Jemand isst ein gegrilltes Rindersteak mit Salat auf einem blauen Holztisch.
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Rotes Fleisch: Wie ungesund ist es wirklich?

Viele Menschen hierzulande essen mehrmals täglich Fleisch oder Fleischerzeugnisse. Obwohl man immer wieder hört und liest, dass diese Ernährungsweise – vor allem rotes Fleisch – ungesund ist. Kann Fleischkonsum wirklich schaden?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Überblick

Dass eine falsche Ernährung krank machen und das Sterberisiko erhöhen kann, ist unbestritten. Laut einer Untersuchung sind ungesunde Ernährungsgewohnheiten weltweit mitverantwortlich für jeden fünften frühzeitigen Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes.

Als ungesund gelten zum Beispiel zu wenig Obst, Gemüse und Vollkornprodukte sowie zu viel Salz, Zucker und rotes Fleisch – vor allem in verarbeiteter Form (wie Kochschinken, Speck oder Wurstwaren).

Was ist rotes Fleisch?

Damit ist Muskelfleisch von Säugetieren gemeint – wie Rind-, Kalb-, Schweine- oder Lammfleisch. Im Unterschied dazu bezeichnet man Geflügelfleisch und Fisch als weißes Fleisch.

Eine Reihe von Beobachtungsstudien hat gezeigt: Menschen, die viel rotes Fleisch essen, bekommen häufiger Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Herzinfarkten und Schlaganfällen, Darmkrebs sowie weitere Krebsarten.

Dass der hohe Verzehr von rotem Fleisch mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko verbunden ist, kann verschiedene Gründe haben:

  • Die gesättigten Fettsäuren, das Cholesterin und das Eisen im roten Fleisch könnten Arteriosklerose fördern.
  • Darmbakterien verwandeln das im Fleisch enthaltene Carnitin und Cholin in einen Stoff um, der nach Aufnahme in den Körper ebenfalls das Risiko für Arteriosklerose erhöht.
  • Die gesättigten Fettsäuren und das Eisen im Fleisch könnten auch an der Entstehung von Krebs beteiligt sein.
  • Zusätzlich entstehen beim Erhitzen von Fleisch zahlreiche krebserregende Stoffe.
  • Zudem gilt der Salzgehalt verarbeiteter Fleischprodukte als Gesundheitsrisiko.

Video: Fünf Krankheiten, die durch ungesunde Ernährung entstehen können

Welche Folgen hat ein hoher Konsum?

Wenn rotes Fleisch wirklich so ungesund ist, müsste ein vermehrter Verzehr die Lebensdauer verkürzen. Ob das stimmt, wollte ein Forscherteam anhand der Ernährungsgewohnheiten von fast 81.500 Studienteilnehmern herausfinden.

Das Ergebnis: Bei Männern und Frauen, die ihren Verzehr von rotem Fleisch innerhalb von acht Jahren um 3,5 Mahlzeiten pro Woche erhöhten, stieg das Sterberisiko in den folgenden acht Jahren

  • insgesamt um 10 Prozent,
  • durch verarbeitetes rotes Fleisch um 13 Prozent und
  • durch unverarbeitetes rotes Fleisch um 9 Prozent.

Wer nun hofft, dass eine Verringerung des Fleischkonsums das Leben verlängert, wird enttäuscht: Ein eingeschränkter Verzehr konnte das Sterberisiko nach acht Jahren kaum senken. Weniger unverarbeitetes rotes Fleisch zu essen, hatte nach acht Jahren sogar keinerlei Auswirkungen auf das Sterberisiko.

Nach Ansicht der Forscher liegt dies daran, dass eine der häufigsten Todesursachen – Krebs – sich meist schleichend entwickelt. Ein anderer Grund könnte allerdings sein, dass das Sterberisiko von weiteren Faktoren abhängt, die in der Untersuchung unberücksichtigt blieben – etwa sonstige Lebens- und Ernährungsgewohnheiten oder die erbliche Veranlagung.

Wenn rotes Fleisch wirklich so ungesund ist, müsste ein vermehrter Verzehr die Lebensdauer verkürzen. Ob das stimmt, wollte ein Forscherteam anhand der Ernährungsgewohnheiten von fast 81.500 Studienteilnehmern herausfinden.

Das Ergebnis: Bei Männern und Frauen, die ihren Verzehr von rotem Fleisch innerhalb von acht Jahren um 3,5 Mahlzeiten pro Woche erhöhten, stieg das Sterberisiko in den folgenden acht Jahren

  • insgesamt um 10 Prozent,
  • durch verarbeitetes rotes Fleisch um 13 Prozent und
  • durch unverarbeitetes rotes Fleisch um 9 Prozent.

Wer nun hofft, dass eine Verringerung des Fleischkonsums das Leben verlängert, wird enttäuscht: Ein eingeschränkter Verzehr konnte das Sterberisiko nach acht Jahren kaum senken. Weniger unverarbeitetes rotes Fleisch zu essen, hatte nach acht Jahren sogar keinerlei Auswirkungen auf das Sterberisiko.

Nach Ansicht der Forscher liegt dies daran, dass eine der häufigsten Todesursachen – Krebs – sich meist schleichend entwickelt. Ein anderer Grund könnte allerdings sein, dass das Sterberisiko von weiteren Faktoren abhängt, die in der Untersuchung unberücksichtigt blieben – etwa sonstige Lebens- und Ernährungsgewohnheiten oder die erbliche Veranlagung.

Was lernen wir daraus?

Wer einfach nur weniger oder gar kein rotes Fleisch ist, lebt nicht automatisch gesünder. Denn neben dem Fleischkonsum beeinflussen viele weitere Risikofaktoren unseren Gesundheitszustand, vor denen ein Fleischverzicht wohl nicht schützen kann.

Doch es spricht einiges dafür, dass Menschen, die viel rotes Fleisch essen, damit ihre Lebensdauer verkürzen. Darum lautet das Fazit: Weniger ist mehr.

Wer partout nicht auf rotes Fleisch verzichten will, sollte es zumindest nur in Maßen konsumieren – und bevorzugt in unverarbeiteter Form. Das heißt: lieber Braten oder Steaks als gesalzene oder geräucherte Fleischerzeugnisse.