Eine Schale Kokoszucker.
© iStock

Kokosblütenzucker – gesunde Zuckeralternative?

Kokosblütenzucker in Bioqualität wird oft als gesunde Alternative für Haushalts­zucker angepriesen. Das Versprechen: Er enthält mehr Nährstoffe, hat einen niedrigen glykämischen Index und ist sogar bei Diabetes geeignet. Doch was kann Kokosblütenzucker wirklich? Hier sind die Fakten.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Basisinfos zu Kokosblütenzucker

Um Kokosblütenzucker (kurz: Kokoszucker) zu gewinnen, schneidet man zweimal täglich den Blütenstand der Kokospalme an. Heraus tropft der Kokosblütennektar oder -sirup. Dieser wird so lange erhitzt, bis er kristallisiert. Die abgekühlte Masse wird gemahlen und gesiebt, bis der streufähige Zucker entsteht.

Kokosblütenzucker ist bräunlich und schmeckt nach Karamell. Er löst sich weniger gut auf als Haushaltszucker und ist darum nur bedingt zum Backen geeignet.

Für viele Menschen gilt Kokosblütenzucker mittlerweile als Alternative zum Haushaltszucker. Er wird überwiegend nachhaltig angebaut und die Bauern werden fair bezahlt. Außerdem sagt man ihm nach, er sei gesünder als Haushaltszucker.

Zum Beispiel, weil der glykämische Index von Kokosblütenzucker besonders niedrig sei und das Produkt wichtige Nährstoffe enthalte. Doch wissenschaftlich nachgewiesen ist das nicht.

Darum dürfen auf der Verpackung von Kokosblütenzucker auch keine Angaben zu angeblichen gesundheitlichen Vorteilen des Zuckers stehen. Spezielle Werbung für Menschen mit Diabetes ist ebenfalls untersagt.

Faktencheck: Ist Kokoszucker eine gute Wahl?

Ein Vorteil von Kokosblütenzucker ist, dass er meist nachhaltig angebaut wird. Die angeblich gesündere Alternative zu Haushaltszucker hat aber auch einige Nachteile:

  • Kokosblütenzucker ist wenig ökologisch, da die Transportwege sehr lang sind.
  • Die gesundheitlichen Aussagen sind kritisch.
  • Kokosblütenzucker ist ähnlich süß wie Haushaltszucker, sodass die gleiche Dosierung nötig ist.
  • Kokosblütenzucker ist mit 20 bis 30 Euro pro Kilogramm sehr teuer.

Versprechen versus Fakten

Versprechen Fakten
gesünder als Haushaltszucker nicht erwiesen, tatsächlich sind die Unterschiede in der Zusammensetzung verschwindend gering
niedriger glykämischer Index nicht nachvollziehbar, da ähnliche Zusammensetzung und Kaloriengehalt wie Haushaltszucker
hoher Nährstoffgehalt nicht nachvollziehbar: besteht wie Haushaltszucker überwiegend aus Glucose und Fructose
für Diabetiker besser geeignet falsch: Kokosblütenzucker ist für Diabetiker nicht besser geeignet als Haushaltszucker

Fazit

Kokosblütenzucker kann zum Süßen verwendet werden. Er hat aber keinen gesundheitlichen Vorteil – auch nicht für Menschen mit Diabetes. Wer Diabetes hat, sollte Kokosblütenzucker darum ebenso maßvoll verwenden wie Haushaltszucker.