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Gewissensfrage: Rollstuhl

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  • Gewissensfrage: Rollstuhl

    Hallo zusammen,

    mein Mann kommt soeben von seiner Mutter (lebt im Altenheim) zurück und hat einen Antrag auf einen Rollstuhl mitgebracht, den er unterzeichnen soll. Der wurde seiner Mutter von ihrem neuen Hausarzt verordnet.

    Warum aber soll mein Mann da etwas unterschreiben? Die hilfreichen Kräfte im Heim haben nämlich ausgefüllt, dass mein Mann seine Mutter angeblich mindestens einmal in der Woche mit dem zu erwartenden Rollstuhl seiner Mutter durch die Gegend schiebt - außerhalb des Heimgeländes versteht sich. Wir sind über soviel Zuvorkommenheit in der Einteilung unserer Freizeit ein wenig irritiert. Wir hatten nie und haben auch weiterhin nicht vor, das zu tun. Jedenfalls nicht "mindestens einmal in der Woche". Jetzt die Gewissensfrage:

    Soll mein Mann dieses Formular trotzdem unterschreiben und was passiert, wenn irgendein Mann/eine Frau vom Medizinischen Dienst der Krankenkasse mitbekommt, dass wir mit Sicherheit NICHT mindestens einmal in der Woche mit der Mama im Rollstuhl "über's Land juckeln"?

    Wir haben den Eindruck, hier sollen die Kosten für ein Hilfsmittel auf die Krankenkasse abgewälzt werden, die dafür nicht zuständig ist. Wir sehen die finanzielle Zuständigkeit eher beim Pflegeleister, sprich dem Heim, und damit bei der Pflegekasse. Oder befinden wir uns da im Irrtum? Kann der beantragte Rollstuhl denn abgelehnt werden, wenn wir nicht "mindestens einmal in der Woche" herumschieben? Oder werden wir notfalls sogar zur Kasse gebeten für ein Hilfsmittel, dass dem Patienten unter diesen Umständen nicht zugestanden hätte?

    Wie ist die rechtliche Situation?

    Vielen Dank für die Beantwortung der Frage.

    Grüße
    Anke

    Nachsatz: Mein Mann und ich haben inzwischen resigniert, gegen diese erneute Kapitulation der Betroffenen anzugehen. Wir hätten es lieber gesehen, dass sie wieder etwas mehr mobilisiert wird, sprich eben nicht im Rollstuhl durch die Gegen chauffiert, sondern beim "Laufenlernen" unterstützt würde. Offensichtlich fehlt dem Pflegepersonal im Heim dazu jedoch die Zeit. Das ist sehr schade - nicht zuletzt für meine Schwiegermutter, finden wir.


  • RE: Gewissensfrage: Rollstuhl


    Guten Tag Anke - ja da haben Sie den Nagel vermutlich auf den Kopf getroffen. In der Regel muß der Dienstleister den Rollstuhl wohl vorhalten. Manche Einrichtungen versuchen dann den von Ihnen beschriebenen Trick. Sie sollten sicher nciht unterschreiben, schon gar nicht, wenn Sie das "rumgejuckele" nicht realisieren können oder wollen. Die rechtliche Situation müßte von einem Juristen beleuchtet werden, dazu bin ich zu sehr Laie. MfG KD Neander

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    • RE: Gewissensfrage: Rollstuhl -> besser nicht!


      Hallo Anke!

      Ich kann Dich nur bekräftigen, den Rollstuhl so lange wie möglich fernzuhalten!!!!
      Solange der Behinderte, (oder Patient) Aussicht hat auf seinen eigenen Füßen zu stehen und zu gehen, WEG mit irgendwelchen Hilfsmitteln dieser Art. Krücken solange wie nötig, aber sonst WEG mit dem Zeug.
      Bei Pflegepersonal habe ich leider die Erfahrung gemacht, dass es sich das Leben so leicht wie möglich macht. -Verständlich.

      Und dies leider auch zu Lasten der Patienten. NICHT MEHR VERSTÄNDLICH!!!!

      Genesen und Heilen geht leider selten ohne das Zutun der Patieneten. Dies erfordert Energie, Zuspruch und Ermunterung des Patienten. Und das ist Arbeit für das Pflegepersonal.

