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Asthma oder doch nicht ?

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  • Asthma oder doch nicht ?

    Vor 6 Jahren erlitt ich plötzlich starke Atmenot, mit dem Gefühl zu ersticken. Der erste Pneumologe fertigte mich mit Rezept & den Worten "Rauchen aufhören, wir sehen uns dann in 6 Monaten wieder" ab. Daraufhin bin ich zu einem anderen Pneumologen gewechselt, es wurde ein Komplettcheck inkl. Röntgen & Lungenfunktionstest durchgeführt. Allergien habe ich keine. Er erklärte mir, es wäre Asthma & eine chronische Bronchitis. Meine Werte seien gut.Ich bekam Viani 50/250 (morgens und abends) und als Notfallspray Berotec. Alle 6 Monate dann Kontrolle. Es ging mir super. Berotec nahm ich nie & Viani irgendwann nur noch morgens. Irgendwann vergass ich es dann komplett. Weitere Kontrolltermine auch. Bis letzte Woche war ich (mittlerweile 42 J.) komplett Beschwerdefrei ohne Medikamente. Dann bekam ich plötzlich wieder Atemprobleme (Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können). Viani wieder angefangen & Berotec mehrmals täglich.Ich treibe nach wie vor Sport & so lange ich beschäftigt bin, keine Probleme. Wenn nicht, dauernd dieses Atemproblem. Ich frage mich nun, ob das überhaupt wirklich Asthma ist ? Ich bin mittlerweile nur noch auf meine Atmung konzentriert....
    Letzten Dienstag ging es mir dabei so schlecht, das ich zum Notdienst ins Krankenhaus gefahren bin. Sauerstoffsättigung bei 100% und beim abhören konnte er nichts feststellen ??? Ich habe nie Husten oder Schleim, wie es ja bei Asthma und Bronchitis üblich ist. Heute habe ich mir ein Peak-Flow-Messgerät besorgt. Höchster Wert betrug knapp 400 ! Der niedrigste der 3 Messungen 380. Da ich meinen Höchstwert beim Arzt nicht weiss, habe ich mir einen Wert mittels Formel errechnet: (5,50x KörperGröße - 0,030 x Alter - 1,11 - 1,64 x 0,90) x 60 l/min. Demnach wäre mein unterer Normwert 317 ?
    Nun habe ich gehört, das Atemnot auch psychosomatisch bspw. durch Stress ausgelöst werden kann und bin verunsichert !?

  • Re: Asthma oder doch nicht ?

    Hallo,

    ob bei Ihnen ein Asthma vorliegt oder nicht lässt sich ausschliesslich über eine Diagnostik beim Lungenfacharzt feststellen.
    Hierzu wird in der Regel neben der Bodyplethysmographie auch eine unspezifische Provokationstestung bzw. bei bereits ungenügender Lungenfunktion ein Bronchospasmolysetest durchgeführt.

    Ausschliesslich über diese Werte und ggf. noch die Durchführung einer NO-Messung kann ein Asthma sicher diagnostiziert werden.

    Eine Formel für einen Peak-Flow-Wert ist objektiv nicht berechenbar. Zum einen sind die Peak-Flow-Meter nicht geeicht und zum anderen sind die Werte jedes einzelnen Menschen stark beeinflusst von dessen Lebensumständen (Rauchen, Sport, Gewicht, Geschlecht).
    Ein Peak-Flow-Meter und die Selbstkontrolle damit ist sehr sinnvoll wenn ein Asthma oder COPD bekannt sind und der Patient über einen Zeitraum Messungen durchgeführt hat und somit seine persönlichen Bestwerte bekannt sind.
    In diesem Fall können Schwankungen oder Verschlechterungen rechtzeitig erkannt und ggf. Medikamente angepasst werden ohne dass es zu einer akuten Atemnot kommt. Dies wird den Patienten in den entsprechenden Schulungen beim Arzt vermittelt.

    Ich empfehle deshalb nochmals einen Lungenfacharzt aufzusuchen. Sie sollten bei Terminvereinbarung klären ob Sie ggf. Ihre Medikamente im Vorfeld absetzen sollten um eine erneute Diagnostik zu machen.

    Wichtig ist, dass Ihnen bewusst ist dass Asthma eine chronische Erkrankung ist und dass ein Asthmatiker seine Basismedikation in jedem Fall, also auch wenn er sich subjektiv gut fühlt, dauerhaft und regelmässig einnehmen muss. Wenn er das versäumt wird es immer wieder zu Atemnot und ggf. Krankenhauseinweisungen kommen und langfristig neben Lunge auch das Herz geschädigt werden.

    Mit freundlichen Grüssen


    Dipl. med. Thomas Hagen

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