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Halluzinationen werden immer schlimmer!

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  • Halluzinationen werden immer schlimmer!

    Hallo !
    Wir sind momentan wirklich ratlos.
    Meine Mutter (77) hat seit diesem Herbst Halluzinationen.
    Sie sieht Leute im Garten rumlaufen, schlafen, lesen (auf dem Dach) und in Müllsäcken sitzend.
    Nun ist es so, dass diese Leute auch in Ihrem Haus sind. Sie sitzen bei ihr auf dem Sofa in der Küche und neuerdings auch in ihrem Schlafzimmer! Sie hat wohl nachts schon in der Küche gesessen, weil sie nicht bei den Leuten in ihrem Schlafzimmer schlafen möchte.
    Ich habe gefragt, was sie denn macht, wenn die Leute bei ihr im Haus sind. Sie sagte, dass sie die dann auffordert, das Haus zu verlassen. Das machen die dann auch.

    Wer weiß wie wir helfen können?
    Sie bekommt ein Medikament, was den Krankheitsverlauf verlangsamen soll.
    Gibt es ein Mittel gegen diese Halluzinationen?
    Wie soll ich ihr erklären, was die Leute in ihrem Haus wollen?

    Zum Glück wohnt mein Bruder gleich nebenan. Er und seine Familie können also nach ihr sehen. Meine Mutter ist der Meinung, dass mein Bruder und seine Familie wissen, dass die Leute da sind. Sie würden es aber nicht zugeben. Sie hat auch schon gefragt, ob die Leute dafür Geld zahlen , damit sie sich dort aufhalten dürfen.
    Wirklich schwierig!

    Friederike


  • Re: Halluzinationen werden immer schlimmer!


    Hallo Friederike,
    im Falle meiner Mutter, die auch zuweilen halluziniert, haben mir verschiedene Neurologen übereinstimmend gesagt, daß Risperdal für solche Fälle das Mittel der Wahl sei. Das ist ein Neuroleptikum. Es sei das modernste und nebenwirkungsärmste Medikament, das zur Zeit verfügbar sei. Die Liste der Nebenwirkungen und Warnhinweise auf dem Beipackzettel ist endlos lang. Meiner Mutter ist es nicht bekommen, wir haben es daher wieder ausgeschlichen. Bei älteren Patienten ist das Risiko eines "zerebro-vaskulären Ereignisses" (sprich: Schlaganfall) bei der Einnahme von Risperdal erhöht.
    Ansonsten gibt es noch weitere Neuroleptika, die jedoch allesamt eine Reihe von Nebenwirkungen haben. Hier muß wohl, wie der Arzt so schön sagt, der Nutzen gegen das Risiko abgewogen werden. In jedem Fall muß das ein Neurologe beurteilen.
    Grüße,
    Petra

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    • Re: Halluzinationen werden immer schlimmer!


      Liebe Friederike,
      bei meinem Vater (82), der vor drei Jahren die Diagnose Alzheimer bekam, erreiche ich durch viel Flüssigkeitszufuhr (Wasser, Säfte, Milch, Kaffee, Magnesiumtrank, Cebion etc.) eine Minderung der Halluzinationen. Auch er sieht immer wieder fremde Menschen in seiner Wohnung, will z.B. dann auch seine Umlagen nicht bezahlen, wei "die" sein Bad und seine Küche mitbenutzen...und sein Wasser/seinen Strom verbrauchen. In Akutsituationen komme ich am besten mit Validation zurecht, also den Trugbildern nicht widersprechen, sondern sie entlasten. Ich erkläre ihm z.B., dass "die Fremden" nur vorübergehend da sind und für ihren Verbrauch bezahlen oder etwas in der Art.Er sieht sie ja wirklich, also sind Argumente dagegen sinnlos.Bringen Sie die Mutter lieber durch Ablenkung in eine andere Richtung.
      Risperdal können Sie nur geben, wenn der/die Kranke nicht alleine ist, da es die Sturzgefahr erhöht und eine dämpfende Wirkung hat. Ich habe es bisher nicht eingesetzt, weil letztlich jedes dämpfende Medikament die Progressivität des Alzheimer unterstützt.Ich wünsche Ihnen viel Kraft und hoffe, dass Sie mit der Gabe von mehr Flüssigkeit einen kleinen Erfolg erzielen.(In Australien wird u.a. eine reine "Wassertherapie" bei Alzheimer eingesetzt.)
      Leona

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      • Re: Halluzinationen werden immer schlimmer!


        Hi,

        also es gibt recht viele Neuroleptika, die gut wirksam gegen Halluzinationen eingesetzt werden können. Gerade die modernen haben deutlich weniger Nebenwirkungen als die älteren.
        be rauf jeden Fall muss ein Neurologe die Behandlung anweisen.

        gruß

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        • Re: Halluzinationen werden immer schlimmer!


          Sehr geehrte Friederike,

          verschiedene Erkrankungen können mit Halluzinationen einhergehen, daher ist es zunächst einmal wichtig, herauszufinden, ob sich eine Ursache ausmachen lässt, um diese dann zu behandeln.
          Eine rein symptomatische Behandlung, wenn man aus welchen Gründen auch immer nicht ursächlich behandelen kann, erfolgt üblicherweise mit Neuroleptika. Hierbei sollte bei älteren Patienten auf den Einsatz älterer und nebenwirkunsreicherer Präparate verzichtet werden. Das von anderen Forenteilnehmern bereits angesprochene Risperidon (Risperdal) ist das einzige bei Demenzen explizit gegen Verhaltensstörungen bei Demenzen zugelassene Medikament und zeichnet sich durch eine verhältnismäßig gute Verträglichkeit aus. Die sedierende Komponente ist hier im Vergleich mit verschiedenen anderen Neuroleptika relativ gering ausgeprägt. Was die von Petra erwähnte Risikoerhöhung für cerebrovaskuläre Ereignisse angeht, so handelt es sich dabei vermutlich um einen Gruppeneffekt aller Neuroleptika (und verschiedener anderer Präparate). Das sollte man bei der ganzen Diskussion darum berücksichtigen. Ganz allgemein, brauchen ohnehin die wenigsten Patienten eine Dauertherapie mit diesen Medikamenten, spätestens nach zwei bis drei Monaten sollte ihre Notwendigkeit durch Dosisreduktion oder Absetzversuch überprüft werden.
          In jedem Fall sollten Sie sich mit Ihrer Mutter zur weiteren Abklärung und Behandlung an einen Nervenarzt oder Gerontopsychiater wenden.

          Mit freundlichen Grüssen,

          Spruth

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