Das Auge: Mittlere Augenhaut (Uvea)

Veröffentlicht von: Till von Bracht (23. Oktober 2015)

Die mittlere Augenhaut, auch Gefäßhaut oder Uvea genannt, versorgt das Auge mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen. Zusätzlich dunkelt sie das Augeninnere ab und sorgt dafür, dass Lichtstrahlen nur durch die Iris in das Auge eindringen können.

Zur mittleren Augenhaut des Augapfels zählen drei Abschnitte:

Alle drei Abschnitte erfüllen im Auge unterschiedliche Aufgaben.

Aderhaut (Choroidea)

Die Hauptaufgabe der Aderhaut (Choroidea) besteht darin, die anliegenden Hautschichten – vor allem die Netzhaut im Inneren des Auges – mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Sie umschließt fast den kompletten Glaskörper.

Die Aderhaut besteht vorwiegend aus Gefäßen sowie aus Fibrozyten, Melanozyten und Kollagen – sie stellt das am stärksten durchblutete Gewebe des Körpers dar. Die Pigmentierung der Aderhaut verhindert, dass störendes Streulicht von außen in das Innere des Auges gelangt.

Der Aufbau des Auges im Querschnitt. Gekennzeichnet ist die Aderhaut, der Ziliarkörper und die Iris. © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Die mittlere Augenhaut befindet sich zwischen der äußeren und der inneren Augenhaut. Sie ist vor allem dafür zuständig, das Auge mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen.

Iris (Regenbogenhaut)

Die Iris (Regenbogenhaut) befindet sich direkt vor der Linse – sie trennt die vordere von der hinteren Augenkammer.

Die wichtigste Aufgabe der Iris ist die Regulierung des Lichteinfalls im Sinne einer Blende. Die Iris besteht aus Pigmenten, Blutgefäßen und glatten Muskelzellen sowie einer kreisrunden, beweglichen Öffnung: der Pupille. Durch zwei Muskeln kann sich die Pupille verengen oder erweitern.

Die Aktivität der Irismuskeln und somit die Pupillenweite lässt sich nicht bewusst steuern – das vegetative Nervensystem ist für die Weite der Pupillen verantwortlich. Bei Dunkelheit, Stress oder Fernsicht erweitern sich die Pupillen, bei starker Helligkeit, Nahsicht oder bei Müdigkeit verengen sich die Pupillen.

Die Pigmente (Melanine) in der Iris bestimmen unsere Augenfarbe: Bei schwacher Pigmentierung erscheinen die Augen blau, bei starker braun. Allein die Konzentration des Melanins bestimmt die Augenfarbe – es gibt keine speziell blauen, grünen oder braunen Farbstoffe.

Zum Zeitpunkt der Geburt sind die Augen eines Babys noch nicht voll entwickelt – die Pigmentierung der Iris erfolgt erst im Laufe des ersten Lebensjahres, manchmal auch noch länger. Aus diesem Grund besitzen fast alle hellhäutigen Babys zum Zeitpunkt ihrer Geburt blaue oder graue Augen.


Ziliarkörper (Strahlenkörper)

Der Ziliarkörper (Strahlenkörper, Corpus ciliare) befindet sich zwischen der Aderhaut und der Iris – er besteht grob aus einem Ziliarmuskel und dem Ziliarepithel. Der Ziliarkörper erfüllt zwei Aufgaben im menschlichen Auge:

  • Zum einen produziert er das Kammerwasser der vorderen und hinteren Augenkammer,
  • zum anderen ermöglicht der Ziliarmuskel eine Formveränderung der Augenlinse.

Die äußere Schicht des Ziliarkörpers, das sogenannte Ziliarepithel, produziert das Kammerwasser und gibt es in die hintere Augenkammer ab. Von dort fließt das Kammerwasser in die vordere Augenkammer und "umspült" dabei die Linse und die Hornhaut. Die Produktionsrate beträgt etwa 2 Mikroliter pro Minute (µl/min), sodass es etwa eine Stunde dauert, bis das gesamte Volumen von Vorder- und Hinterkammer (125 µl) einmal ersetzt wird.

Das Kammerwasser erfüllt zwei Aufgaben im menschlichen Auge: Einerseits dient es dazu, den Druck im Augeninneren und somit die Augenform zu erhalten – anderseits ist das Kammerwasser dafür verantwortlich, die Hornhaut, die Linse und den Glaskörper mit Nährstoffen zu versorgen.

Der Ziliarkörper ist über Aufhängebänder, die sogenannten Zonulafasern, mit der Linse verbunden – er ist für die Verformung der Linse verantwortlich. Der Ziliarmuskel, der sich vor allem im vorderen Bereich des Ziliarkörpers befindet, kann sich zusammenziehen beziehungsweise erschlaffen und so die Krümmung der Linse verändern.

Beim Blick auf naheliegende Objekte zieht sich der Ziliarkörper zusammen. Die Zonulafasern, die eine Art Gerüst für die Linse darstellen, erschlaffen dadurch. Die Folge: Die Linse wird kugeliger und weist eine höhere Brechkraft auf.

Sobald wir in die Ferne schauen, entspannt sich der Ziliarkörper – infolgedessen spannen sich die Zonulafasern an und ziehen die Linse auseinander. Dadurch ist die Linse weniger stark gekrümmt und ermöglicht uns, weiter entfernte Dinge scharf zu sehen.