Elternzeit & Elterngeld

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (21. Januar 2014)

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Die Elternzeit gibt jedem Arbeitnehmer die Gelegenheit, sich drei Jahre lang um sein Kind zu kümmern, ohne den Anschluss an den Job oder gar den Job selber zu verlieren.

Anschließend hat man Anspruch darauf, wieder an den eigenen oder einen gleichwertigen Arbeitsplatz zurückzukehren. Es ist außerdem möglich, auch während der Elternzeit bis zu 30 Wochenstunden zu arbeiten.

Die Elternzeit der Mutter beginnt in der Regel mit Ablauf der gesetzlichen Mutterschutzfrist, die Elternzeit des Vaters kann hingegen bereits mit der Geburt beginnen. Die Elternzeit endet einen Tag vor dem 3. Geburtstag des Kindes.

Jeder Elternteil hat einen eigenen Anspruch auf Elternzeit, unabhängig davon, ob und in welchem Umfang der andere Elternteil Elternzeit nimmt. Die Eltern können die Elternzeit parallel in Anspruch nehmen. Die Elternzeit kann auch für einzelne Wochen oder Monate genommen werden.

Wenn während einer laufenden Elternzeit ein weiteres Kind geboren wird, so schließt sich die Elternzeit dieses Kindes an die abgelaufene erste Elternzeit an, soweit diese nicht vorzeitig beendet wird.

Wie beantrage ich die Elternzeit?

Gar nicht! Elternzeit muss nicht beantragt sondern lediglich mitgeteilt werden. Ihr Arbeitgeber darf die Elternzeit nicht verweigern. Damit Sie die Elternzeit nutzen können, sollten Sie aber gewisse Regeln befolgen:

  • Die Elternzeit muss dem Arbeitgeber spätestens sieben Wochen vor ihrem Beginn schriftlich mitgeteilt werden.
  • Die Elternzeit sollte nicht früher als acht Wochen vor ihrem Beginn mitgeteilt werden, da der Kündigungsschutz im Rahmen des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes erst acht Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt.
  • Geben Sie bei der Anmeldung der Elternzeit möglichst genaue Daten an. Beispiel: Ein Vater, der ab der Geburt seines Kindes Elternzeit nehmen möchte, gibt als Beginn der Elternzeit "ab Geburt" an und informiert den Arbeitgeber über den voraussichtlichen Geburtstermin.
  • Geben Sie in der Anmeldung an, ob Sie beabsichtigen, während der Elternzeit zu arbeiten.
  • Lassen Sie sich die Anmeldung der Elternzeit von Ihrem Arbeitgeber schriftlich bestätigen.

Wenn Sie die Anmeldefrist von sieben Wochen nicht einhalten, bedeutet das nicht, dass Sie die Elternzeit nicht nehmen können. Der Beginn der Elternzeit verschiebt sich dann aber entsprechend nach hinten.

Achtung! Mit der schriftlichen Anmeldung der Elternzeit müssen Sie verbindlich auf zwei Jahre im Voraus angeben, für welchen Zeitraum Sie die Elternzeit nehmen möchten. Wenn Sie zunächst nur ein Jahr Elternzeit angeben, verzichten Sie damit automatisch im Folgejahr auf die Elternzeit! Für weitere Elternzeit bedarf es dann der ausdrücklichen Zustimmung Ihres Arbeitgebers.

Daher ist es sinnvoll, zunächst die ersten zwei Jahre Elternzeit einzureichen. Das dritte Jahr Elternzeit können Sie dann entweder direkt anschließend nehmen oder zu einem anderen Zeitpunkt bis zum 8. Lebensjahr Ihres Kindes (letzteres allerdings nur mit Zustimmung des Arbeitgebers).

Acht Wochen vor Beginn der Elternzeit bis zum Ende der Elternzeit gilt ein besonderer Kündigungsschutz nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz.

Elternteilzeit / Teilzeitarbeit während der Elternzeit

In der Elternzeit dürfen Sie bis zu 30 Wochenstunden arbeiten. Wenn Sie diesen Wunsch haben, sollten Sie das Ihrem Arbeitgeber bereits mit der Anmeldung der Elternzeit mitteilen. Dabei ist Folgendes wichtig:

  • Wann möchten Sie mit der Teilzeitarbeit beginnen?
  • Wie viele Wochenstunden möchten Sie arbeiten?
  • Zu welchen Zeiten möchten Sie arbeiten?

In Betrieben, die mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigen, besteht in der Regel ein Anspruch auf Elternteilzeitarbeit von 15 bis 30 Wochenstunden!

Die vereinbarte Teilzeit gilt nur für die Dauer der Elternzeit. Nach der Elternzeit besteht das Arbeitsverhältnis in der Form fort, wie es vor der Geburt des Kindes der Fall war. Die vereinbarte Teilzeit können Sie während der Elternzeit bis zu zweimal verringern.


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