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Yoga

Letzte Änderung:
Nächste Aktualisierung von Lydia Klöckner • Medizinredakteurin

Yoga ist eine alte philosophische Lehre und Heilkunst, die hauptsächlich Körperhaltungen und Atemübungen umfasst. Die Wurzeln des Yoga liegen in Indien und reichen mehrere tausend Jahre zurück. Nach klassischem Verständnis stellt Yoga einen spirituellen Weg dar, um sich einem geistigen oder religiösen Ziel zu nähern. Yoga betrachtet Körper und Geist ganzheitlich, der Begriff bedeutet übersetzt so viel wie "zusammenbringen" oder "zusammenbinden".

Allgemeines

Heutzutage verbinden die meisten Menschen mit Yoga vor allem den Wunsch, sich zu entspannen, Stress abzubauen und die Koordination und die Beweglichkeit des Körpers zu verbessern beziehungsweise schmerzhaften Beschwerden des Bewegungsapparates vorzubeugen. In der Medizin spielen beim Yoga insbesondere die Körperübungen (Asanas) und die Atemübungen (Pranayamas) eine wichtige Rolle. Als Entspannungstechnik angewandt soll Yoga dabei helfen, eine belastende Lebensweise wieder auszugleichen und innere Anspannung zu reduzieren. Dabei ist es wichtig, Yoga möglichst regelmäßig zu praktizieren – am besten zweimal täglich mit Ruhe.

Grundidee beim Yoga ist, dass man an sich arbeiten muss, um sich einem Ziel anzunähern. Auf dem Weg zum Ziel gibt es insgesamt acht Stufen, an denen sich der Mensch orientieren kann, zum Beispiel Selbstdisziplin, Konzentration und Meditation. In der Yoga-Lehre spricht man auch vom sogenannten "achtgliedrigen Pfad".

Egal ob Hatha-, Ashtanga-, Kundalini- oder Power-Yoga – mittlerweile gibt es viele Unterformen und Varianten von Yoga. Viele Volkshochschulen, Yogazentren, Sportvereine und andere Einrichtungen bieten Yoga sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene an. Auch Yoga für Schwangere oder Kinder ist häufig Teil des Yoga-Angebots. Für Yoga-Anfänger ist es besonders wichtig, bei den Übungen nicht über die persönliche körperliche Grenze der Belastbarkeit hinauszugehen. Im Zweifelsfall sollten Sie vorab einen Arzt befragen, bevor Sie mit den Yoga-Übungen beginnen. Generell sollte man niemals Yoga-Haltungen einnehmen, die zu Schmerzen führen.

Historisches

Die Ursprünge des Yoga liegen in Indien. Der indische Weise Patanjali erstellte vor mehr als zweitausend Jahren Merksätze über den Inhalt der Übungen. Der sogenannte achtgliedrige Pfad bildet dabei die Basis des Yoga, genauer gesagt des Raja-Yoga. Dazu gehören:

  1. Yama: das Verhalten
  2. Niyama: die Selbstdisziplin
  3. Asana: die Körperhaltung
  4. Pranayama: die Atemführung
  5. Pratyahara: die Sinnesbeherrschung
  6. Dharana: die Konzentration
  7. Dhyana: die Meditation
  8. Samadhi: Entspannung Erleuchtung und Friede

Bis heute haben sich verschiedene Yoga-Arten mit unterschiedlichen Schwerpunkten entwickelt. So gibt es zum Beispiel das Hatha-Yoga, bei dem vor allem körperliche Übungen (Asanas) im Vordergrund stehen. Das Ashtanga-Yoga ist eine Variante des Hatha-Yoga, mit anspruchsvolleren Übungen, die synchron mit der Atmung durchgeführt werden. Aus Amerika stammende Varianten wie zum Beispiel das Power-Yoga sind heute auch in Deutschland sehr verbreitet. Mit dem ursprünglichen Yoga haben diese Übungen aber nicht mehr viel gemeinsam. Weitere Yoga-Arten, wie Bhakti-Yoga, Inana-Yoga oder Karma-Yoga beschäftigen sich hauptsächlich mit spirituellen und religiösen Aspekten des Yoga.

Anwendungsgebiete

Die Anwendungsgebiete des Yoga sind heutzutage sehr unterschiedlich. Das klassische Ziel des Yoga, einen spirituellen Weg zur körperlichen und seelischen Balance zu finden, steht bei vielen Yoga-Therapien aber immer noch an erster Stelle.

