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Computertomographie (CT)

Letzte Änderung:
Nächste Aktualisierung von Dr. rer. nat. Geraldine Nagel • Medizinredakteurin

Die Computertomographie (CT) ist eine moderne Röntgenuntersuchung, die schichtweise Bilder aus dem Körperinneren liefert. Die Computertomographie zählt zu den sogenannten bildgebenden Untersuchungsverfahren, mit deren Hilfe ein genauer Blick in den Körper möglich ist, ohne ihn – wie bei einer Operation – aufschneiden zu müssen.

Allgemeines

Eine Computertomographie erfolgt im sogenannten Computertomographen, die gebräuchliche Abkürzung lautet CT. Es handelt sich um ein röhrenförmiges Gerät, in das der Patient auf einem integrierten Untersuchungstisch hineingeschoben wird.

Während der Untersuchung rotiert der Computertomograph um den Patienten herum. Auf diese Weise lassen sich präzise Bilder Schicht für Schicht aus allen Körperregionen anfertigen. Im Gegensatz hierzu bildet die klassische Röntgenuntersuchung den untersuchten Körperteil immer nur aus einer Richtung ab. Für den Patienten ist eine Computertomographie schmerzfrei.

Die Aufnahmen gibt das Aufnahmegerät an einen Computer weiter, der sie auswertet und als Bild anzeigt. In der Regel dauert die Untersuchung nur einige Minuten, abhängig von der Fragestellung und welche Organe im CT untersucht werden. Neue Programme können zusätzlich aus den einzelnen Aufnahmen ein dreidimensionales Computermodell erstellen.

Die Schichtbilder der CT-Untersuchung sind meist in Graustufen dargestellt. Sie sehen aus, als ob man den Patienten von den Füßen aus an verschiedenen Schnittstellen betrachtet. Optisch ähneln die einzelnen Bilder einer Computertomographie, denen eines Röntgenbildes.

So wie bei der konventionellen Röntgenaufnahme gibt es auch bei der Computertomographie (CT) zahlreiche Anwendungsgebiete. Eine CT lässt sich im Prinzip für alle Körperteile beziehungsweise Organe nutzen. Sie kommt zum Beispiel zum Einsatz, um Tumoren in inneren Organen wie Gehirn, Leber oder Lunge festzustellen. Auch bei der Diagnose von Schlaganfällen oder komplizierten Brüchen spielt die CT eine Rolle.

Um Organe und Blutgefäße besser darzustellen, kann der Arzt vor der Computertomographie ein jodhaltiges Kontrastmittel geben.

Der erste Computertomograph wurde in den 1960er Jahren von G. Hounsfield und A. Cormack entwickelt. 1979 erhielten sie dafür den Medizinnobelpreis). Seitdem hat man die Technik laufend verbessert. 1998 wurde die Computertomographie um die sogenannte Multidetektortechnik erweitert, die es ermöglicht, drei- anstatt zweidimensionale Schnittbilder zu produzieren. So lässt sich mittels CT der Körper aus einer beliebigen Richtung sowie in einer ausgewählten Schicht betrachten, was unter anderem die Diagnose von Herzerkrankungen vereinfacht.

Vor einer Computertomographie sollte immer die Strahlenbelastung durch die Röntgenstrahlen bedacht werden. Arzt und Patient sollten vorab abwägen, ob eine derartige Untersuchung im CT tatsächlich notwendig ist oder auch ein entsprechendes Ergebnis auch mit einer weniger strahlenbelastenden Untersuchung erlangt werden kann.

Durchführung

Bei einer Computertomographie (CT) legt sich der Patient in der Regel auf einen Untersuchungstisch. Der Tisch fährt dann in das röhrenähnliche CT-Gerät ein. Da die Computertomographie mit Röntgenstrahlung arbeitet, muss nun das radiologische Personal den Untersuchungsraum verlassen. Der Untersuchte kann aber jederzeit über eine Gegensprechanlage mit einer zuständigen Person sprechen, wenn ihm zum Beispiel während der Computertomographie unwohl wird.

