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Coronavirus: Warum Zusammenhalt jetzt so wichtig ist – und was jeder dazu beitragen kann

Letzte Änderung:
Verfasst von Wiebke Posmyk • Medizinredakteurin

Das Coronavirus hält die Welt in Atem. Die Menschheit steht bereits jetzt vor einer Herausforderung, wie sie der Großteil von uns noch nicht erlebt hat. Dabei spielt keine Rolle, als wie gefährlich sich das Virus letztlich tatsächlich erweist. Die Coronakrise hält uns eines vor Augen: Wir sitzen alle im selben Boot und können die Situation nur gemeinsam meistern. Je mehr Menschen sich anschließen und Zusammenhalt zeigen, desto besser. Tragen auch Sie dazu bei!

Zeigen Sie sich solidarisch

Das Coronavirus dominiert das tägliche Leben. Die Menschen gehen mit der ungewissen Situation ganz unterschiedlich um. Manche neigen zu Hamsterkäufen und versuchen, sich mit Unmengen an Desinfektionsmitteln oder Toilettenpapier ein Stück weit zu beruhigen – oder verkaufen diese Güter gar zu horrenden Preisen weiter. Andere machen sich weder um sich noch um andere große Sorgen und halten auch keine besonderen Hygieneregeln ein. Je spektakulärer solche Verhaltensweisen sind, desto mehr springen sie ins Auge und machen in unserer medial vernetzten Welt wie ein Lauffeuer die Runde.

Etwas anderes tritt in der Berichterstattung dagegen schnell in den Hintergrund: Zur menschlichen Natur gehört auch die Fähigkeit zu Empathie, Solidarität, zum Miteinander. So erleben wir auch, wie in unserem Umfeld Zusammenhalt entsteht und Kräfte freigesetzt werden. Viele Menschen achten zum Beispiel darauf, andere nicht anzustecken. Sie sorgen sich besonders um die Älteren und Kranken, für die eine Ansteckung besonders bedrohlich werden kann. In sozialen Medien bieten sich viele Personen an, Botengänge oder Einkäufe zu erledigen. Gemeinschaften bilden sich zur Kinderbetreuung. Kurz: Man solidarisiert sich und hilft sich gegenseitig.

Dieser Zusammenhalt trägt wesentlich dazu bei, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Und das ist besonders wichtig: Wenn sehr viele Patienten gleichzeitig in den Krankenhäusern liegen, können sie nicht mehr so gut versorgt werden. Entsprechend steigt das Risiko, dass gefährdete Personen sterben.

Die Coronakrise kann uns lehren: Wer nur an sich denkt, gefährdet alle anderen und damit am Ende genauso wieder sich selbst. Wie gut wir sie werden meistern können, hängt entscheidend davon ab, inwieweit wir uns auf unsere Fähigkeit zum Miteinander besinnen.

Hier erfahren Sie, was jeder Einzelne von uns dazu beitragen kann.

1.  Achten Sie auf Hygiene

Schätzungen zufolge verläuft die Coronavirus-Infektion Covid-19 bei 8 von 10 Erkrankten mild. Für junge, ansonsten gesunde Menschen besteht also kein Grund zu besonderer Sorge. Für bestimmte Personengruppen ist das Risiko für einen schweren, mitunter lebensbedrohlichen Verlauf jedoch deutlich höher. Dazu zählen vor allem

Wer sich an ein paar einfache Hygieneregeln hält, schützt nicht nur sich, sondern auch die Risikopersonen vor einer Coronavirus-Infektion. Daher gilt unter anderem: Waschen Sie sich regelmäßig die Hände und fassen Sie sich nicht ins Gesicht.

2. Halten Sie Abstand

Ebenso wichtig wie regelmäßiges Händewaschen ist der nötige Sicherheitsabstand zu anderen Menschen. Beim Sprechen, Husten oder Niesen gelangen winzige Tröpfchen in die Umgebung, die Coronaviren enthalten können. Daher sollten Sie zu anderen mindestens 1 bis 2 Meter Abstand halten.

Dieser Sicherheitsabstand sollte nicht nur zu besonders gefährdeten Personen und möglicherweise Infizierten eingehalten werden, sondern grundsätzlich zu jedem, der nicht im eigenen Haushalt wohnt. Auf diesem Weg lässt sich verhindern, dass sich das Coronavirus weiter ausbreitet.

3. Vorräte anlegen: Ja, hamstern: Nein

Dass sich viele Menschen derzeit einen Notvorrat anlegen möchten, ist verständlich. Einen Grundstock an Lebensmitteln und anderen Gebrauchsgütern auf Lager zu haben, ist sinnvoll und empfehlenswert. Anders sieht es bei den berühmten "Hamsterkäufen“"aus: Sie sind nicht nur völlig unnötig. Sie führen auch dazu, dass Alte und Kranke möglicherweise nicht ausreichend versorgt werden.

Während es für Gesunde ein Leichtes ist, verschiedene Läden auf der Suche nach Toilettenpapier abzuklappern und mit vollen Taschen nach Hause zu gehen, ist das für alte und kranke Menschen nicht ohne weiteres möglich. Sie sind darauf angewiesen, dass es im Geschäft um die Ecke noch Toilettenpapier gibt. Mit jedem weiteren Gang in einen Laden erhöht sich ihr Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken.

Hinzu kommt: Je mehr Menschen "hamstern", desto eher führt dies zu einer Kettenreaktion. Wer ständig leere Regale vorfindet, wird sich bei der nächsten Gelegenheit den Wagen umso voller packen, aus Angst, es könne beim nächsten Mal nichts mehr da sein. Gleichzeitig suggerieren die fehlenden Waren, dass das Hamstern gerechtfertigt sein könne. Ein Hamster steckt also sozusagen den nächsten an.

4. Bieten Sie Ihre Hilfe an

Schützen Sie andere Menschen vor dem Coronavirus, indem Sie Ihre Hilfe anbieten – etwa, indem Sie für Eltern, Großeltern oder andere nahestehende Personen

Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, einmal den Blick zu weiten: Vielleicht gibt es in der Nachbarschaft oder in der näheren Umgebung Personen, die Beistand brauchen könnten? Wer aktiv werden möchte, hat viele Möglichkeiten, mit diesen Menschen in Kontakt zu treten – zum Beispiel durch einen Anruf bei Bekannten, eine Nachricht in den sozialen Medien oder einen Aushang im Supermarkt.

5. Stecken Sie andere an – mit Ihrer Solidarität!

Je mehr Menschen sich für Schwächere einsetzen, desto besser kann das Coronavirus eingedämmt werden.

Appellieren Sie daher auch an Ihre Mitmenschen, sich für die Gemeinschaft stark zu machen. Einsatz für andere zu zeigen ist nicht schwer. Manchmal hilft schon eine kleine Geste – und wenn es nur die Rolle Toilettenpapier ist, mit der man dem Nachbarn aus der Patsche hilft.