Die Lunge: Lungenfell (Pleura visceralis) und Rippenfell (Pleura parietalis)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (10. August 2012)

Sowohl der rechte als auch der linke Lungenflügel sind außen vom Lungenfell (Pleura visceralis oder Pleura pulmonalis) bedeckt. Nur am Lungenhilus, wo die Gefäße und die Hauptbronchien in die Lunge eintreten, ist es unterbrochen.

Die äußere Schicht des Lungenfells nennt man Rippenfell (Pleura parietalis). Das Rippenfell kleidet den Brustkorb von innen aus. Zudem trennt das Rippenfell die Lungenflügel vom Mittelteil des Brustkorbinnenraums – dem sogenannten Mittelfell (Mediastinum). Im Mediastinum liegt das Herz. Außerdem verlaufen hier die Hauptschlagader, die Lungenvenen und -arterien, die Luftröhre (Trachea) und die Speiseröhre.

Eine grafische Darstellung des Brustkorbs. © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Anatomie der Lunge

Lungenfell und Rippenfell bezeichnet man zusammen auch als Brustfell. Die beiden Gewebsschichten des Brustfells liegen direkt aneinander. Zwischen beiden Schichten befindet sich ein Raum (der sog. Pleuraspalt), der etwas Flüssigkeit enthält, sodass die beiden Schichten frei gegeneinander verschiebbar sind, aber dennoch aneinander haften.

Beim Einatmen hebt sich durch Muskelkraft der Brustkorb, während sich das Zwerchfell senkt. Da im Pleuraspalt ein Unterdruck besteht, muss die Lunge den Bewegungen von Brustkorb und Zwerchfell folgen und weitet sich – dadurch strömt Luft in die Lunge ein. Beim Ausatmen senkt sich der Brustkorb und das Zwerchfell erschlafft; dabei wird Luft aus der Lunge herausgedrückt. Bei verstärkter Ausatmung wölbt sich das Zwerchfell zudem aktiv nach oben in Richtung Lunge, unterstützt durch die Muskeln der Bauchdecke.