Auf einem Tisch stehen ein Henkelglas mit Kaffee, zwei mit Butter und einem Fett gefüllte Schalen sowie ein Behälter mit Kaffeebohnen.
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Bulletproof-Coffee im Selbsttest: Welche Wirkung hat der Butter-Kaffee?

Mit dem Bulletproof-Coffee gibt es einen neuen Star am Himmel der Ernährungs­trends. Aber was kann das hochkalorische "Wundergetränk" wirklich? Ich habe den Hype um den Butter-Kaffee mal unter die Lupe genommen und mir eine Woche lang jeden Morgen eine Tasse nach Anleitung aufgebrüht.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Bulletproof-Coffee im Selbsttest: Welche Wirkung hat der Butter-Kaffee?

Viele Menschen frühstücken nicht richtig. Ein Kaffee, das muss reichen. Kein Wunder, dass oft die nötige Energie fehlt, um den Vormittag über konzentriert zu bleiben. Damit könnte jetzt Schluss sein – dank Bulletproof-Coffee.

Der Ursprung von Bulletproof-Coffee

In der ketogenen Ernährung ist der Bulletproof-Coffee schon länger bekannt. Die Erfindung des "Wundergetränks" geht aber angeblich auf den US-Amerikaner Dave Asprey zurück, der bei einer Wanderung im Himalaya in einem Gasthaus einkehrte und dort Tee mit Yak-Butter serviert bekam. Das verlieh im scheinbar so viel Energie, dass er das Getränk zu Hause weiterentwickelte – und so entstand der Bulletproof-Kaffee.

Was verspricht der Bulletproof-Coffee?

In erster Linie soll der Butter-Kaffee als Frühstücksersatz dienen. Angeblich füllt er nicht nur unseren Energiespeicher auf, ohne den Insulinspiegel zu beeinflussen, sondern hilft auch gegen Heißhunger und kann so das Abnehmen erleichtern. Die Kombination aus Koffein und Fett in Form von MTC-Öl und Butter sättigt scheinbar für mehrere Stunden und sorgt zudem für einen klaren Verstand.

Klingt erst mal sinnvoll: Fett enthält verhältnismäßig viele Kalorien und ist nachweislich der perfekte Energielieferant. Zudem wird MTC-Öl bei der Aufnahme direkt für die Energiegewinnung genutzt und dementsprechend sofort verbrannt, und nicht – wie bei vielen langkettigen Fettsäuren – als Fett eingelagert. Gepaart mit Kaffee als Booster verspricht das Gesamtpaket also eine Menge Power. Nebenwirkungen hat Bulletproof-Coffee angeblich keine. Mal schauen, wie mir die Mischung bekommt.

Zutaten für das Bulletproof-Coffee-Rezept

Die schnelle Zubereitung von Bulletproof-Coffee ist schon mal ein echter Pluspunkt. Für das Grundrezept brauche ich nämlich nur drei Zutaten:

  • Kaffee (frisch aufgebrüht, schwarz)
  • 2 EL Weidebutter
  • 1 EL MCT-Öl (oder Kokosöl)

MCT ist übrigens die Abkürzung für den englischen Begriff medium chain triglycerides – zu Deutsch: Triglyceride mittlerer Kettenlänge.

Kleiner Tipp: MCT-Öl ist in der Regel effektiver als Kokosöl, da es sich hierbei ohne Ausnahme um mittelkettige Fettsäuren handelt. Kokosöl besteht zwar auch zu einem gewissen Teil aus MCT, wird aber biologisch eigentlich nicht mehr zu den mittelkettigen, sondern zu den langkettigen Fettsäuren gezählt.

Daher gilt: Kokosöl kann für unser Gehirn nicht die gleiche Leistung erbringen wie ein hochwertiges MCT-Öl. Das hat leider auch seinen Preis: Für ein gutes MCT-Öl zahlt mal im Schnitt 12 bis 15 Euro pro 500 Milliliter, während Kokosöl in der Regel etwa die Hälfte kostet. Trinkt man jeden Morgen einen Bulletproof-Coffee, kommt man mit einem halben Liter übrigens gut einen Monat hin.

Testurteil

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten ...

Eine Woche ist vergangen und ich habe brav jeden Morgen meinen Bulletproof-Coffee getrunken – der mir am Anfang ehrlich gesagt so überhaupt nicht geschmeckt hat. Anfangs habe ich den Fehler gemacht, die Butter einfach so in den Kaffee zu geben und zu warten, bis diese geschmolzen ist.

Mixt man alles kurz mit einem Pürierstab durch, wird die Konsistenz gleich viel cremiger und die Fette verbinden sich mit dem Kaffee! Rühren alleine reicht tatsächlich nicht aus. Außerdem sollte man einen wirklich starken Kaffee verwenden, damit sich dieser gegen den penetranten Butter-Geschmack durchsetzt. Mein persönlicher Tipp: Eine Prise Zimt oder Vanillearoma dazugeben! So viel zum Geschmack …

Und wie fühle ich mich?

Habe ich mich fitter und wacher gefühlt? Diese Frage kann ich mit einem ganz klaren Ja beantworten, muss aber dazu sagen: Normalerweise frühstücke ich wenig bis gar nicht. Dass ich meinem Körper am Morgen nun auf einmal mehr Energie zuführe, muss sich natürlich irgendwie bemerkbar machen. Ob ich als ausgewogene Frühstückerin einen ähnlichen Effekt verspürt hätte, bezweifle ich.

Trotzdem: Der Bulletproof-Coffee lässt mich energiereich in den Tag starten und macht mich tatsächlich für mehrere Stunden satt. Bis zum Mittagessen verspüre ich keinen Heißhunger – was auch gut ist, denn immerhin habe ich mit dem "Wundergetränk" schon fast 400 Kilokalorien intus. Wenn man bis zum Mittag nicht schon seinen Tagesbedarf decken will, sollte der Butter-Kaffee also wirklich ein Frühstücksersatz sein, keine Ergänzung.

Mein Fazit: Für Frühstücksmuffel wie mich ist der Bulletproof-Coffee eine wirklich tolle Möglichkeit, um energiereich in den Tag zu starten. Wer sich schon morgens ausgewogen ernährt, wird durch das Trendgetränk allerdings nicht unbedingt einen Vorteil erfahren.