Weiterhin eignen sich die Yoga-Übungen

Durchführung

Die Durchführung des Yoga kann sowohl in Gruppen als auch allein erfolgen. In der Regel sitzen die Teilnehmer hierzu auf einer rutschfesten Yoga-Matte. Eine Trainingseinheit beginnt mit Yoga-Übungen, die das Ziel haben, den Alltag zu vergessen und zur Ruhe zu kommen. Im Anschluss an diese kurze Meditation folgen verschiedene Körperhaltungen – sogenannte Asanas. Eine der bekanntesten Yoga-Übungen ist beispielsweise der Lotussitz. Aber auch der Schneidersitz (Sukhasana) kann Bestandteil einer Yoga-Übung sein. Jede der Yoga-Übungen spricht unterschiedliche Körperbereiche an und lässt sich mit Atemübungen (Pranayamas) kombinieren.

Der Übende sollte die jeweilige Haltung mehrere Minuten einnehmen. Yoga besteht nicht aus einer rein sportlichen Aneinanderreihung von Körperpositionen. Vielmehr gilt es, mit konzentriertem Geist in der jeweiligen Übung zu verweilen. Bei allen Yoga-Übungen liegt die ganze Aufmerksamkeit auf dem körperlichen Empfinden. Auch die Kontrolle über den Fluss der Atmung ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Yoga-Übung. Am Ende einer Sitzung stehen oft Yoga-Übungen zur Tiefenentspannung an.

Da jeder Mensch unterschiedlich auf Yoga-Übungen reagiert, kann der Lehrer für jeden seiner Teilnehmer eine individuelle Kombination von Übungen zusammenstellen. Dabei achtet der Yoga-Lehrer auch auf die körperlichen Möglichkeiten und Grenzen seines Schülers. Regelmäßiges Üben ist dabei sehr wichtig für eine erfolgreiche Anwendung des Yoga. Es empfiehlt sich, täglich zweimal zwanzig bis dreißig Minuten die erlernten Yoga-Übungen durchzuführen.

Wirksamkeit

Eine allgemeingültige Aussage über die Wirksamkeit von Yoga zu treffen, ist schwer, da es vielfältige Einsatzgebiete und ebenso viele unterschiedliche Formen des Yoga gibt. Das klassische Yoga ist wissenschaftlich anerkannt – viele Krankenkassen übernehmen sogar anteilig die Kosten für einen Yoga-Kurs, etwa im Rahmen eines Bonus-Programms.

Über die positive Wirkung des Yoga als unterstützende Maßnahme bei der Behandlung von Bluthochdruck, multipler Sklerose und Rückenschmerzen liegen bereits Studien vor. Bei vielen Menschen steigert Yoga das körperliche und seelische Wohlbefinden, wodurch sie Stress und Anspannungen abbauen. Dieser Effekt kann dazu beitragen, auch andere gesundheitliche Beschwerden zu lindern, beziehungsweise diesen vorzubeugen. Yoga soll einen positiven Einfluss auf folgende Beschwerden haben:

Als alleinige Behandlung von Erkrankungen ist Yoga allerdings nicht ratsam. Yoga kann jedoch in vielen Fällen eine schulmedizinische Therapie unterstützen.

Den gezielten Einsatz von Yoga, zum Beispiel um den Blutdruck aktiv zu senken, sollten Sie in jedem Fall mit Ihrem Arzt absprechen.

Weitere Informationen

Linktipps:

  • www.yoga.de Der Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V. bietet viele Informationen zum Thema Yoga. Mit einer Suchfunktion können Sie Yogalehrer in Ihrer Nähe suchen.

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Quellen:

Online-Informationen des Berufsverbandes der Yogalehrenden in Deutschland e.V.: www.yoga.de (Abruf: 27.3.2014)

Keller, S.: Das Rückenbuch, Stiftung Warentest, Berlin 2010

Feuerabendt, S.: Heilkraft Yoga. Knaur, München 2008

Gienger, Z.: Stark mit Yoga. Haug, Stuttgart 2008

Federspiel, F., Herbst, V.: Die andere Medizin. Stiftung Warentest, Berlin 2005

Letzte inhaltliche Prüfung: 27.03.2014
Letzte Änderung: 16.03.2018