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Die weibliche Brust (Mamma)

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Zuletzt bearbeitet von Wiebke Posmyk • Medizinredakteurin

Die weibliche Brust (Fachbegriff: Mamma) gehört zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen der Frau und entwickelt sich erst in der Pubertät. Die Brust ist paarig angelegt und besteht aus der Brustdrüse (Glandula mammaria) sowie aus Binde- und Fettgewebe. Bei nichtstillenden Frauen macht das Fettgewebe etwa 80 Prozent der weiblichen Brust aus und bestimmt Form und Größe der Brust.

Allgemeines

Das äußere Erscheinungsbild der weiblichen Brust ist individuell sehr verschieden. Das liegt vor allem an Unterschieden im Fettgewebsanteil, aber auch am Alter der Frau: Das Bindegewebe der weiblichen Brust verliert mit zunehmendem Alter der Frau an Festigkeit.

Ab Beginn der Pubertät ist die weibliche Brust immer wieder hormonellen Schwankungen unterworfen, wie etwa durch:

Diese hormonellen Veränderungen können die weibliche Brust in den verschiedenen Lebensphasen einer Frau in Form und Größe beeinflussen. Auch durch eine Gewichtszunahme kann sich die Brust vergrößern – in diesem Fall steigt vor allem der Anteil an Fettgewebe. Andererseits sinkt bei einer Gewichtsabnahme der Anteil an Fettgewebe und die Brust wird kleiner.

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Die Milchgänge im Inneren der Brust laufen strahlenförmig auf die Brustwarze zu.

Die weibliche Brust befindet sich etwa in Höhe der dritten bis siebten Rippe und liegt auf dem Brustmuskel auf. Die Brustdrüse der weiblichen Brust besteht aus circa 10 bis 20 Einzeldrüsen. Jede Einzeldrüse besitzt einen Hauptausführungsgang, den sogenannten Hauptmilchgang (Ductus lactifer colligens), der in der Brustwarze (fachsprachlich Mamille oder Papilla mammaria) mündet. Kurz vor der Mündung erweitert sich jeder Milchgang zu einem kleinen "Milchsack" (Sinus lactifer) auf. Er dient in der Stillzeit als Milchreservoir. Die Einzeldrüsen teilen sich in der Brust von der Brustwarze aus gesehen in baumartige Verzweigungen auf, die durch Fett- und Bindegewebe (Stroma) voneinander getrennt sind: Diese Abschnitte bezeichnen Mediziner als Lappen (Lobi). Jeder Lappen wiederum ist in mehrere, traubenförmig erscheinende Drüsenläppchen (Lobuli) untergliedert, in deren Endstücken (Alveolen) während der Stillzeit die Milch gebildet wird.

Schaut man von vorne auf die weibliche Brust, laufen die Milchgänge im Inneren der Brust strahlenförmig auf die Brustwarze zu. Die Brustwarze ist vom Warzenhof (Areola mammae) umgeben, der von Frau zu Frau unterschiedlich groß und auch unterschiedlich stark pigmentiert ist. Diese Pigmentierung kann während einer Schwangerschaft zunehmen.

Im Warzenhof liegen viele Schweißdrüsen, Talgdrüsen sowie kleine Härchen. Hier finden sich auch Muskulatur und Nerven – letztere bewirken bei  einer entsprechenden Reizung, dass die Muskeln sich zusammenziehen und sich die Brustwarze aufrichtet. Zu solchen Reizen zählen zum Beispiel sexuelle Erregung, Berührung oder Kälte sowie in der Stillzeit das Saugen des Babys – hier genügt manchmal bereits der Gedanke ans Stillen. Die kleinen, ringförmig angeordneten Knötchen im Warzenhof nennen Mediziner Montgomery-Drüsen (auch: Tubercula areolae, Glandulae areolares) – sie befeuchten zum einen den Warzenhof, zum anderen erleichtert ihr Sekret dem Säugling das Trinken an der Brustwarze, indem es die Verbindung zwischen Lippen und Brustwarze "luftdicht" abschließt.

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Die Muttermilch ist optimal auf die Bedürfnisse Ihres Kindes abgestimmt.

Während der Stillzeit (und oft auch schon in der Schwangerschaft) produzieren die Brustdrüsen Milch (Muttermilch) für das Neugeborene. Die Muttermilch ist optimal auf die Bedürfnisse des Säuglings abgestimmt und enthält alle Nährstoffe, die er zum Leben braucht. Mit der Muttermilch erhält das Neugeborene außerdem Antikörper. Da sich das Immunsystem eines Neugeborenen erst ausbilden muss, erhält der Säugling so einen gewissen Immunschutz, bis sein Körper selbstständig Immunzellen bildet.