      Ich weiß, das ich dem Pflegepersonal hier keine Blumen sende. Aber den Pflegern wäre es auch lieber, wenn es sie sich intensiver kümmern könnten. Ich kenne das Dilemma.

      Deshalb, liebe Anke, investiere Deine Energie und gib dem Patienten allen Anlaß, wieder "auf die Beine" zu kommen. .... und dem Pflegepersonal keine Alternative dazu ;-)

      Grüße
      Der Tänzer

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      • RE: Gewissensfrage: Rollstuhl -> besser nicht!


        Hallo Tänzer,

        danke für dieses klare Statement. Du triffst damit genau den Kern der Sache. Mein Mann hadert noch mit sich, ob er sich in den kommenden Wochen wieder - noch mehr als bisher - der Kritik seiner Mutter aussetzen soll, aber ich sehe darin die einzige Möglichkeit, einem weiteren Abbau der Mobilität entgegen zu wirken.

        Tatsache ist und bleibt: Schwiegermama wird für unsere Blickweise wenig Verständnis aufbringen. Zuoft ist sie bereits in ihrer Angst bestätigt worden, sie könne stürzen und sich Verletzungen zu ziehen, wenn sie sich mit dem Rollator (den sie ja sonst benutzt) im Heim bewegt.

        Ich weiß, dass die Situation weder für das Pflegepersonal noch für meine Schwiegermutter einfach ist. Und ich bin mir nicht sicher, ob wir von Außen so viel Einfluss nehmen können, dass sich an der wachsenden Verunsicherung der Betroffenen etwas positiv verändert. Sie wird nicht verstehen, warum wir sie unbedingt nötigen, sich einer Gefahr auszusetzen. Und sie wird nicht begreifen wollen, dass sie lediglich regelmäßig laufen muss, um mehr Sicherheit zu gewinnen. Sie bestreitet das ja schon jetzt. Wir haben in jedem Fall - wieder einmal - den schwarzen Peter. Und dass nur, weil in Heimbetrieben weder die Zeit noch die Muße ist, alten Menschen wieder auf die Beine zu helfen. Traurig, aber wahr!

        Grüße
        Anke

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        • RE: Gewissensfrage: Rollstuhl


          Danke Herr Dr. Neander!
          Inzwischen habe ich mit dem medizinischen Dienst der Krankenkasse telefoniert. Die Dame hat uns ebenfalls abgeraten, es Schwiegermutter und Heim so einfach zu machen.
          Wie wir das allerdings hinbekommen sollen, ihr diese Entscheidung begreiflich zu machen, das wissen wir noch nicht...

          Tatsache ist, dass es im Heim "einfache" Rollstühle gibt, für Menschen, die eben nicht mehr mobil genug sind. Und wir - mein Mann und ich - besuchen Schwiegermama zwar an jedem Wochenende, fahren aber dann nicht stets mit ihr herum, sonders sie sitzt oder liegt in ihrem Zimmer und will sowieso keinen Schritt mehr machen, als irgend nötig (Angst!).

          Grüße
          Anke

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          • RE: Gewissensfrage: Rollstuhl


            ihr könntet euch ja auch einfach selber mehr um die mutter kümmern. ist ja eigentlich nicht zu viel verlangt- dann braucht sie vielleicht den rollstuhl doch nicht...?
            und einmal die woche hätte sie doch vielleicht schon verdient???

            Kommentar


            • RE: Gewissensfrage: Rollstuhl


              Jolie,
              darum geht's nicht.
              Wie oft wir uns kümmern, hat nichts damit zu tun, dass hier eine gebrechliche alte Frau darin unterstützt wird, sich selbst aufzugeben. Sie braucht keinen Rollstuhl, sie braucht eine Begleitung durch Menschen, die sie im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf die Beine bringen.

              Dein Vorwurf, der da mitschwingt, ist ungerecht und wird der Sache nicht gerecht. Aber wer so wenig Hintergrundwissen hat, der kommt natürlich leicht zu solchen unreflektierten Sprüchen.

