Auf einem Tisch steht ein Teller mit in Alufolie gebackenem Fisch, Tomaten, Zitronenscheiben und Petersilie.
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Alufolie & Co.: Schädlich für die Gesundheit?

Alufolie ist als Küchenhelfer sehr beliebt. Gleichzeitig haben die meisten Menschen schon gehört, dass Aluminium aus Verpackungen oder Behältnissen auf Lebensmittel übergehen kann. Wir verraten Ihnen, welche Folgen das womöglich hat und wie man das Risiko gering hält.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Aluminium: Die wichtigsten Infos

Das Leichtmetall Aluminium ist in der Natur weit verbreitet: Es ist das häufigste Metall auf der Erde und das dritthäufigste Element der Erdkruste. Daraus gelangt es natürlicherweise auch ins Trinkwasser sowie in pflanzliche Lebensmittel wie Früchte und Gemüse.

Wie gelangt Aluminium in den Körper?

Der Mensch nimmt Aluminium vor allem über die natürlichen Aluminiumquellen – also Trinkwasser und viele Lebensmittel – auf. Aluminium und seine Verbindungen stecken aber auch in verschiedenen Produkten, aus denen das Element in den Körper übergehen kann. Beispiele sind:

  • Bedarfsgegenstände für Lebensmittel (wie Alufolie, Kochgeschirr, Grillschalen, Trinkflaschen, Backbleche usw.)
  • Kosmetikprodukte (wie aluminiumhaltige Antitranspirantien)
  • Arzneimittel
  • Impfstoffe

Was passiert mit dem aufgenommenen Aluminium?

Gesunde Menschen scheiden das aufgenommene Aluminium größtenteils über die Nieren wieder aus. Das restliche Aluminium reichert sich im Laufe des Lebens im Körper an – vor allem in der Lunge und im Skelettsystem.

Video: Aluminium im Körper – wie lässt sich die Belastung gering halten?

Ist Aluminium giftig?

Aluminium galt lange als ungefährlich. Inzwischen weiß man jedoch, dass es das Nervensystem, die Fruchtbarkeit und die Knochenentwicklung schädigen kann. Zudem stört es das Gleichgewicht von Spurenelementen wie Magnesium und Eisen im Körper.

Darüber hinaus steht Aluminium im Verdacht, an der Entstehung von Brustkrebs und Alzheimer beteiligt zu sein. Wissenschaftlich belegt ist dieser Zusammenhang bislang jedoch nicht.

Mit akuten Vergiftungserscheinungen ist bei der Aufnahme von Aluminium über die Nahrung nicht zu rechnen.

Ist Alufolie also schädlich?

Nur unter bestimmten Umständen: Kommt Alufolie in Kontakt mit stark säure- und salzhaltigen Lebensmitteln oder mit anderen Metallen, kann sich Aluminium lösen und ins Lebensmittel übergehen. Darum können beispielsweise Speisen aus unbeschichteten Aluminiumschalen viel Aluminium enthalten.

Was wird zum Verbraucherschutz getan?

In handelsüblichen Lebensmittelverpackungen und -behältnissen ist Aluminium in der Regel durch eine Kunststoffschicht vom Inhalt getrennt: Dies verhindert, dass Aluminium auf die Lebensmittel übergeht. Beispiele hierfür sind Getränkedosen und -kartons, Joghurtbecherdeckel, Tütensuppen, Kaffeeverpackungen, Kaffeekapseln oder Schalen für Fertigprodukte.

Außerdem ist die Verwendung aluminiumhaltiger Lebensmittelzusatzstoffe nach einer EU-Verordnung aus dem Jahr 2012 stark eingeschränkt. Danach darf Aluminium (E173) als Lebensmittelfarbstoff nur noch für Überzüge von Zuckerwaren zur Dekoration von Kuchen und feinen Backwaren verwendet werden. Bei Lebensmitteln in Fertigpackungen muss der Stoff als Farbstoff E173 oder als Farbstoff Aluminium im Zutatenverzeichnis angegeben sein.

