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Halluzination bei Alzheimer

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  • Halluzination bei Alzheimer

    Hallo !
    Bei meiner Mutter wurde vor ein paar Wochen Alzheimer festgestellt.
    Sie hat u.a. Halluzinationen.
    Sie sieht immer Leute im Garten rumlaufen und sagt, dass die dort auch unter den Bäumen schlafen.
    Wenn sie dann in den Garten geht , dann ist da niemand mehr.
    Habt Ihr da ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Ich höre mir das an und weiss dann nicht , wie ich ihr helfen kann.

    Friederike


  • Re: Halluzination bei Alzheimer


    Hallo,
    auch ich habe zu diesem Thema "leider" schon Erfahrungen gesammelt. Bei meiner Mutter wurde Demenz im Jahr 2003 diagnostiziert. Seitdem verlief alles recht schleichend, aber stetig. Seit Ende Juli 2007 ist sie nun im Betreuten Wohnen untergebracht, da es zu Hause einfach nicht mehr ging. Den Umzug hat sie eigentlich sehr gut verkraftet, hatte wieder Freude am Leben, beschäftigt sich den ganzen Tag mit jeglichen Aktivitäten- einfach super! Auch dem Personal ist demhingehend auch ein riesen Lob auszusprechen. Doch nun stellten wir fest, dass sie diese Halluzinationen bekommt. Die Lebensfreude hat sie nun wieder, jetzt kommt dieser Hammer. Wir stellten fest, dass sie sich nicht mehr im Spiegel erkennt und somit immer dachte, es sei wer in ihrer Wohnung. Jetzt bekommt sie scheinbar auch so diese Vorstellungen...schreit auf einmal ganz laut rum und schimpft mit Leuten, die halt nur in ihrer Wahrnehmung zu sehn sind.
    Daraufhin bekam ich die Idee, dass es gut sein könnte, dass die Medikamentendosis oder Art vielleicht mal wieder kontrolliert werden müßte, denn als ich mich belas, wurde die richtige Medikamenteneinstellung dazu angesprochen. Sie bekommt derzeit "Aricept 10". Wir wollen sie NICHT unter Drogen stellen bzw. ruhigstellen, wir möchten einfach nur, dass sie diese Ängste nicht zuviel hat.
    Herr Spruth, haben Sie hierzu vielleicht Erfahrungen? Kann man bei den Medikamenten vielleicht etwas umstellen, was meiner Mama besser bekommt und sie wieder mehr Lebensqualität erhält?
    Ich weiß, ich rede vielleicht gerade etwas wirr, aber diesen neuen "Schub" bei meiner Mama hat mich wieder völlig aus dem Konzept gebracht und ich mach mir verdammte Sorgen.
    Aber vielleicht hilft es mir ja hier, zu schreiben und vielleicht bekommt man hier sogar ein paar Tips, was echt klasse wäre!

    Liebe Grüße,

    D.Thieme

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    • Re: Halluzination bei Alzheimer


      Hallo Friederike, diese Phase mit den "Leuten im Garten"haben wir auch erlebt. Nach meiner Erfahrung ist es sinnlos zu widersprechen. Ich habe z.B. gesagt. "Ja das ist unsere Nachbarin" oder "die gehen gerade wieder weg" oder ich bin mit meinem Mann in den Garten und bis wir draussen waren, hatte er schon wieder vergessen, weshalb wir gegangen sind. Solange mit diesen Halluzinationen keine Ängste verbunden sind, lassen Sie es doch einfach gehen.-
      Das Sprechen mit dem Spiegelbild kenne ich auch. Aber das ist ja nicht gefährlich. Der Kranke denkt, er hat einen Freund getroffen und unterhält sich mit ihm.
      Grüsse Preston

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      • Re: Halluzination bei Alzheimer


        Hallo Friederike,
        auch ich kenne das Problem mit den Halluzinationen bei meiner Mutter. Sie leidet an Altersdemenz und sieht auch oft Leute herumlaufen, die es nicht gibt. Oft hält sie auch die Leute im Fernsehen für real, d.h. für Gäste, die sich im Wohnzimmer befinden. Da ich mit den üblichen Behandlungsmethoden (Neuroleptika) gegen so etwas eher schlechte Erfahrungen gemacht habe (Dämmerzustand, komplette Demobilisierung), vertrete ich heute die Meinung: Wenn der Betroffene sich nicht furchtbar über diese Dinge ängstigt oder sich durch massive Aggressivität selbst oder andere gefährdet, sollte man ihn mit chemischer Therapie in Ruhe lassen und ihn in seiner eigenen Welt belassen. Auch, wenn es uns drängt, helfend einzugreifen. helfen kann man, wenn man nicht korrigiert und widerspricht, um sie in unsere, reale Welt zurückzuholen. Das verwirrt nur. Man sollte sie ernst nehmen und sich in ihre Welt hineinbegeben. Dazu ist allerdings gutes Zuhören und Kenntnis der Biographie des Erkrankten notwendig; denn er lebt oftmals in der Vergangenheit. Oder ablenken. Meist fühlen sich die Dementen in ihrer Welt ganz wohl. Man sollte allerdings genau beobachten, ob es zu massiven Angstzuständen kommt. Dann ist eine medikamentöse Behandlung wohl notwendig.
        Liebe Grüße,
        Petra H.