              Grüße
              Anke

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              • RE: Gewissensfrage: Rollstuhl -> Erfolg macht


                Hallo Anke,

                um Deiner Schwiegermutter das Kämfen zu erleichtern, ermutigt Sie und versucht, Erfolgserlebnisse herbeizuführen.
                Eine Treppe überwinden, den Rollator eine oder zwei Stufen hinaufbewegen, evtl. an der Wand festhalten beim Gehen, zum Eisessen gehen mit Rollator, (auch wenn das Eis im Gemeinschaftsraum eingenommen wird) usw.
                Ich denke manchmal, die Kraft, den eigenen Schweinehund zu überwinden ist bei kleinen Kindern und bei alten Leuten recht klein.
                Schade nur, dass alte Leute schon Methoden entwickelt haben, sich durchzusetzen. ;-)

                Also, nur Mut und seid darauf gefaßt, der Schwiegermutter Energie zu geben. Sie ist evtl. gerade selbst nicht in der Lage, Euch (und gerade Deinem Mann!!) Energie zu geben wie früher einmal.

                Gruß
                Der Tänzer

                PS:
                Aus meiner Erfahrung: Ich glaube, mein Bruder könnte heute ohne jegliche Geh-Hilfe auskommen, wenn er früher nur richtig gefördert und gefordert worden wäre. Jetzt sitzt er im Rollstuhl und bewegt sich nur, wenn er dazu ermuntert wird. Und das passiert nur, wenn er bei meinen Eltern zu Besuch ist. Im Heim sicherlich nicht.

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                • Genau das ist das Problem


                  Ach, Tänzer, Du hast ja sooooo Recht!

                  Wir reden schon seit Jahren gegen Wände. Sie hätte gar nicht in ein Heim eingewiesen werden müssen, wenn sie nur selbst hartnäckig an ihrer Genesung gearbeitet hätte. Hat sie aber nicht. :-(

                  Wir haben ihr Vorschläge gemacht und die Pistole an die Brust gesetzt. Nichts hat geholfen. Sie hat nach und nach immer mehr an Beweglichkeit verloren, weil sie Angst vor ihren Stürzen hat. Die Stürze rühren aber von ihrem schlechten Allgemeinzustand her, der sich radikal verschlimmert - statt wie erwartet verbessert - hat, nachdem ihr einen Knieprothese implantiert wurde. In der Reha wurde sie nicht "rangenommen" sondern praktischerweise zu den Anwendungen/Übungen per Rollstuhl befördert. Ihre Muskulatur ist total zurück gebildet, weil sie vor dem Heimeinzug nur noch in der Wohnung herumgeschlichen ist (mit Rollator). Sie wohnte im Hochparterre und hat ihre Wohnung über ein Jahr lang nicht mehr verlassen. Wir haben sie nicht dazu bekommen, auch nur einen Schritt vor die Tür zu gehen. Treppensteigen? Schön wär's! Ich wäre schon glücklich, wenn sie den Weg zum Speisesaal mit dem Wägelchen bewältigen WOLLTE. Aber sie WILL nicht. Sie hat Angst! Sie bleibt lieber sitzen, bevor sie einen Schritt macht.

                  Ich hoffe nur, dass der Neurologe eine Idee hat, warum sie dauernd fällt (außer der Tatsache, dass sie zu wenige Muskeln hat) und dass sie irgendwoher ein wenig neuen Lebensmut bekommt. Wir können ihr da leider nicht helfen. Wir haben es versucht. Es war ein langer Kampf. Jetzt sind wir soweit, zu resignieren. Der Rollstuhl ist quasi ein Symbol für ihre Unbeweglichkeit im Denken und Handeln. Ich weiß nicht, ob wir den noch lange verhindern können...

                  Grüße
                  Anke

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                  • RE: Genau das ist das Problem


                    Hallo Anke!

                    Auch Deine Kraft und Energie sind begrenzt. Wenn Deine Schwiegermutter nicht will, dann hast Du allein keine Chance.
                    Wie steht denn Dein Mann dazu? Mag er mit schreiben? Muß ja nicht im Forum sein. Schreib mir doch persönlich an: g-k-a@web.de
                    Hat Deine Schwiegermutter noch weitere Kinder? Wenn ja: Was tun die?

