Man sieht eine übergewichtige Frau im Gespräch mit ihrer Ärztin.
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Magenballon

Ein Magenballon ist eine Silikonhülle, die im Magen platziert und gefüllt wird. Der Magenballon kommt für übergewichtige Menschen als Abnehmhilfe infrage, zum Beispiel wenn andere Versuche, Gewicht zu verlieren, erfolglos waren.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Magenverkleinerung ohne OP

Um den Magenballon zu platzieren, ist keine Operation notwendig – in der Regel noch nicht einmal eine Narkose. Meist genügt ein leichter Dämmerschlaf für den Eingriff, der insgesamt höchstens 20 Minuten dauert.

Während einer Magenspiegelung (Gastroskopie) legt der Arzt die ungefüllte Silikonhülle im Magen ab: Der schlaffe Ballon wird einfach über Mund und Speiseröhre des Betroffenen eingeführt. Im Magen füllt der Arzt den Magenballon schließlich über einen kleinen Schlauch mit etwa 400 bis 700 Millilitern (ml) Kochsalzlösung. Wie viel Flüssigkeit genau eingefüllt wird, hängt davon ab, wie groß der Magen des Betroffenen ist.

Nach dem Füllen wird der Schlauch einfach abgezogen, das Ventil des Magenballons schließt sich von selbst. Bis Magen und Körper sich an den Magenballon gewöhnt haben, dauert es etwa ein bis zwei Wochen.

Das Einsetzen des Magenballons erfolgt im Allgemeinen ambulant, das heißt, es ist kein längerer Krankenhausaufenthalt notwendig.

Der gefüllte Magenballon verkleinert das Magenvolumen des Betroffenen, wodurch zum einen weniger Nahrung in den Magen passt und sich zum anderen der Magen langsamer leert. Als Folge kommt es bereits nach kleinen Mahlzeiten rasch zu einem Sättigungs- und Völlegefühl.

Wie viel Gewicht man durch den Magenballon verliert, lässt sich nicht genau vorhersagen. Der Erfolg der Methode hängt auch von der aktiven Mitarbeit des Betroffenen ab. Eine begleitende Ernährungsberatung, die einem bei der Umstellung auf gesunde Essgewohnheiten hilft, ist zu empfehlen. Ebenso sollte regelmäßige Bewegung in die Alltagsroutine integriert werden, soweit es das Übergewicht des Betroffenen zulässt.

Der Magenballon verbleibt nicht dauerhaft im Magen, sondern höchstens für einen Zeitraum von sechs Monaten. Nach dieser Zeit entfernt der Arzt den Magenballon wieder. Hierfür punktiert der Arzt während einer Magenspiegelung den Ballon und saugt die Flüssigkeit ab. Die schlaffe Hülle zieht er schließlich durch Speiseröhre und Mund aus dem Körper heraus.

Ob man nach dem Entfernen des Magenballons wieder zunimmt, hängt vor allem davon ab, ob es einem gelingt, die neuen Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten auch in Zukunft beizubehalten.

Dies ist jedoch nicht immer leicht: Die meisten Betroffenen haben ein Jahr später etwa 40 Prozent des verlorenen Gewichts wieder zugenommen.

Voraussetzungen

Ein Magenballon kommt infrage:

  • wenn der Betroffene Übergewicht hat und der Body-Mass-Index (BMI) höchstens bei 35 bis 40 liegt und andere Abnehmmethoden über längere Zeit keinen Erfolg brachten.
  • wenn ein adipositaschirurgischer Eingriff geplant ist, der Betroffene jedoch vor der Operation Gewicht reduzieren muss, um spätere OP-Risiken zu verringern.
  • wenn getestet werden soll, wie gut der Betroffene bei einem einschränkenden Verfahren bei der Therapie mitarbeitet, weil später ein operativer Eingriff aus dem Bereich der Adipositaschirurgie geplant ist (z.B. Magenband, Magenbypass).
  • wenn beim Betroffenen operative Verfahren notwendig, aber nicht möglich sind, weil er unter sehr starkem Übergewicht leidet (BMI über 70).

Komplikationen

Ein Magenballon kann nach dem Einsetzen in den Magen zu verschiedenen Komplikationen führen.

Anpassungsphase

Die ersten ein bis zwei Wochen können unangenehm sein, da der Magen beziehungsweise der Körper sich erst an den Magenballon gewöhnen muss. Daher kommt es bei gut jedem Zweiten anfangs zu Beschwerden, wie zum Beispiel:

Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen (z.B. der Wirkstoff Tropisetron) können diese anfänglichen Beschwerden lindern.

Um die Anpassung in dieser Zeit zu erleichtern, sollte der Betroffene sich anfangs außerdem hauptsächlich flüssig ernähren. Später kann er die Kost nach und nach erweitern, bis schließlich eine ganz normale Ernährung möglich ist.

Undichte Stellen

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass der Magenballon nicht dicht ist und die eingefüllte Kochsalzlösung allmählich wieder austritt. Um Lecks rechtzeitig feststellen zu können, wird der Kochsalzlösung deshalb in der Regel prophylaktisch ein blauer Farbstoff beigemischt. Im Falle eines Lecks färben sich Urin und Stuhl des Betroffenen dadurch grün und geben somit einen deutlichen Hinweis darauf, dass der Magenballon eine undichte Stelle aufweist.

Ein undichter Magenballon muss rasch entfernt werden, da andernfalls die Gefahr besteht, dass der schlaffe Ballon zu einem Darmverschluss führt.

Wann nicht?

Vom Einsatz eines Magenballons ist unter anderem abzusehen: