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Alufolie & Co.: Schädlich für die Gesundheit?

Letzte Änderung:
Verfasst von Astrid Clasen • Medizinredakteurin

Alufolie ist als Küchenhelfer sehr beliebt. Gleichzeitig haben die meisten Menschen schon gehört, dass Aluminium aus Verpackungen oder Behältnissen auf Lebensmittel übergehen kann. Wir verraten Ihnen, welche Folgen das womöglich hat und wie man das Risiko gering hält.

Aluminium: Die wichtigsten Infos

Das Leichtmetall Aluminium ist in der Natur weit verbreitet: Es ist das häufigste Metall auf der Erde und das dritthäufigste Element der Erdkruste. Daraus gelangt es natürlicherweise auch ins Trinkwasser sowie in pflanzliche Lebensmittel wie Früchte und Gemüse.

Wie gelangt Aluminium in den Körper?

Der Mensch nimmt Aluminium vor allem über die natürlichen Aluminiumquellen – also Trinkwasser und viele Lebensmittel – auf. Aluminium und seine Verbindungen stecken aber auch in verschiedenen Produkten, aus denen das Element in den Körper übergehen kann. Beispiele sind:

Was passiert mit dem aufgenommenen Aluminium?

Gesunde Menschen scheiden das aufgenommene Aluminium größtenteils über die Nieren wieder aus. Das restliche Aluminium reichert sich im Laufe des Lebens im Körper an – vor allem in der Lunge und im Skelettsystem.

Ist Aluminium giftig?

Aluminium galt lange als ungefährlich. Inzwischen weiß man jedoch, dass es das Nervensystem, die Fruchtbarkeit und die Knochenentwicklung schädigen kann. Zudem stört es das Gleichgewicht von Spurenelementen wie Magnesium und Eisen im Körper.

Darüber hinaus steht Aluminium im Verdacht, an der Entstehung von Brustkrebs und Alzheimer beteiligt zu sein. Wissenschaftlich belegt ist dieser Zusammenhang bislang jedoch nicht.

Mit akuten Vergiftungserscheinungen ist bei der Aufnahme von Aluminium über die Nahrung nicht zu rechnen.

Ist Alufolie also schädlich?

Nur unter bestimmten Umständen: Kommt Alufolie in Kontakt mit stark säure- und salzhaltigen Lebensmitteln oder mit anderen Metallen, kann sich Aluminium lösen und ins Lebensmittel übergehen. Darum können beispielsweise Speisen aus unbeschichteten Aluminiumschalen viel Aluminium enthalten.

Was wird zum Verbraucherschutz getan?

In handelsüblichen Lebensmittelverpackungen und -behältnissen ist Aluminium in der Regel durch eine Kunststoffschicht vom Inhalt getrennt: Dies verhindert, dass Aluminium auf die Lebensmittel übergeht. Beispiele hierfür sind Getränkedosen und -kartons, Joghurtbecherdeckel, Tütensuppen, Kaffeeverpackungen, Kaffeekapseln oder Schalen für Fertigprodukte.

Außerdem ist die Verwendung aluminiumhaltiger Lebensmittelzusatzstoffe nach einer EU-Verordnung aus dem Jahr 2012 stark eingeschränkt. Danach darf Aluminium (E173) als Lebensmittelfarbstoff nur noch für Überzüge von Zuckerwaren zur Dekoration von Kuchen und feinen Backwaren verwendet werden. Bei Lebensmitteln in Fertigpackungen muss der Stoff als Farbstoff E173 oder als Farbstoff Aluminium im Zutatenverzeichnis angegeben sein.

Des Weiteren muss auf der Verpackung von Alufolie erklärt sein, wie man das Produkt sicher verwendet. Dieser Hinweis kann zum Beispiel lauten: "Aluminiumfolie nicht zum Abdecken von feuchten, säure- oder salzhaltigen Lebensmitteln auf Servierplatten oder Schalen aus Metall verwenden. Aluminiumfolie darf nicht mit säure- oder salzhaltigen Lebensmitteln in Kontakt kommen. Die Folie kann sich infolge von Lokalelementbildung auflösen."

Aluminiumzufuhr: Wie viel ist zu viel?

Laut europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gilt eine wöchentliche Aluminiumzufuhr von einem Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht über die Nahrung als unbedenklich.

Darum empfiehlt die EFSA, dass in einem Kilogramm eines Lebensmittels höchstens fünf Milligramm Aluminium stecken sollten. Die meisten natürlichen Lebensmittel erreichen diesen Grenzwert nicht. Mehr als fünf Milligramm Aluminium pro Kilogramm enthalten können beispielsweise:

Wie hoch ist die Aluminiumzufuhr tatsächlich?

Der unbedenkliche Aufnahmewert wird in manchen Fällen überschritten: Erwachsene nehmen jede Woche allein über Lebensmittel im Durchschnitt schätzungsweise 0,2 bis 1,5 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht auf, Kinder und Jugendliche 0,7 bis 2,3 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht.

Warum ist die Aluminiumzufuhr durch Lebensmittel teils zu hoch?

Grund ist oft ein unsachgemäßer Gebrauch von Alufolie und unbeschichteten Aluschalen. So kommen gerade bei der Verpflegung in Gemeinschaftseinrichtungen – wie Kindertagesstätten, Schulen, Betrieben, Seniorenheimen – sowie bei der Außer-Haus-Verpflegung häufig unbeschichtete Aluminium-Menüschalen zum Einsatz. Dann nehmen die Betroffenen schnell zu viel Aluminium auf.

Ein Erwachsener würde bei täglichem Verzehr von 200 Gramm sauren Lebensmitteln aus unbeschichteten Aluminiumschalen in einer Woche etwa 0,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht zusätzlich aufnehmen.

Solche zusätzlichen Aluminiumquellen sollte man vermeiden, um das gesundheitliche Risiko möglichst gering zu halten.

Tipps: So können Sie die Aluminiumzufuhr verringern

Quellen

Fragen und Antworten zu Aluminium in Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten. Online-Informationen des Bundesinstituts für Risikobewertung: www.bfr.bund.de (Stand: 13.12.2019)

Alufolie: Gefahr für die Gesundheit? Online-Informationen der Verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale.de (Stand: 10.12.2019)

Presseinformationen des Bundesinstituts für Risikobewertung: Aluminium und Lebensmittel – Knapp die Hälfte der Bevölkerung versucht, Aluminium im Alltag zu vermeiden (14.3.2018)

Bundesinstitut für Risikobewertung (Hrsg.): BfR-Verbrauchermonitor 2017 | Spezial Aluminium im Lebensmittelbereich (Stand: Dezember 2017)

Presseinformationen des Bundesinstituts für Risikobewertung: BfR-Forschung: Nachweis des Übergangs von Aluminium aus Menüschalen in Lebensmittel (29.5.2017)

Stellungnahme Nr. 007/2017 des Bundesinstituts für Risikobewertung: Unbeschichtete Aluminium-Menüschalen: Erste Forschungsergebnisse zeigen hohe Freisetzung von Aluminiumionen (29.5.2017)

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Letzte inhaltliche Prüfung: 11.05.2020
Letzte Änderung: 21.09.2020