                    Mir fällt jetzt auch nur ein, Deine Schwiegermutter das eiserne Herz zu zeigen und sie zu fragen, ob sie sich von Euch helfen lassen will oder nicht. Ob sie sich im Heim wohlfühlt oder nicht. Ob sie vielleicht wieder zu Hause sein will, wenn das überhaupt in Frfage kommt.
                    Wenn, dann soll Sie sich bemühen, da Ihr sonst nicht mehr helfen könnt. Eure seelische Kraft ist begrenzt!!!

                    Findet Ihr noch etwas Energie für das eiserne Herz?

                    Gruß
                    Der Tänzer

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                    • Das eiskalte Herz?!


                      Hallo Tänzer,

                      danke für Deinen Zuspruch und das Angebot, sich bei Dir auch außerhalb des Forums "aussprechen" zu können.

                      Meine Energiereserven sind beschränkt, das ist wohl wahr. Mein Mann war sich von Anfang an sicher, dass es wenig Sinn macht, mit seiner Mutter um Fortschritte zu ringen. Nach dem Tod meines Schwiegervaters im Herbst 2002 (der wohl viele Dinge "abgefangen" hat, von denen wir nichts ahnten) hat sich erst herausgestellt, wie angeschlagen sie körperlich und psychisch wirklich ist.

                      Das per gesellschaftlicher Norm unterstellte herzliche Verhältnis zwischen Mutter/Vater und Kind, habe ich in der Familie meines Mannes nicht feststellen können. Ich musste mich damit abfinden, dass man nur wenig miteinander anzufangen weiß - soetwas kannte ich bis dato nicht. Und ich war und bin auch weiterhin nicht in der Lage, diesen "Mangel" zu kompensieren.

                      Nein, weitere Geschwisterkinder gibt es nicht - nicht mehr. Eine Schwester meines Mannes ist leider sehr früh verstorben. Die Familie stammt aus Bayern, wo es noch eine Schwester meines verstorbenen Schwiegervaters nebst Familie gibt, zu der jedoch spärlicher Kontakt herrscht. Wir sind mit der Situation ziemlich allein gelassen.

                      Telefonate mit Bayern finden immer dann statt, wenn Schwiegermama irgendwelche haarsträubenden Geschichten erzählt hat (z.B. Diebstähle oder Bedrohungen durch andere Bewohner oder gar das Personal des Heims) - wir müssen dann jeweils für eine Klärung der Sachlage und eine Beruhigung der erregten Gemüter sorgen - inklusive der eigenen. Ich bin weit davon entfernt, mir "das eiskalte Herz" zu wünschen, aber ich habe bereits einige gesundheitliche Probleme verarbeiten müssen, die ich nicht gehabt hätte, wenn mich die Ereignisse völlig kalt ließen...

                      Mein Mann macht vieles mit sich selbst aus. Seit ich mich bewusst nicht mehr als Bollwerk zwischen Mutter und Sohn stelle, geht es mir persönlich besser - und unserer Partnerbeziehung auch. Nur die böse Schwiegertochter werde ich wohl bleiben. "Wenn meine Tochter noch leben würde", ist ein gängiger Satz aus dem Munde meiner Schwiegermutter, um mich bei meinen Schuldgefühlen am Wickel zu bekommen. Ich höre inzwischen darüber hinweg.

                      Alle bisherigen Kontakte (Ärzte, Pflegekräfte, meine Familie, Freunde) haben mir schon vor Monaten dazu geraten, mir diesen Schuh nicht anzuziehen. Sie betont ja nach wie vor, sie sei geistig voll auf der Höhe und wisse genau, was für sie gut sei. Also halte ich mich weitestgehend heraus und hoffe darauf, dass sie sich von anderen helfen lässt, wenn mein Mann und ich offenbar doch nur das Falsche tun. Der Neurologe war meine Idee. Wenn auch dieser Fachmann keinen Weg findet, wie dem drohenden Verfall entgegenzuwirken ist, dann bin ich mit meinem Latein am Ende.

                      Tschuldige bitte die lange Litanei. Ich neige auch im richtigen Leben zu ellenlangen Ausführungen. Auch ein Grund, warum mir die Wesensart meiner Schwiegermutter auf ewig ein Rätsel bleiben wird. Zumindest erklärt mir das, warum mein Mann zu Diskussionen "ermuntert" werden muss. Aber das ist ein separates "Schlachtfeld".

