machen. Man kann doch nicht nur tatenlos bei all diesen Missständen zusehen. Vielleicht teilen Sie Ihre Erfahrungen auch bei der Pflege-Charta mit.

                                      http://www.altersdiskriminierung.de/...ex.php?thema=8



                                      Liebe Grüße
                                      Leona

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                                      • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                        Liebe Leona, ich bedanke mich für deinen Rat und werde mich disbezüglich auf alle Fälle schlau machen.
                                        liebe Grüße Arielle

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                                        • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                          Hallo Flieder,
                                          mein heutiger Besuch bei Vater im Pflegeheim war einmal mehr niederschmetternd. Seit Tagen betreuen in der Nachmittags- und Spätschicht nur 2 Pflegekräfte (davon eine ungelernte Hilfskraft) ca. 40 schwerst pflegebedürftige alte Menschen. Davon sind mindestens 50% Demenzpatienten. Angeblich liegt es am Krankenstand und daran, dass neu eingestelltes Personal nach wenigen Tagen wieder fristlos kündigte.

                                          Tatsache ist, dass ich meinen Vater heute wieder völlig somnolent und sediert vorfand. Er konnte weder laufen, noch gerade sitzen, noch einen vernünftigen Satz formulieren. Den geplanten Spaziergang konnte ich unter diesen Umständen vergessen, ich war vielmehr viele Stunden damit beschäftigt, meinem Vater Flüssigkeit und Nahrung einzuflößen. Gegen Abend konnte er dann an meinem Arm wieder langsam die Gänge entlang laufen und erkannte mich auch.

                                          Auf Nachfrage beim Pfleger erhielt ich die Antwort, man habe ihn nicht sediert, das seien die Auswirkungen der Baldrian Hetterich-Tropfen, die ich neu mitgebracht hätte. Ich glaube das nicht. Kann eine solche Benommenheit und Gangunsicherheit wirklich durch ein rezeptfreies Baldrianprodukt hervorgerufen werden? - Ich habe die Tropfen mitgenommen, um sie in den nächsten Tagen an mir selbst zu testen.

                                          Sie haben doch schon längere Zeit Erfahrung damit - haben Sie jemals eine solche Wirkung gesehen?

                                          Ich denke, man hat aus der Not heraus - 2 Pfleger für 40 sehr kranke Menschen - die Weglaufgefährdeten einfach mit einem Neuroleptikum ruhig gestellt.

                                          Ich bin außer mir und habe noch in der Nacht sowohl an die Leitung des Hauses, als auch an Pflege-Charta, Alzheimer Gesellschaft Rüsselsheim und Netzwerk Demenz des MainTaunusKreises geschrieben. Ich habe auch eine Meldung an die Presse der Region vorbereitet, will aber damit noch bis zur Stellungnahme der Heimleitung warten.

                                          Ich habe momentan noch keine Alternative für meinen Vater, deshalb weiß ich nicht, wie weit ich gehen kann. Ich befürchte, man wirft ihn vielleicht einfach raus, wenn wir zu unbequem werden.

                                          Ich verstehe nicht, wie Menschen sich so etwas antun können.
                                          Jedem Tier im Tierheim gesteht man mehr Lebensqualität zu.
                                          Es ist ohne Worte.

                                          Gruß Leona

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                                          • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                            Hallo Flieder,
                                            danke für die Antwort zum Thema Baldrian Hetterich. Da ich momentan an einem Stressekzem herumdoktere, will ich mit der Test einnahme von B.H. noch abwarten. Ich reagiere momentan auf alles und jedes allergisch. Wenn ich gesundheitlich wieder etwas besser drauf bin, mache ich mich weiter auf die Suche nach einer besseren Lösung für Vater.
                                            Lieben Gruß und schöne Ostertage
                                            Leona

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                                            • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                              Hallo Leona,wissen sie,dass man in die Pflegeberichte als Angehörige einsehen kann?Man hat ein Recht darauf.
                                              Gruß Kondor

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                                              • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


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                                                vielen Dank für den Tipp! Ich werde davon Gebrauch machen.
                                                Ihnen schöne Ostertage und alles Gute, Leona

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                                                • Re: Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen


                                                  Guten Abend Rosenmädchen,
                                                  ich habe dein jüngstes posting gelesen und kann gut nachfühlen, wie es dir geht. Die Verschlechterung bei deinem Vater tut mir sehr leid, kann ich doch selbst ein schreckliches Lied davon singen! Trotzdem - auch wenn ich genau an diesem Punkt immer wieder an meine eigenen Grenzen stoße - solltest du dich nicht mit Vorwürfen belasten. Ich muss Flieder Recht geben, du hast deine Entscheidung vorher gut erwogen und wenn es wirkliche Alternativen gegeben hätte, hättest du sie genutzt.Deine Entscheidung, den Vater im gleichen Haus unterzubringen, sollte den Eltern ja auch die Möglichkeit geben, wieder näher beisammen zu sein. Das Fortschreiten der Osteoporose deines Vaters wäre auch zu Hause nicht zu stoppen gewesen - du hättest es nicht aufhalten können! Jetzt ist die bestmögliche medizinische Versorgung und Zuspruch für den Vater wichtig. Dass der Umzug in eine neue Umgebung in diesem Alter eine Herausforderung bedeutet, war auch zu erwarten - alles Gewohnte fällt weg. Die körperliche Gebrechlichkeit erschwert natürlich nun ein behutsames Einleben. Ich weiß nicht, wie ich dir Trost spenden soll - die Situation ist ja unumwunden schwer, aber vielleicht hilft es dir ein bisschen zu wissen, dass du mit dieser schweren Bürde absolut nicht alleine bist. Die meisten von uns tragen daran. Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute und dass es wieder aufwärts gehen möge! Leona

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