Ein Kind steht vor einem offenen Kühlschrank und liest die Angaben auf einer Glaskonserve.
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Mindesthaltbarkeitsdatum: Ist das noch gut oder muss das weg?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist abgelaufen, also ab in die Tonne? Oder im Gegenteil gerade preisreduzierte, abgelaufene Lebensmittel kaufen, um den einen oder anderen Euro zu sparen? Und dürfen die das überhaupt, abgelaufene Nahrung verkaufen?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Überblick

Um die Fragen zu beantworten, müssen zunächst ein paar Begriffe definiert werden, auch wenn man diese eigentlich nur wörtlich nehmen müsste:

  • Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Verfallsdatum
  • Verbrauchsdatum

Mindesthaltbarkeitsdatum und Verfallsdatum sind nicht dasselbe.

Was bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Beim Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) geht es genau darum: Bis wann ist das Nahrungsmittel mindestens haltbar? Das MHD gibt also an, bis zu welchem Datum das verschlossene, korrekt gelagerte Lebensmittel die versprochenen Eigenschaften auf jeden Fall beibehält – sozusagen eine Qualitätsgarantie des Herstellers.

Bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum müssen unter anderem folgende Eigenschaften unverändert erhalten bleiben:

Diese Garantie verfällt, sobald

  • das MHD überschritten oder
  • das Produkt geöffnet wurde.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum muss auf allen Lebensmitteln vermerkt werden – auch auf solchen, die gar nicht verderben können (wie z. B. Salz).

Was ist das Verfallsdatum / Verbrauchsdatum?

Verfallsdatum und Verbrauchsdatum bezeichnen das Gleiche: Bis zu diesem Datum muss das Produkt verbraucht sein, da es sonst verdirbt (verfällt) und nicht mehr genießbar (und in einigen Fällen sogar gesundheitsschädlich) ist.

Dieses Datum wird vor allem auf schnell verderblichen Lebensmitteln aufgeführt, wie beispielsweise auf Frischfleischprodukten (Hackfleisch u. a.).

Dürfen abgelaufene Produkte noch verkauft werden?

Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, dürfen noch verkauft werden – sogar zum gleichen Preis. Viele Märkte setzen den Preis abgelaufener Lebensmittel allerdings herunter – aus Gefälligkeit oder um die Ware überhaupt noch loszuwerden. Der Händler muss aber prüfen, ob das Lebensmittel noch einwandfrei ist.

Wenn Sie abgelaufene Lebensmittel kaufen, können Sie damit den einen oder anderen Euro sparen. Sollte eines der Produkte doch einmal verdorben sein, können Sie dieses trotz abgelaufenem MHD umtauschen, wenn zwischen Kauf und Öffnen nicht zu viel Zeit vergangen ist und Sie den Kassenzettel vorweisen können.

Lebensmittel, deren Verbrauchsdatum/Verfallsdatum überschritten ist, dürfen hingegen nicht mehr verkauft werden. Diese Produkte gehören in den Müll.

Wie soll man mit abgelaufenen Lebensmitteln umgehen?

Weltweit landet ein Drittel der Lebensmittel im Müll! Das ist zum einen herausgeworfenes Geld. Zum anderen werden dadurch Unmengen an Verpackung und an Lebensmitteln umsonst produziert. Dagegen kann jeder etwas tun!

Viele Menschen werfen abgelaufene Lebensmittel aus Unsicherheit weg. Dabei können Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, meist noch bedenkenlos verzehrt werden. Sie sollten lediglich auf Folgendes achten:

  • Lagern Sie Lebensmittel immer so, wie es auf der Verpackung angegeben ist.
  • Brauchen Sie geöffnete Nahrung immer innerhalb weniger Tage auf. Das MHD gilt nach dem Öffnen nicht mehr!
  • Prüfen Sie nach Ablauf des MHD Geschmack, Geruch und Beschaffenheit des Lebensmittels:
    • Ist es verfärbt oder ausgetrocknet?
    • Riecht oder schmeckt es säuerlich?
    • Zeigt sich ein weißlicher oder grüner Belag?
  • Wenn das Produkt sich offensichtlich nicht verändert hat, können Sie es trotz abgelaufenem MHD noch verwenden!
  • Ist das Verbrauchsdatum/Verfallsdatum überschritten, gilt: Ab in den Müll!