                      Danke für's "zulesen"! ;-)

                      Grüße
                      Anke

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                      • Ein anderer Weg


                        Hallo Anke!

                        Habt Ihr denn schonmal mit einem Arzt über Krankengymnastik für Deine Schwiegermutter gesprochen? Dabei werden die Gelenke durchbewegt damit sie dafür das Gefühl wieder bekommt und die Muskeln gestärkt, und durch das Beaufsichtigte gehen gewinnt die Selbstverrauen in ihre Fähigkeiten!
                        Und ein Krankengymnast ist eigentlich für jedes Altenheim da. Manchmal haben die Heime auch eigene Bewegungstherapeuten.

                        Liebe Grüße Honigfee

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                        • RE: Das eiskalte Herz?!


                          Hallo Anke,

                          ich fürchte ich kann Euch da nicht weiterhelfen.
                          Vielleicht kann Euch ein professioneller Psychologe oder so weiterhelfen. Der kennt vielleicht noch ein paar Sachen auch für "Dich" und "Euch".

                          Viel Glück

                          Der Tänzer

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                          • RE: Ein anderer Weg


                            Die weitere Verschreibung von Physiotherapie ist abgelehnt worden. Sie hat diese Maßnahme seit Monaten VOR der Heimeinweisung verordnet bekommen, ohne dass es zu Fortschritten gekommen ist. Für die Fachleute (den Therapeuten und die behandelnden Ärzte wie das Pflegepersonal) besteht keine Aussicht, dass sich mit Krankengymnastik etwas verbessert. Die übliche Therapie beschränkt sich auf 2 - 3 Mal in der Woche. Meine Schwiegermutter hat einen von mir empfohlenen Therapeuten die Tür gewiesen, als dieser die in der Wohnung verabreichte Therapie mit Treppensteigen garnieren wollte. Sie wollte lediglich sitzend oder liegend "bewegt" werden. Alles andere war ihr "zu anstrengend" (Stichwort wiederum: Angst).

                            Ich glaube daher, dass wir ohne eine Psychologen/Neurologen nicht weiter kommen - und vielleicht auch mit dessen Hilfe nicht. LEIDER!

                            Danke trotzdem für Deine Gedanken. Ich bin wirklich für jeden Hinweis sehr dankbar. Wir haben allerdings das meiste wirklich schon versucht bzw. der Betroffenen geraten. Das macht uns so mutlos.

                            Grüße
                            Anke

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                            • RE: Das eiskalte Herz?!


                              Ja, Tänzer, das sehe ich ähnlich (siehe auch mein Posting an Honigfee).

                              Uns bleibt wirklich nur "abwarten und Tee trinken". Für mich als aktiven/kommunikativen Menschen ist diese Situation nur sehr schwer zu ertragen. Aber ich bemühe mich, ruhig und gelassen zu bleiben.

                              Grüße
                              Anke

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                              • Der Stand der Sache


                                Hallo zusammen,

                                wollte nur kurz berichten, wie der Stand der Sache momentan ist.

                                Mein Mann hat im Formular der Krankenkasse dort, wo es bereits vom Heimpersonal für ihn angekreuzt war, die Bestätigung durchgestrichen, dass er "mindestens einmal in der Woche" seine Mutter außerhalb des Geländes mit dem Rollstuhl herumfährt, und stattdessen "gelegentlich" daneben geschrieben.

                                Dementsprechend kam von der Krankenkasse der Bescheid, dass der Rollstuhl nicht außerhalb des Geländes benötigt würde und er daher nicht von der Krankenkasse gezahlt werde. Dieses Schreiben hat uns Schwiegermama am Wochenende mit der Bemerkung unter die Nase gehalten, die Heimkräfte hätten gesagt, dass der Sohn das regeln soll, denn ohne einen eigenen Rollstuhl könne (wörtlich meinte sie: "dürfte") sie das Heimgelände nicht verlassen. Nun haben wir also - wie bereits vorausgesehen - den schwarzen Peter.

