Auf einem Tisch liegen drei Küchen- und drei Knoblauchzwiebeln.
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Gekeimte Zwiebeln und Knoblauchzehen: Essbar oder giftig?

Zwiebeln gehören ebenso wie Knoblauch zur Gattung Lauch (Allium). Beide Pflanzen bilden bei zu langer Lagerung schnell grüne Triebe aus – und landen dann oft im Müll. Zu Recht? Oder kann man gekeimte Zwiebeln und Knoblauchzehen bedenkenlos essen?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Gekeimte Zwiebeln und Knoblauch­zehen: Essbar oder giftig?

Zwiebeln und Knoblauch sind gesund. Sie enthalten nicht nur wertvolle Mineralstoffe und Vitamine, sondern auch sekundäre Pflanzenstoffe, die beispielsweise den Blutdruck oder das Krebsrisiko senken können.

Wenn man ihre äußere Schale entfernt hat, ist die gesamte Zwiebel oder Knoblauchzehe essbar. Das gilt auch für das austreibende Grün, das lauchartige Röhrenblätter bildet. Denn es ist völlig unschädlich. Im Gegenteil: In den Trieben stecken ebenfalls viele gesunde Inhaltsstoffe.

Zwiebelgrün und Knoblauchgrün sind also viel zu schade für die Tonne.

Den grünen Austrieb von Knoblauch kann man zum Beispiel anstelle von Bärlauch oder Frühlingszwiebeln verwenden. Das Knoblauchgrün ist nicht so intensiv wie die Knoblauchknollen.

Dabei ist es egal, wann und unter welchen Umständen Zwiebeln oder Knoblauch austreiben. Das austreibende Grün von Zwiebeln und Knoblauchzehen sind also beispielsweise auch dann bedenkenlos verzehrbar, wenn …

  • … die Zwiebeln selbst noch nicht gereift sind (z. B. bei selbst gezogenen Zwiebeln oder Knoblauch).
  • … man Zwiebeln oder Knoblauch vom Vorjahr über den Winter gelagert hat und die Pflanzen im Frühjahr keimen.
  • … die Zwiebeln oder Knoblauchzehen im Dunkeln austreiben.

Auch die austreibenden Zwiebeln und Knoblauchzehen selbst kann man noch essen. Denn gekeimte Zwiebeln oder gekeimter Knoblauch enthalten ebenfalls keine gesundheitsschädlichen Stoffe.

Gekeimte Zwiebeln und Knoblauchzehen kann man vollständig verwenden – also sowohl den knolligen Teil als auch das Grün.

Doch das sollten Sie beachten

Wer gekeimte Zwiebeln oder Knoblauchzehen noch verwenden möchte, sollte damit nicht zu lange warten. Denn wenn das Zwiebelgemüse austreibt, holt es sich das dazu nötige Wasser und die Nährstoffe überwiegend aus sich selbst. Darum trocknen Zwiebel und Knoblauchzehe während des Triebwachstums immer mehr aus, schrumpeln und werden weicher.

Keimende Zwiebeln und Knoblauchzehen möglichst schnell verbrauchen.

Wenn das Zwiebelgemüse faulige oder schimmelige Stellen hat, gehört es in den Müll. Ob Zwiebeln oder Knoblauch verdorben sind, ist aber leicht zu erkennen:

  • Dann fühlt sich der knollige Teil typischerweise matschig an,
  • verströmt einen auffälligen Geruch und
  • zeigt oft auch deutliche Schimmelspuren.

Dass eine ansonsten gut aussehende Zwiebel oder Knoblauchzehe anders riecht als sonst, kann allerdings auch durch eine schlechte Lagerung kommen. Darum hat manchmal sogar frisch gekauftes Zwiebelgemüse einen komischen Geruch. Gesundheitlich ist das jedoch unbedenklich.