Hautpflege bei Diabetes

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (15. Mai 2012)

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Wer Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) hat, muss meist nicht nur auf seinen Blutzuckerspiegel achten. Denn die Stoffwechselerkrankung wirkt sich auch auf viele andere Körperbereiche aus, wie zum Beispiel auf die Haut: Im Rahmen eines Diabetes stellt sich bei vielen Betroffenen eine trockene Haut ein.

Wie hängen Diabetes und trockene Haut zusammen? Der veränderte Stoffwechsel im Rahmen eines Diabetes bewirkt unter anderem, dass die Haut schlechter durchblutet und der Wasserhaushalt des Körpers und damit auch der Haut durcheinander gerät. Außerdem beeinflusst Diabetes die Schweiß- und Talgdrüsen der Haut, die als Folge nur noch vermindert arbeiten. Eine normale Funktion dieser beiden Hautdrüsen ist jedoch wichtig, denn die Sekrete beider Drüsen zusammen bilden den Säureschutzmantel der Haut.

Bei der Haut von Diabetikern ist häufig die Hautbarriere beeinträchtigt: Die oberste Hautschicht verliert ihre Fähigkeit, vor übermäßigen Feuchtigkeitsverlusten und Krankheitserregern zu schützen. Die Haut verliert dadurch leichter Feuchtigkeit und Lipide – wird also trockener – und zudem anfälliger für Pilzerkrankungen, bakterielle Infektionen oder andere Hautveränderungen.

Viele Diabetiker berichten von trockener Haut, die spannt, juckt und schuppt. Mit der richtigen Hautpflege lassen sich diese Beschwerden jedoch häufig lindern oder treten gar nicht erst auf. Deshalb ist es neben einer gut eingestellten Diabetes-Therapie wichtig, auch auf die richtige Hautpflege zu achten. Mit geeigneten Pflegeprodukten, die nicht zu fetthaltig sind, erhält die Haut die Menge an Feuchtigkeit und Lipiden, die sie braucht.

Empfehlenswert sind Cremes oder Lotionen, die Urea und Lipide (z.B. Ceramide) enthalten. Urea (Harnstoff) hilft dabei, Feuchtigkeit in der Haut zu binden. Ceramide sind Lipide, die auch natürlicherweise in der Haut vorkommen. Sie helfen dabei, die Feuchtigkeit der Haut zu bewahren und die Hautbarriere aufrecht zu erhalten.

Als Diabetiker sollten Sie bei der Hautpflege außerdem auf folgende Punkte achten:

  • Verzichten Sie beim Waschen auf zu heißes Wasser.
  • Ausgedehnte Sitz- und Duschbäder sind nicht zu empfehlen. Duschen Sie stattdessen lieber nur kurz.
  • Wählen Sie zur Reinigung am besten milde, seifenfreie Produkte.
  • Trocknen Sie sich gut ab, auch an den schwerer zugänglichen Stellen, wie z.B. den Zehenzwischenräumen.
  • Vermeiden Sie zu viele verschiedene Pflegeprodukte.
  • Achten Sie bei den Pflegeprodukten darauf, dass diese möglichst ohne Konservierungsstoffe, Duftstoffe und Farbstoffe sind.