                                Wir haben ihr erklärt, dass wir selbstverständlich gern auch einmal außerhalb des Heimgeländes mit ihr spazierengehen wollten, dass aber - wenn sie sich zu unsicher auf den Beinen fühlt - der Rollstuhl vom Heim vorgehalten werden muss (so sagt der medizinische Dienst der Krankenkasse) und sich uns mit Sicherheit kein Mensch in den Weg stellen wird, wenn wir den Rollstuhl aus dem Heim benutzen, um mal eine Stunde vor die Tür zu gehen.

                                Sie findet - wie erwartet -, dass wir sie "ganz schön hängen" lassen. Sie hätte gerne einen "angemessenen" (im Wortsinne) Rollstuhl, wie ihr das bereits ein Herr vom Sanitätshaus bei seinem Besuch vor Ort vorgeschlagen habe. Mit dem "Standard-Rollstuhl" aus dem Heim käme sie nicht zurecht (Anmerkung am Rande: sie kann einen Rollstuhl NIE selbst bewegen, weil sie Lähmungen in den Händen hat. Sie muss also stets geschoben werden - allein kommt sie so oder so mit keinem Rollstuhl zurecht).

                                Selbstverständlich haben wir auch bei diesem Besuch wieder diesen "Standard-Rollstuhl" benutzt, um sie in die Cafeterria zu befördern, wo wir uns etwas länger aufgehalten haben. Wir haben bisher nicht feststellen können, dass irgendetwas an dem Rollstuhl "unangemessen" wäre. Für die paar Stunden, die er MAL genutzt wird, reicht er unseres Erachtens absolut aus. Wir sehen jedoch das Problem:

                                Bereits einmal hat ein Fachmann ihr etwas angemessen, was - zu ihrer Überraschung - nachher von der Krankenkasse nicht getragen wurde, und zwar orthopädische Maßschuhe. Die musste sie laut Orthopädietechniker haben, um den Höhenunterschied zwischen dem operierten und dem "normalen" Bein auszugleichen. Kostenpunkt: gut 700 Euro. Dass es auch Einlagen oder einfache Erhöhungen unter Straßenschuhe getan hätten, die dann die Krankenkasse übernommen hätte, das hat ihr der "Fachmann" nicht erzählt - und so konnte er gut "abkassieren".

                                Beim Rollstuhl ist ihr wohl wieder der Mund mit Dingen wässrig gemacht worden, die keine Kasse trägt. Auf diese Gefahr haben wir sie hingewiesen. Einsehen will sie das selbstverständlich wieder nicht. Wir sind und bleiben die Bösen. "Die Kasse muss doch" schließlich bezahlen, was sie braucht. Es scheint unser Schicksal zu sein, sie - aus ihrer Sicht - ständig "zu ärgern".

                                Ich habe meinem Mann empfohlen, einmal mit der Heimleitung zu sprechen, wie seine Mutter zu der Aussage kommt, man würde sie mit dem Heimrollstuhl nicht vom Gelände lassen. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass diese Aussage so stimmt. Zumal sie bereits mit diesem selbigen Rollstuhl einen Ausflug des Heims mitgemacht hat, also sehr wohl das Heim verlassen hat. Für alles andere haben wir genug Erklärungen gehört bzw. gefunden.

                                Noch ein Monat, dann kommt endlich der lang ersehnte Neurologe und checkt mal ab, woran diese Gangunsicherheit und der Tremor im Bein liegen könnte. Vielleicht hat der auch einen Tipp, wie meine Schwiegermutter wieder zu mehr Zuversicht kommen könnte. Aber das ist wohl eine Hoffnung, die wir nicht zu sehr betonen sollten. Wir sind in jedem Fall gespannt, wie die Sache weitergeht.

                                Grüße
                                Anke

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                                • RE: Der Stand der Sache


                                  Hallo Anke!

                                  Ich hoffe, Ihr findet noch andere Themen, die3 mit Deiner Schwiegermutter besprochen werden. Dann ist das Thema Rollstuhl vielleicht gar nicht mehr so schwerwiegend zwischen Euch.
                                  Hast Du vielleicht ein Problemchen, bei dem Schwiegermama Euch helfen kann??? ;-)

                                  Viel Glück!!!

