Kürbis klein geschnitten in der Küche
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Bittere Kürbisse, Zucchini und Gurken können giftig sein

Auf selbst angepflanzte Zucchini, Kürbisse und Gurken sollte man besser verzichten, wenn diese bitter schmecken. Denn die Bitterstoffe können unangenehme bis lebensbedrohliche Auswirkungen haben.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Mögliche Symptome

Zu den Mitgliedern der Familie der Kürbisgewächse zählen unter anderem Zucchini, Kürbisse und Gurken. Alle Kürbisgewächse können sogenannte Cucurbitacine bilden: Bitterstoffe, die jedoch aus den essbaren Sorten herausgezüchtet wurden. Und das aus gutem Grund, denn Cucurbitacine schmecken nicht nur unangenehm bitter und metallisch, sondern wirken auch als Zellgift.

Wer Cucurbitacine verzehrt, muss mit einer (unter Umständen schweren) Lebensmittelvergiftung rechnen. Diese geht vor allem mit Magen-Darm-Beschwerden einher wie etwa

Solche Symptome treten innerhalb weniger Stunden nach dem Verzehr (auch geringer Mengen) auf. Je nach Dosis können die Reaktionen auf Cucurbitacine auch zu lebensbedrohlichem Kreislaufversagen führen. Dies gilt insbesondere für Kinder, ältere Menschen und Personen, die ohnehin geschwächt sind, zum Beispiel durch Vorerkrankungen.

Zu lebensbedrohlichen Fällen kommt es zum Glück jedoch nur selten – vermutlich, weil die Bitterstoffe in der Regel so unangenehm schmecken, dass die meisten Menschen das Gericht von sich aus nicht weiteressen.

Gefahr aus dem eigenen Garten

Die Eigenschaft für Bitterstoffe liegt bei den Kürbisgewächsen auf einem einzigen Gen. Bei den essbaren, nicht bitteren Sorten ist dieses inaktiv, aber noch vorhanden. Dies kann ein Risiko sein, wenn man Zucchini, Kürbisse und Gurken selber anpflanzt und auch eigenes Saatgut verwendet. Dann kann es passieren, dass sich unter den Früchten Exemplare befinden, bei denen ...

  • ... durch spontane Mutation das Bitterstoff-Gen wieder angeschaltet wurde.
  • ... es zu einer ungeplanten Befruchtung mit wilden Sorten gekommen ist, die nicht für den Verzehr vorgesehen sind (z.B. Zierkürbisse).
  • ... nach einer Hitzewelle oder Trockenzeit das Bitterstoff-Gen als Stressreaktion wieder angeschaltet wurde.

Wer Zucchini, Kürbisse und Gurken im Supermarkt kauft, muss in der Regel in puncto Bitterstoffe nichts befürchten. Denn hier findet man normalerweise ausschließlich essbare, nicht bittere Sorten.

Auf den Geschmackssinn vertrauen

Rein äußerlich kann man nicht erkennen, ob Zucchini oder Kürbis Bitterstoffe enthalten. Deshalb gilt insbesondere bei selbst angebauten Kürbisgewächsen: Vor dem Verzehr ein Stückchen probieren!

Sind Bitterstoffe vorhanden, ist der bittere Geschmack (auch nach dem Kochen) unverkennbar: In dem Fall das Stück nicht essen, sondern ausspucken – und den Rest der Frucht beziehungsweise des Gerichts entsorgen.

Wichtig zu wissen: Cucurbitacine sind hitzestabil und werden durch Kochen oder Braten nicht zerstört.

Ob der Geschmack nur leicht oder extrem bitter ist, sagt dabei nichts über den Gehalt an Cucurbitacinen aus. Deswegen sollte man bereits bei leicht bitterem Geschmack auf den Verzehr verzichten.

Wer Bitteranteile nicht gut schmecken kann, sollte bei selbstgezogenen Sorten andere probieren lassen oder auf den Verzehr verzichten.

Tipps für Hobbygärtner

  • Wenn Sie Kürbisse für den Eigenbedarf anbauen, pflanzen Sie Zierkürbisse nur in sicherem Abstand an.
  • Verzichten Sie auf Samen von eigenen Früchten. Kaufen Sie das Saatgut stattdessen jedes Jahr neu im Fachmarkt.