Entwicklung der Brust

In den ersten Wochen nach der Geburt ist sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen oft eine leichte Schwellung der Brustdrüsen zu bemerken. Diese entsteht durch weibliche Sexualhormone, die während der Schwangerschaft vom Blutkreislauf der Mutter über die Plazenta in den Blutkreislauf des Kindes übergegangen sind. Durch diesen hormonellen Einfluss sind die Milchgänge in der Brust des Kindes erweitert. Bei einigen Neugeborenen gibt die Brustdrüse auch ein milchiges Sekret ab – die sogenannte Hexenmilch.

Da nach der Geburt die Konzentration der mütterlichen Hormone im Körper des Neugeborenen wieder abnimmt, bildet sich die Brustschwellung in den nächsten Wochen zurück. Eine Hexenmilch-Produktion ist auch bei Jungen unter dem Einfluss der mütterlichen Hormone möglich, da sowohl beim weiblichen als auch beim männlichen Embryo Brustdrüsen angelegt sind. Später sind diese beim erwachsenen Mann jedoch weder funktionsfähig noch voll ausgebildet: Zwar sind auch in der männlichen Brust verzweigte Milchgänge vorhanden, diese erreichen aber die Brustwarze in der Regel nicht.

Die Brust in der Pubertät

Mit Beginn der Pubertät verändert sich bei Mädchen der Hormonspiegel im Blut: Es werden vermehrt weibliche Sexualhormone ausgeschüttet, die zu verschiedenen Veränderungen führen. Eine davon ist die Entwicklung der weiblichen Brust (Mamma).

Die weibliche Brust gehört zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen. Die Entwicklung der Brust ist meist das erste Anzeichen dafür, dass bei einem Mädchen die Pubertät einsetzt und es beginnt, geschlechtsreif zu werden. Zu diesem Zeitpunkt sind die meisten Mädchen etwa zwischen neun und zwölf Jahre alt. Die erste Knospung der weiblichen Brust in diesem Alter bezeichnet man fachsprachlich auch als Thelarche. Im Laufe der Pubertät nimmt das Drüsengewebe durch den Einfluss von Hormonen zu und die weibliche Brust vergrößert sich um das bis zu 20-Fache.

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Kurz vor Beginn der Regelblutung nehmen viele Frauen eine Veränderung ihrer Brüste wahr.

Bei der geschlechtsreifen Frau unterliegt die Brust zudem hormonellen Veränderungen im Rahmen des Menstruationszyklus, die sich bei einigen Frauen spürbar auf Größe und Form der Brust auswirken können. Vor Beginn der Regelblutung ist die weibliche Brust häufig leicht geschwollen und schmerzt unter Umständen. Solche Veränderungen im Rahmen des Zyklus sind normal und unbedenklich.

Die Brust in der Schwangerschaft

Die weibliche Brust verändert sich auch in der Schwangerschaft durch hormonelle Einflüsse. Die Brustdrüse bereitet sich auf das bevorstehende Stillen und die dafür nötige Milchproduktion vor. Bei vielen Frauen vergrößert sich die Brust (oft schon früh) in der Schwangerschaft deutlich, was sich häufig dadurch bemerkbar macht, dass die Brust spannt und empfindlicher ist. Bei einigen Frauen beginnt die Brust auch schon früh in der Schwangerschaft damit, die sogenannte Vormilch zu bilden. Daher kann schon vor der Geburt des Babys etwas Flüssigkeit aus der Brust austreten.

Die Brust in der Stillzeit

Auch während der Stillzeit verändert sich die weibliche Brust. Hormone, die der Körper der Frau als Reaktion auf das Saugen des Kindes an der Brustwarze ausschüttet, fördern die Milchproduktion der mütterlichen Brust, wodurch oft auch der Brustumfang zunimmt. Außerdem kann sich die mit Milch gefüllte Brust hart und heiß anfühlen – nach dem Stillen sollte sie aber weich sein und auch die Temperatur nachlassen. Ist das nicht der Fall, sollten Sie das vom Arzt überprüfen lassen.

Die Brust in den Wechseljahren

In den Wechseljahren beziehungsweise nach der Menopause, also der letzten Regelblutung, stellt der Körper der Frau die Produktion von weiblichen Sexualhormonen nach und nach ein. Als Folge davon bildet sich das Drüsengewebe zurück – die Brust wird kleiner und hängt.

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2015)

Faller, A. et al.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2008

Schiebler, T. H. et al.: Anatomie. Steinkopff-Verlag, Heidelberg 2007

Drake, R. L. et al.: Gray's Anatomie für Studenten. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2007

Moll, K.-J. et al.: Anatomie. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2005

Benninghoff/Drenckhahn: Anatomie Band 2. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2004

Baumhoer, D. et al.: Histologie. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2003

Letzte inhaltliche Prüfung: 07.07.2015
Letzte Änderung: 02.04.2019