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        • Re: Halluzination bei Alzheimer


          Hallo Preston!

          Dann werde ich es das nächste Mal mit Ablenkung versuchen.

          Ist es eigentlich ratsam, wenn ich meiner Mutter mal Abwechslung verschaffe?
          Ich wohne 20 km entfernt und plane , sie öfter mal mitzunehmen zum Kaffeeklatsch oder so.
          Sie kommt aus ihrer gewohnten Umgebung nicht raus, weil sie keinen Führerschein hat und sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr so recht traut.
          Vor einem Jahr hat sie mit einer Bekannten noch Bustouren mitgemacht. Sie kann nicht mehr so gut gucken und ist unsicher beim Gehen. Daher will sie diese Unternehmungen wohl nicht mehr machen.
          Es ist doch sicher für den Krankheitsverlauf besser, wenn sie mal neue Eindrücke bekommt, oder?
          Ansonsten besuche ich sie regelmäßig.
          Aber ich denke, dass sie auch durch Ortswechsel (nur tagsüber) geistig auch wieder ein bischen gefordert wird?

          Viele Grüße
          Ulrike

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          • Re: Halluzination bei Alzheimer


            Hallo Petra!

            Ich konnte noch nicht erkennen, dass sie Angst hat, wenn sie die Leute sieht. Sie hat sich aber darueber aufgeregt, dass die Familie meines Bruders nichts gegen die Leute unternimmt. (Die Familie wohnt auf demselben Grundstück.)
            Sie meint, dass sie auch die Leute gesehen haben und einen Grund haben, dies zu dulden. ("Die zahlen wohl Geld dafür, dass die hier unter den Bäumen schlafen dürfen.")

            Viele Grüße
            Friederike

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            • Re: Halluzination bei Alzheimer


              Sehr geehrte Friederike und andere Forenteilnehmer, deren Angehörige unter Halluzinationen leiden,

              zunächst einmal bitte ich Sie, die späte Antwort zu entschuldigen.
              Wenn Halluzinationen sehr früh im Verlauf einer Demenz auftreten, ohne daß Medikamente verabreicht werden, die dafür verantwortlich sein könnten, so sollte an der Diagnose einer Alzheimer-Krankheit zumindest gezweifelt werden. Halluzinationen können hierbei, wie auch bei fast allen anderen Demenzerkrankungen auftreten, tun dies meist aber erst in fortgeschrittenen Stadien. Demgegenüber gibt es andere Demenzformen, für die dieses Phänomen geradezu typisch ist, z.B. die "Demenz mit Lewy-Körperchen". Eine genaue Zuordnung der Demenzerkrankung ist insbesondere deshalb wichtig, weil bestimmte Medikamente, die man häufig zur Behandlung von Halluzinationen einsetzt, von eben diesen Patienten nicht vertragen werden. Was die Behandlungsbedürftigkeit angeht, so stimme ich den anderen Forenteilnehmern zu, die sagen, daß diese vom Leidensdruck des Patienten abhängig gemacht werden sollte.

              Mit freundlichen Grüssen,

              Spruth

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              • Re: Halluzination bei Alzheimer


                Sehr geehrte/r Frau/Herr Thieme,

                ich darf keine konkreten Behandlungsempfehlungen geben. Grundsätzlich gilt zunächst einmal, was ich schon auf den Beitrag von friederike geantwortet habe: Bei Halluzinationen zunächst Ursachenabklärung (Medikamentennebenwirkung? Andere Erkrankung als die Alzheimer-Krankheit?). Wenn dies keine mit der Alzheimer-Demenz konkurrierende Ursache aufdeckt: Behandlung je nach Leidensdruck. Da Ihre Mutter bereits einen Acetylcholinesterasehemmer (Aricept) erhält, könnte man z.B. einen Behandlungsversuch mit einem atypischen Neuroleptikum wie Risperidon versuchen (niedrigdosiert!). Hierbei sollte es sich aber um keine Dauertherapie handeln. Die Notwendigkeit sollte spätestens nach einigen Wochen, z.B. durch Dosisreduktion oder Absetzversuch überprüft werden.
                Was immer therapeutisch unternommen wird sollte aber mit einem erfahrenen Gerontopsychiater oder Nervenarzt abgesprochen werden.

                Mit freundlichen Grüssen,

                Spruth

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                • Re: Halluzination bei Alzheimer


                  Liebe Friederike,
                  das mit dem Führerschein ist sicher noch eine Remineszenz an das frühere Leben Ihrer Mutter - denn in ihrem jetzigen Zustand dürfte sie doch ohnehin kein Auto mehr fahren...
                  Das mit der Abwechslung müssen sie ausprobieren. Bei meinem Vater schlägt es gut an, allerdings darf man ihn auch nicht überfordern (mit zuviel Lärm oder zu vielen Menschen). Ein Spaziergang in der Natur mit anschließendem Cafe-Besuch ist ihm aber eine angenehme Abwechslung und er hat dann auch wieder das Gefühl anschließend "nach Hause" (Seniorenheim) gehen. Versuchen Sie es!
                  Leona

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