Des Weiteren muss auf der Verpackung von Alufolie erklärt sein, wie man das Produkt sicher verwendet. Dieser Hinweis kann zum Beispiel lauten: "Aluminiumfolie nicht zum Abdecken von feuchten, säure- oder salzhaltigen Lebensmitteln auf Servierplatten oder Schalen aus Metall verwenden. Aluminiumfolie darf nicht mit säure- oder salzhaltigen Lebensmitteln in Kontakt kommen. Die Folie kann sich infolge von Lokalelementbildung auflösen."

Aluminiumzufuhr: Wie viel ist zu viel?

Laut europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gilt eine wöchentliche Aluminiumzufuhr von einem Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht über die Nahrung als unbedenklich.

Darum empfiehlt die EFSA, dass in einem Kilogramm eines Lebensmittels höchstens fünf Milligramm Aluminium stecken sollten. Die meisten natürlichen Lebensmittel erreichen diesen Grenzwert nicht. Mehr als fünf Milligramm Aluminium pro Kilogramm enthalten können beispielsweise:

  • Teeblätter
  • Gewürze
  • Miesmuscheln
  • Getreide
  • einige Gemüsesorten

Wie hoch ist die Aluminiumzufuhr tatsächlich?

Der unbedenkliche Aufnahmewert wird in manchen Fällen überschritten: Erwachsene nehmen jede Woche allein über Lebensmittel im Durchschnitt schätzungsweise 0,2 bis 1,5 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht auf, Kinder und Jugendliche 0,7 bis 2,3 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht.

Warum ist die Aluminiumzufuhr durch Lebensmittel teils zu hoch?

Grund ist oft ein unsachgemäßer Gebrauch von Alufolie und unbeschichteten Aluschalen. So kommen gerade bei der Verpflegung in Gemeinschaftseinrichtungen – wie Kindertagesstätten, Schulen, Betrieben, Seniorenheimen – sowie bei der Außer-Haus-Verpflegung häufig unbeschichtete Aluminium-Menüschalen zum Einsatz. Dann nehmen die Betroffenen schnell zu viel Aluminium auf.

Ein Erwachsener würde bei täglichem Verzehr von 200 Gramm sauren Lebensmitteln aus unbeschichteten Aluminiumschalen in einer Woche etwa 0,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht zusätzlich aufnehmen.

Solche zusätzlichen Aluminiumquellen sollte man vermeiden, um das gesundheitliche Risiko möglichst gering zu halten.

Tipps: So können Sie die Aluminiumzufuhr verringern

  • Weder salzhaltige Lebensmittel (wie Feta, Salzhering, Wurst und Schinken) noch säurehaltige Lebensmittel (wie Apfelstücke, Zitronen und Essiggurken) in Alufolie oder unbeschichteten Aluminiumschalen aufbewahren, erhitzen oder warmhalten.
  • Stattdessen für salz- oder säurehaltige Lebensmittel nur beschichtetes Geschirr und beschichtete Behälter aus Aluminium oder alternative Materialien (z. B. Edelstahl) verwenden.
  • Metallische Servierplatten, Kochtöpfe und unbeschichtete Backbleche nie mit Alufolie abdecken.
  • In Alufolie oder auf Aluschalen zu grillen ist verantwortbar, um zu verhindern, dass Fett in die Glut tropft und beim Verbrennen krebserregende Stoffe bildet. Aber …
    • … beim Grillen keine säurehaltigen Marinaden verwenden!
    • … in Alufolie oder -schalen gegrillte Speisen erst danach salzen und würzen!
  • Auf Fertiggerichte in unbeschichteten Aluschalen und Essen aus unbeschichteten Alu-Menüschalen (z. B. Essen auf Rädern) verzichten. Wichtig ist das vor allem für empfindliche Personen wie Kinder oder ältere Menschen. Im Zweifelsfall beim Hersteller nachfragen, ob die Schalen eine Beschichtung aufweisen.