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Coronavirus: Sieben Tipps gegen rissige Haut durch Händewaschen

Letzte Änderung:
Verfasst von Brit Weirich • Gastautorin

Handhygiene ist derzeit unverzichtbar. Regelmäßiges Händewaschen ist eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Allerdings führt das häufige Waschen und Desinfizieren bei vielen Menschen zu trockenen und rissigen Händen. Mit diesen Maßnahmen können Sie vorbeugen.

Überblick

Ohne geht es aktuell nicht: Tagtäglich kommen wir mit Gegenständen in Berührung, die womöglich verkeimt sind. Fasst man sich dann ins Gesicht, können Krankheitserreger leicht an die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen gelangen und eine Infektion verursachen. Dieser Übertragungsweg wird durch gründliches Händewaschen unterbrochen. Daher wird seit der Corona-Krise weltweit dazu aufgerufen, ganz besonders auf die Handhygiene zu achten.

So soll man sich mindestens 20 bis 30 Sekunden lang die Hände gründlich mit Seife waschen. Diese Regel gilt auch abseits von Covid-19. Aktuell ist aber besondere Vorsicht geboten und für viele ist das häufige Händewaschen schon zur Gewohnheit geworden. Einige greifen zudem auch regelmäßig zu Desinfektionsmitteln, was für zusätzliche Irritationen sorgt.

Eine solch gründliche Handhygiene greift allerdings nicht nur mögliche Keime, sondern auch die Haut selbst an. Die Hände werden rot, rissig und womöglich sogar blutig, was mitunter richtig schmerzhaft sein kann.

Warum wird die Haut beim Waschen rissig?

Beim Händewaschen wird für einige Zeit der natürliche Säureschutzmantel der Haut zerstört. Dies geschieht durch die in der Seife enthaltenen Tenside. Um diese Schutzschicht wiederherzustellen, benötigt die Haut aber einige Zeit.

Dazu kommt, dass viele Menschen in der kalten Jahreszeit sowieso zu rissiger Haut neigen. In der Kälte ziehen sich die oberflächlichen Gefäße zusammen, um einen Wärmeverlust zu verhindern. Beim Wechsel in eine warme Umgebung dehnt sich die Haut wieder.

Auch die trockene Heizungsluft, der wir im Winter oft ausgesetzt sind, trägt zu rissiger Haut bei. Das Problem: Rissige Hände machen es schädlichen Mikroorganismen leichter, in die Haut einzudringen.

Sieben Tipps gegen trockene Hände

1.   Lauwarmes Wasser verwenden

Viele neigen dazu, ihre Hände mit heißem Wasser zu waschen. Dabei ist die Annahme, heißes Wasser entferne die Keime besser, ein Irrtum. Gerade im Winter mag es zwar angenehm sein, die Hände unter besonders warmes Wasser zu halten. Dies ist aber nicht zu empfehlen, da die Haut dadurch austrocknen kann. Lauwarmes Wasser strapaziert die Haut weniger und entfernt Keime gleichermaßen gut.

2.   Vorsicht beim Abtrocknen

Um rissigen Händen vorzubeugen, sollte man beim Abtrocknen mit dem Handtuch nicht zu stark rubbeln, sondern sanft trocken tupfen. Achten Sie darauf, auch die Fingerzwischenräume gut zu trocknen. Zudem sollten elektrische Händetrockner gemieden werden. Die heiße Föhnluft trocknet die Hände nämlich zusätzlich aus.

3.   Die richtige Seife

Eine gute Hautpflege fängt bereits bei der Seife an: Verwenden Sie möglichst eine pH-neutrale Seife. Als pH-neutral gelten Werte zwischen 5,4 und 7. Je höher der pH-Wert ist, desto schneller trocknet die Haut aus. Einige Seifen enthalten zusätzlich rückfettende und feuchtigkeitsspendende Pflegestoffe wie beispielsweise Glycerin oder Urea.

4.   Regelmäßiges Eincremen

Cremen Sie Ihre Hände regelmäßig und dick ein. Am besten eignet sich dazu eine besonders fetthaltige Handcreme. Verzichten Sie möglichst auf Produkte, die Mineralöle enthalten. Cremes auf Mineralölbasis verschließen die Haut, verstopfen die Poren und verlangsamen so den natürlichen Regenerationsprozess.

Tipp: Deponieren Sie an mehreren Stellen im Haus eine Handcreme, etwa am Waschbecken, in der Küche oder auf dem Schreibtisch, damit Sie automatisch an das regelmäßige Eincremen erinnert werden.

Zusätzlich können auch verschiedene Hausmittel helfen. Oliven-, Avocado- oder Kokosöl bietet der Haut wertvolle Fettsäuren, und auch die natürlichen feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften der Aloe-vera-Pflanze können wohltuend wirken. Massieren Sie die Produkte dazu jeweils gründlich ein und lassen Sie diese 5 bis 10 Minuten einwirken.

5.   Beim Putzen Handschuhe tragen

Putz- und Spülmittel sind teilweise sehr aggressiv und greifen den natürlichen Schutzmantel der Haut an. Daher sollten Sie beim Putzen oder Spülen möglichst immer Haushaltshandschuhe tragen, um einen direkten Kontakt zu den Chemikalien zu vermeiden.

6.   Trinken

Eine weitere Ursache für trockene und rissige Haut ist ein Flüssigkeitsmangel. Gerade jetzt sollten Sie daher auf einen ausgewogenen Flüssigkeitshaushalt achten. Am besten eignet sich dazu Wasser oder ungesüßter Tee.

7.   Lüften

Trockene Luft sorgt für trockene Hände. Beugen Sie daher vor, indem Sie gerade in der Heizsaison regelmäßig Lüften. Die BZgA empfiehlt, die Fenster mehrmals täglich für einige Minuten weit zu öffnen. Auch ein Luftbefeuchter kann dabei helfen, das Raumklima zu verbessern.

Trotz strapazierter Hände gilt natürlich weiterhin: Hände waschen. Nach wie vor ist eine gründliche Handhygiene die wichtigste Maßnahme, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Quellen

Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.infektionsschutz.de (Abrufdatum: 3.4.2020)

Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de (Abrufdatum: 3.4.2020)

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 3.4.2020)

Weitere Informationen

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Letzte inhaltliche Prüfung: 03.04.2020
Letzte Änderung: 20.04.2020