Das Auge: Schutzvorrichtungen des Auges

Veröffentlicht von: Till von Bracht (23. Oktober 2015)

Das Auge ist mit verschiedenen Schutzvorrichtungen ausgestattet – sie schützen das Auge vor Bakterien, Staub, Schweiß und auch vor Regen oder Austrocknung.

Damit das Auge nicht so leicht beschädigt wird, liegt es in einer knöchernen Augenhöhle. Bei der Augenhöhle handelt es sich um eine Mulde im Gesichtsschädel, die den Augapfel umschließt.

Weitere Schutzvorrichtungen sind:

Augenhöhle (Orbita)

Insgesamt besteht die Augenhöhle aus sieben aneinandergrenzenden Schädelknochen. Den Hauptanteil der Augenhöhle bilden:

  • das Stirnbein,
  • das Keilbein,
  • das Jochbein und
  • der Oberkieferknochen.

Zwei Stellen der Augenhöhle sind besonders zerbrechlich: Der Boden der Augenhöhle und ein Teil der seitlichen Innenwand. Dies spielt vor allem bei Schlägen auf das Auge eine Rolle, weil die Augenhöhle durch heftigen Druck an diesen Stellen brechen kann.

Die Augenhöhle hat einige Öffnungen nach hinten und unten, durch die Nerven und Gefäße ziehen. So verläuft zum Beispiel der Sehnerv vom Augapfel durch die Augenhöhle bis in das Schädelinnere.

Der Augapfel selbst, also der Teil, den man umgangssprachlich als Auge bezeichnet, füllt etwa ein Fünftel der Augenhöhle aus. Der Rest wird durch Fett- und Bindegewebe, Muskeln, Nerven und Gefäße ausgefüllt.

Das Bild zeigt ein Auge in Großaufnahme. Gekennzeichnet sind die Augenbraue, das Lid und die Wimpern, die zum Schutz des Auges dienen. © iStock

Das Auge ist sehr empfindlich und muss vor allerlei Fremdkörpern geschützt werden. Zuständig dafür sind unter anderem die Augenbrauen, die Augenlider und die Wimpern.

Augenlider

Die Augenlider sind zwei bewegliche Hautfalten, die die Vorderseite des Auges bedecken und auf unterschiedliche Weise schützen. Die Augenlider des menschlichen Auges

  • schützen den Augapfel vor Druck von außen,
  • schützen vor Fremdkörpern (z.B. Staub oder Schweiß),
  • verteilen die Tränenflüssigkeit auf der Oberfläche des Augapfels,
  • schützen vor Austrocknung und
  • schirmen beim Schlafen vor Lichtreizen ab.

Die wichtigste Aufgabe der Augenlider ist es, den vorderen Teil des Augapfels zu bedecken. Die Augenlider schließen sich reflektorisch zusammen, wenn Fremdkörper in das Auge einfallen oder bei starker Blendung. Auch die Brauen und Wimpern verhindern, dass Staub und Schweiß ins Auge gelangen.

Darüber hinaus sorgen die Lider durch regelmäßigen, unwillkürlichen Lidschlag für einen gleichmäßig auf der Hornhaut verteilten Tränenfilm. An den Lidkanten sitzen Talgdrüsen, die einen Teil des Tränenfilms bilden. Diese Drüsen können sich entzünden und zu sogenannten Gersten- oder Hagelkörnern entwickeln.


Tränenapparat

Der Tränenapparat besteht aus zwei Teilen – den Tränendrüsen und den ableitenden Tränenwegen. Die Tränendrüsen produzieren die farblose und salzige Tränenflüssigkeit, die die Hornhaut des Auges

  • reinigt,
  • befeuchtet,
  • mit Nährstoffen versorgt und
  • vor Bakterien schützt.

Die außen unter dem Oberlid gelegene Tränendrüse produziert den Hauptanteil der Tränen. Etwa 1 Prozent der Tränenproduktion entfällt auf zusätzliche Tränendrüsen, die vorwiegend in der Bindehaut des Auges liegen.

Über zahlreiche Ausführungsgänge gibt die Tränendrüse ihr wässriges Sekret ab – die Wischbewegungen der Lider sorgen dafür, dass die Tränenflüssigkeit auf dem Augapfel verteilt wird. Die Tränen sammeln sich im inneren Lidwinkel, wo sie über die Tränenwege in den unteren Nasengang der Nasenhöhle abfließen.

Die ableitenden Tränenwege bestehen aus den beiden Tränenpunkten, den Tränenkanälchen, dem Tränensack sowie dem Tränen-Nasen-Gang.

Die sogenannten Tränenpünktchen (Puncti lacrimales) nehmen die gesammelten Tränen im inneren Lidwinkel auf und leiten sie durch die Tränenkanälchen (Canaliculus lacrimalis) bis in den Tränensack (Saccus lacrimalis). Am unteren Ende besitzt der Tränensack einen Tränen-Nasen-Gang (Ductus nasolacrimalis), der in der Nasenhöhle endet. Der Mensch bildet täglich etwa 2 bis 4 Milliliter Tränenflüssigkeit. Die Tränensekretion nimmt im Alter stark ab.

Eine schematische Darstellung des Tränenapparats. Der wichtigste Teil des Tränenapparates besteht aus den Tränendrüsen: Sie produzieren Tränenflüssigkeit und leiten sie über Kanäle an die Augenoberfläche.

Auch der Tränenapparat gehört zu den Schutzvorrichtungen des Auges. Die Tränenflüssigkeit schützt vor Austrocknung, schwemmt Fremdkörper wieder heraus trägt zur Ernährung der Hornhaut bei.

Bindehaut (Konjunktiva)

Die Bindehaut (Konjunktiva) ist eine durchsichtige Schleimhaut, die von der Vorderseite des Augapfels auf die Rückseite der Lider übergeht. Die Bindehaut verbindet sozusagen den Augapfel mit den Augenlidern – daher der Name "Bindehaut". Sie geht einerseits in die Lidkante über, andererseits in die Hornhaut.

Die Bindehaut stellt neben den Lidern einen zweiten Schutzwall gegen das Eindringen von Keimen und Fremdkörpern dar. Hierbei spielen vor allem die Abwehrfunktionen durch bestimmte Bakterien tötende Zellen und Körperflüssigkeiten eine Rolle.