                                  Der Tänzer

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                                  • RE: Der Stand der Sache


                                    Hallo Anke,

                                    sag mal weshalb wurde der Rollstuhl verschrieben, es ist ein wenig komisch das man einen rollstuhl verschrieben bekommt weil man mit der Schwiegermutter spazieren gehen könnte( laut Pflegepersonal). Welcher Diagnosegrund liegt vor das er verschrieben wurde.

                                    Hat deine Schwiegermutter einen Gesetzlichen Betreuer?
                                    So viel ich mich noch erinnere liegt eine Parkinsondiagnose im Raum ,oder ? es Könnte darin vielleicht der Grund liegen weil sie des Ofteren fällt.

                                    Ich bin selber exam. Altenpflegerin ,aber wenn ich solche aussagen von Pflegerinnen höre dann geht mir die Hutschnur hoch. Gut das es ein schwerer und nicht leichter Beruf ist das ist schon klar ,aber es müssen nicht die Bewohner unter dem leiden. Was ist das für ein Altenheim wo sie ist. Es gibt auch Betreutes Wohnen wäre das nicht eine Alternative für deine Schwiegermutter.

                                    jule1

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                                    • Hallo Jule


                                      Danke für Deine Fragen.
                                      Ich teile Deine Verwunderung über die Aussagen des Pflegeteams.

                                      Tja, die Diagnose Parkinson steht weiterhin ungeklärt im Raum. Leider, leider kommt dieser Neurologe, den ich erweichen konnte, ins Heim zu kommen, erst am 24. August. Bis dahin müssen wir uns alle in Geduld fassen.

                                      Meine Schwiegermutter hat wie gesagt Angst, sich durch die Stürze massive Verletzungen zuzuziehen. Sie weigert sich neuerdings, mehr als vom Bett zur Toilette und zurück zu laufen, will lieber per Rollstuhl befördert werden. Das Heimpersonal motiviert sie nicht, wieder auf die Füße zu kommen - sei es aus Zeitmangel oder einfach, weil Schwiegermama derart dickköpfig ist, dass ein gutes Zureden verschwendete Zeit bedeuten würde. Wir halten beides für möglich.

                                      In ihrer alten Wohnung ist sie mitunter 2 x am Tag gestürzt. Sie hat - wenn das tagsüber geschah und damit es nicht so auffällt - eine Nachbarin zu Hilfe gerufen. Nachts jedoch kam der Notdienst - sie hatte ein Notrufsystem der Johanniter Unfallhilfe. Der ambulante Pflegedienst erschien 2 x am Tag (morgens und abends), mittags bekam sie Essen auf Rädern. Aufgrund der allgemein schwachen körperlichen Konstitution und der Tatsache, dass der Altbau nicht behindertengerecht war (Hochparterre, kaum zugängliches Sanitär) haben ihr sowohl die Ärzte als auch die Pflegedienstkräfte als auch die Familie geraten, eine Heimunterbringung in Betracht zu ziehen. Nach mehr als einem Jahr des Zuredens und einem weiteren heftigen Sturz im Bad mit anschließender Krankenhausbehandlung von Platzwunden und Prellungen hat sie schließlich die Heimpapiere unterschrieben.

                                      Ausschlaggebend war sicher auch die Tatsache, dass sie zuletzt nicht mehr selbständig ins und aus dem Bett steigen konnte. Sie muss nachts 2 - 3mal zur Toilette. Da musste letztlich dann auch der Notdienst kommen, um ihr zu helfen. Ich glaube kaum, dass in diesem Zustand ein betreutes Wohnen angebracht gewesen wäre. Neben den vielen Stürzen ist wohl auch die sich weiter verschlechternde Situation der Handlähmungen ein Grund, der es nötig macht, fast zu jedem Handgriff eine Hilfsperson in der Nähe zu haben. Auch ein Grund, der uns betreutes Wohnen als nicht praktikabel erscheinen ließ.

                                      Es ist schon alles sehr frustrierend. Neuerdings verliert sie übrigens den Überblick über den Kalender. Sie hat sich doch tatsächlich um die Gültigkeit der TV-Zeitung mit uns gestritten. Es wird wirklich Zeit, dass ihr ein Neurologe weiterhilft. Vielleicht kann er noch "retten, was zu retten ist".

                                      Viele Grüße
                                      Anke

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