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Angioödeme u. Urtikaria, Blutdrucksenker

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  • Angioödeme u. Urtikaria, Blutdrucksenker

    Sehr geehrter Herr Dr.,

    seit mehr als einem halben Jahr leide ich unter immer wiederkehrenden Schwellungen an Augenpartien, Lippen und Händen, hinzu kommt Nesselsucht an Bauch, Armen und Beinen.

    Ich hatte sonst immer Captopril genommen. Aber mit der o.g. Symptomatik geht das nicht mehr. Lt. Arzt sind auch Sartane mit o.g. Symptomatik ausgeschlossen.

    Weil ich einen leicht erhöhten Blutdruck habe (meist ist der 2. Wert zwischen 90-95) und eine chronische autoimmune Nierenerkrankung, die aber momentan inaktiv ist, soll mein Blutdruck behandelt werden.

    1) Welche andere Stoffklassen bei den Blutdrucksenkern kann ich mit Angioödemen und Urtikaria noch nehmen? Welche wären da empfehlenswert.

    Meine Ärztin wollte mir Moxonidin geben, aber da steht in der Packungsbeilage auch, dass diese kontraindiziert sind ("darf nicht eingenommen werden, wenn sie in der Vergangenheit unter angioneurotischen Ödemen gelitten haben").

    2) Es soll noch mit Blutdrucksenkern eine orale Provokationstestung gemacht werden? Können Sie mir sagen, wie sowas geht und wie das mit Blutdrucksenkern ist? Es wurde gesagt, dass schrittweise hochdosiert wird, aber auf welche Dosis? Dann habe ich ja nachher gar kein Blutdruck...?

    Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung meiner Fragen.


  • Re: Angioödeme u. Urtikaria, Blutdrucksenker


    Hallo,

    Ihr Fall scheint ziemlich komplex zu sein. Auf eine einzelne Meinung würde ich mich hier nicht verlassen.
    In Zusammenarbeit mit einem Nephrologen und Kardiologen sollte abgeklärt werden, welches Medikament für Sie in Frage kommt.

    Zu hinterfragen ist auch, ob es sich bei Ihnen um einen Blutdruck handelt, bei dem die Ursache nicht geklärt werden kann oder ob eine mögliche Ursache in Frage kommt.
    Und ob man nicht ggf. auf blutdrucksenkende Med. verzichten oder diese reduzieren kann.

    Ist geprüft worden ob Sie evtl. ein Schlafapnoesyndrom (Aussetzer beim Schlafen) haben? Hier findet sich häufig ein Zusammenhang mit erhöhtem Blutdruck.

    Ich kenne jetzt leider nicht Ihr Gewicht, aber vielleicht wäre es auch sinnvoller eine Gewichtsreduktion oder Ernährungsumstellung in Betracht zu ziehen.

    Ich bitte auch in Betracht zu ziehen, dass nicht in allen Fällen Medikamente das Mittel der ersten Wahl sind, sondern dass ggf. andere Massnahmen in Erwägung zu ziehen sind.

    Mit oralen Provokationstestungen für die Hypertonie habe ich keine Erfahrung. Falls Ihr Blutdruck medikamentös eingestellt werden muss hat man relativ gute Erfahrung in der Kombination von 2-3 verschiedenen Stoffklassen gemacht, da dadurch die Dosis der einzelnen Stoffe reduziert und somit Nebenwirkungen ebenfalls abgemildert werden können.

    Ich bitte Sie aber zu bedenken, dass ich als Pneumologe kein Spezialist bin für die Einstellung auf Blutdruckmedikamente.


    Mit freundlichen Grüssen
    Thomas Hagen

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