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Nicecream: Gesund, vegan, kalorienarm? Der DIY-Eistrend im Test

Letzte Änderung:
Verfasst von Brit Weirich • Volontärin

Wie gesund ist das selbstgemachte Eis aus Banane und Pflanzenmilch? Und: Wie schmeckt es? Onmeda-Redakteurin Brit Weirich hat ein einfaches und veganes Rezept getestet.

Überblick

Endlich ist der Sommer da. Und mit ihm auch die Lust auf Eis – zumindest, was mich betrifft. Eis ist nämlich meine ganz persönliche Naschsünde und leider gar nicht gut für die Bikinifigur. Klar, dass ich hellhörig werde, als mir eine Freundin von einer kalorienarmen Alternative erzählt: Nicecream, auch "Nana Ice Cream" ("Nana" steht für "Banana") genannt.

Das angeblich so gesunde Eis auf Bananen- und Pflanzenmilchbasis liegt voll im Trend: Nach einer kurzen Instagram-Recherche springen mir haufenweise kunterbunte Bilder ins Auge. Fast eine Million #Nicecream-Hashtags, liebevoll angerichtete Schälchen, deren Inhalt tatsächlich verdächtig nach herkömmlichem Eis aussieht. Gesund, vegan, und frei von Industriezucker? Das schaue ich mir mal genauer an.

So wird's gemacht

Für das Nicecream-Grundrezept werden eigentlich nur zwei Zutaten benötigt: Eine Banane und Pflanzenmilch. 

1. Pro Portion eine große, möglichst reife Banane schälen, in Scheiben schneiden und über Nacht in die Tiefkühltruhe packen.

2. Die gefrorenen Bananenstücke zusammen mit 100 ml Pflanzenmilch pürieren. 

3. Die Nicecream kann dann – je nach Belieben – mit verschiedenen Toppings aufgepeppt werden. Dazu eignen sich wahlweise Früchte, Nüsse oder auch Schokosplitter und süße Gewürze. Fertig.

Das Ergebnis

Von der Konsistenz bin ich positiv überrascht. Die Zusammensetzung kommt zwar nicht an das herkömmliche Speiseeis heran, erinnert aber tatsächlich stark an Sorbet. Geschmacklich würde ich die Creme allerdings eher einem eiskalten Bananensmoothie zuordnen. Was mich überrascht, ist die Süße, die aus dem Foodtrend eine echte Leckerei macht.

Toll finde ich auch die einfache Zubereitung mit dem Mixer und die unzähligen Topping-Möglichkeiten: Ich liebe es, herumzuexperimentieren und habe mich nach längerem Hin und Her für Kokosraspeln, essbare Blüten und Schokodrops entschieden. Auch bei der Milch kann man variieren. Ob Mandel-, Hafer- oder Kokosmilch, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ein weiterer Pluspunkt: Nicecream ist vegan und eignet sich bestens, um überreife, matschige Bananen noch zu verwerten. Das gelbe Superfood sättigt außerdem und enthält viele Ballaststoffe, Vitamin B, C, Magnesium und eine ordentliche Portion Kalium.

Ist Nicecream wirklich gesund?

So weit, so gut. Jetzt kommt das große Aber: Wie gesund der Trend wirklich ist, darüber lässt sich streiten. Bananen haben einen vergleichsweise hohen Zuckeranteil – daher auch der süße Geschmack. Zucker geht schnell ins Blut und liefert dem Körper Energie, lässt aber gleichzeitig den Blutzuckerspiegel in die Höhe schießen. Wer das vermeiden will, kann natürlich etwas weniger reife Bananen verwenden, wodurch das Eis aber wiederum an Geschmack verliert.

Um es kurz zu machen: Nicecream enthält weniger Fett als ein normales Speiseeis, dafür aber ganz schön viel Zucker. Und Zucker bleibt nun einmal Zucker, ob es sich um Frucht- oder Industriezucker handelt. Je nachdem, welche Milch und welche Toppings verwendet werden, kommt man übrigens auch um Industriezucker nicht herum.

Alles in allem ist Nicecream auf jeden Fall eine leckere und vor allem erfrischende Alternative für den Sommer. Wenn es um den gesundheitlichen Aspekt geht, sollte man sich allerdings keine allzu großen Hoffnungen machen. Aber unter uns: Hin und wieder darf man sich doch mal ein Eis gönnen. Wer will schon den ganzen Sommer lang Eiswürfel lutschen?

Quellen

Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: www.dge.de (Abrufdatum 4.8.2020)

Zucker sparen durch Selbermachen. Online-Informationen des Bundeszentrum für Ernährung: www.bzfe.de (Stand: Juli 2020)

Weitere Informationen

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Letzte inhaltliche Prüfung: 04.08.2020
Letzte Änderung: 04.11.2020