Toastbrot auf Teller mit Avocado und Shrimps
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Low-Carb, proteinreich, lecker: Was taugt das Eiweiß-Brot vom Olympiasieger?

Ehemaliger Olympiasieger im Gewichtheben und nun Bäcker: Matthias Steiner hat ein eigenes Low-Carb-Eiweißbrot kreiert, das es nun bei Aldi Süd zu kaufen gibt. Inzwischen werben viele Produkte mit dem Zusatz "kohlenhydratarm". Da dieser Begriff aber nicht geschützt ist, enttäuschen viele der Lebensmittel auf den zweiten Blick. Hält das Olympia-Brot, was es verspricht?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Vom Gewichtheber zum Bäcker

Ein Brot, das zugleich kohlenhydratarm, sättigend und trotzdem richtig lecker ist: Danach suchte der ehemalige Olympiasieger Matthias Steiner vergeblich, als er abnehmen wollte. Während seiner aktiven Zeit als Gewichtheber brachte er 150 Kilogramm auf die Waage.

Seine große Herausforderung: der Verzicht auf Brot und Brötchen. Gerade als Diabetiker war es für ihn wichtig, eine kohlenhydratarme Alternative zu finden. Fehlanzeige. Und so begann Steiner vor rund sechs Jahren, gemeinsam mit einem Bäckermeister ein eigenes Produkt zu kreieren. Indem er sich intensiv mit seiner Ernährungsweise auseinandersetzte, nahm er ganze 45 Kilogramm ab. Über diesen Erfolg hat er sogar ein Buch geschrieben: "Das Steiner Prinzip".

Low-Carb vs. Klassisch

Der Kunde kann aus vier verschiedenen Varianten wählen:

  • "Mein Low-Carb Protein Brot"
  • "Mein Low-Carb Protein Toast"
  • "Mein Low-Carb Protein Brötchen" in hell
  • "Mein Low-Carb Protein Brötchen" in dunkel mit Lein-, Mohn- und Chiasamen

Das Versprechen: Statt Weizenmehl besteht der Teig aus Soja- und Leinsamenmehl. Dadurch enthält das Brot rund 90 Prozent weniger Kohlenhydrate als herkömmliche Weißmehlprodukte. Dies soll vor allem Menschen mit Diabetes zugutekommen. Denn anders als bei herkömmlichem Brot verhindert der geringe Kohlenhydratanteil, dass der Blutzuckerspiegel in die Höhe schnellt und Insulin ausgeschüttet wird.

Klassischer Toast enthält einfache Kohlenhydrate, die in Zuckermoleküle gespalten werden und schnell ins Blut gelangen. Deshalb spricht man mitunter auch von "schnellen Kohlenhydraten". Der Körper reagiert auf diese Zuckermengen, indem er große Mengen Insulin ausschüttet. Das sorgt für eine rasche Senkung des Blutzuckerspiegels. Die Folge:

  • Man fühlt sich müde, schwach und unkonzentriert.
  • Überschüssige Glukose, also Traubenzucker, wird zur Leber transportiert und dort zu Fett umgewandelt.
  • Die Verwertung von Kohlenhydraten hat immer Vorrang, was die Verarbeitung anderer Nährstoffe beeinträchtigt.
  • Das Sättigungsgefühl hält nicht lange an.

Das Low-Carb-Brot von Matthias Steiner soll dem entgegenwirken. So entspricht eine Scheibe des Low-Carb Protein Toasts nur 0,04 Broteinheiten (BE). Außerdem soll das Produkt durch einen hohen Protein- und Ballaststoffanteil lange sättigen und zum Muskelaufbau beitragen.

Lesetipp: Hier erfahren Sie mehr zu Broteinheiten.

Hält das Brot, was es verspricht?

Vergleicht man eine Scheibe des Low-Carb Protein Toasts von Matthias Steiner mit einer klassischen Scheibe Toastbrot auf Weizenmehlbasis, fallen deutliche Unterschiede auf.

 

Low Carb Protein Toast (20 Gramm)

Klassischer Toast (25 Gramm)

Kohlenhydrate

0,9 g (0,04 BE)

12 g (1 BE)

Ballaststoffe

1,9 g

0,7 g

Eiweiß

5,1 g

2,1 g

Energie (kcal)

41,2 kcal

66 kcal

Preis (Packung)

2,79 €

0,59 €

Das Brot ist nicht nur – wie versprochen – deutlich kohlenhydratarmer als klassischer Toast. Es enthält auch mehr als doppelt so viele Ballaststoffe und Eiweiß und kommt gleichzeitig mit weniger Kalorien aus. Einzig beim Preis macht das klassische Toastbrot das Rennen: Das Olympia-Brot ist fast fünfmal so teuer.

Dennoch hält das Low-Carb Protein Toastbrot, was es verspricht und ist zwischen all den Mogelpackungen im Supermarkt ein Positivbeispiel. Dem Kunden wird "Low-Carb" verkauft, und das bekommt er auch. Vorausgesetzt, er beschmiert sein Brot nicht mit Schokocreme oder Marmelade.