Das CT-Bild entsteht – vereinfacht dargestellt – auf folgende Weise:

Senkrecht zur Körperachse des Untersuchten (Kopf-Fuß-Richtung) dreht sich eine Röntgenröhre. Diese Röhre erzeugt einen fächerförmigen Röntgenstrahl, der den Körper in der gewünschten Ebene durchstrahlt. In Abhängigkeit von Dichte, Dicke sowie der jeweiligen Beschaffenheit des Gewebes schwächt sich der Strahl mehr oder weniger stark ab.

Gegenüber der Röhre befinden sich, halbkreisförmig angeordnet, zahlreiche Detektoren, welche die auftreffende Röntgenstrahlung messen und je nach Intensität bestimmte elektrische Signale erzeugen. Die Signale gehen dann zur weiteren Verarbeitung an den angeschlossenen Computer, denn – wie der Name Computertomographie (CT) schon sagt – ist ein CT-Bild ein Querschnittsbild (Tomogramm), das mithilfe eines Computers erstellt wird.

Die CT-Röhre mit den gegenüberliegenden Detektoren dreht sich anschließend zum Beispiel 1 Grad oder 0,5 Grad weiter und sendet wieder einen Fächerstrahl aus, dessen Signal ebenfalls wie vorher dem Rechner zugeführt wird. Dies geschieht etwa 180, 360 oder auch 720mal. Der Rechner setzt die vielen einzelnen Signale zu einem Querschnittsbild zusammen. Eine Computertomographie mit Kontrastmittelgabe, zum Beispiel eine Untersuchung des Kopfs, dauert etwa 10 Minuten; die des Bauchs (Abdomen) etwa 30 Minuten.

Anwendungsgebiete

Ähnlich wie bei normalen Röntgenaufnahmen, sind auch bei der Computertomographie (CT) die Anwendungsgebiete vielfältig. Ein CT lässt sich im Prinzip für alle Körperteile beziehungsweise Organe nutzen. Besonders geeignet ist eine Computertomographie jedoch für folgende Erkrankungen:

Körperbereich Erkrankung / Verletzung
Kopf Blutungen, Schlaganfall, Schädelbasisfrakturen, Hirntumoren
Knochen komplizierte Brüche, z.B. des Beckens, der Wirbelsäule, der Gelenke, sowie Bandscheibenvorfälle, außerdem Tumoren und deren Tochtergewulste (Metastasen)
Lunge Lungenkrebs, Metastasen, Lungenentzündung
Leber Leberentzündung, Leberzysten, Leberkrebs, Lebermetastasen
Lymphknoten Metastasennachweis, Veränderungen im Rahmen der Immunreaktion
Magen, Darm Abzesse bei Morbus Crohn, größere Tumoren sowie Tumoren im Enddarmbereich, Ausbreitungsdiagnostik von Tumoren im Bereich der Speiseröhre
Gefäße akute Blutungen nach Unfällen oder Aneurysmen

Risiken und Komplikationen

Bei der Computertomographie (CT) werden Risiken und Komplikationen durch die erhöhte Strahlenbelastung normalerweise nicht als besorgniserregend angesehen. Die Belastung durch die Röntgenstrahlen ist beispielsweise bei einer Computertomographie (CT) des Brustkorbs mit 3 bis 10 Millisievert (mSv) etwa 400-mal höher als bei einer normalen Röntgenuntersuchung dieses Bereichs. Zum Vergleich: Die natürliche Strahlenbelastung auf Meereshöhe beträgt in Deutschland etwa 2 mSv pro Jahr. Trotzdem sollte jede CT-Untersuchung hinterfragt und überdacht werden.

Bei einer Computertomographie können weitere Komplikationen auftreten, wenn bei einer Untersuchung ein jodhaltiges Kontrastmittel eingesetzt wird, welches der Patient nicht verträgt. Ein Arzt sollte Unverträglichkeiten und Allergien vor der Untersuchung abklären.

Weitere Informationen

Quellen:

Prokop, M. et al.: Ganzkörper-Computertomographie. Thieme, Stuttgart 2013

Wetzke, M. et al.: BASICS Bildgebende Verfahren. Urban & Fischer, München 2012

Hosten, N., Liebig, T.: Computertomographie von Kopf und Wirbelsäule. Thieme, Stuttgart 2011

Letzte inhaltliche Prüfung: 24.01.2014
Letzte Änderung: 11.04.2018