Kopfschmerzen (Cephalgie): Was sind die Ursachen?

Veröffentlicht von Sandra von dem Hagen

Etwa sieben von zehn Deutschen haben hin und wieder plötzliche, kurzfristige oder andauernde Kopfschmerzen an Stirn, Schläfen oder Hinterkopf. Häufig treten die auch Cephalgie genannten Kopfschmerzen mit Übelkeit oder Schwindel auf.

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Inhaltsverzeichnis

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Was sind Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen sind Schmerzen, die einseitig (links oder rechts) sowie beidseitig überall am Kopf auftreten können, also

Kopfschmerzen können ...

Kopfschmerzarten

Es sind mehr als 250 verschieden Arten und Auslöser für Kopfschmerzen bekannt. Die häufigsten Cephalgien sind:

Unterschiede zwischen den Kopfschmerzarten

Migräne Cluster-Kopfschmerz Spannungskopfschmerz medikamenteninduzierter Kopfschmerz
Einseitig oder beidseitig?
einseitig links oder rechts einseitig meist beidseitig meist beidseitig
In welchem Kopfbereich?
Schläfe, Stirn oder hinter den Augen hinter einem Auge oder nahe der Nasenwurzel Schläfe, selten Stirn oder Hinterkopf Schläfe, Stirn, Hinterkopf, Nacken
Welche Begleiterscheinungen gibt es?
Übelkeit/Erbrechen, evtl. verspannter Nacken Tränenfluss, gerötete Bindehaut, laufende Nase, Schwitzen im Gesicht selten leichte Übelkeit, Lärm- und Lichtüberempfindlichkeit, evtl. verspannter Nacken leichte Übelkeit und Lichtüberempfindlichkeit
Werden die Schmerzen bei Anstrengung stärker?
ja nein nein ähnlich dem zugrundeliegenden Kopfschmerz
Wie äußern sich die Kopfschmerzen?
pulsierend schneidend, bohrend drückend, ziehend bohrend, stechend

Kopfschmerzen bei Kindern

Nicht nur Erwachsene, auch Kinder bekommen Kopfschmerzen. Schon im Vorschulalter hat etwa jedes fünfte Kind gelegentlich Kopfschmerzen. Am Ende der Grundschulzeit haben acht von zehn Kindern schon einmal Kopfschmerzen gehabt. Somit sind Kopfschmerzen bei Kindern häufig, treten aber meistens nicht chronisch (also an mehr als 15 Tagen im Monat) auf.

Etwa bei der Hälfte der Kinder mit regelmäßigen Kopfschmerzen gehen die Beschwerden im Erwachsenenalter zurück. Allerdings ist es wichtig, Kopfschmerzen bei Kindern angemessen zu behandeln, denn ohne eine entsprechende Therapie können die Kopfschmerzen chronisch werden.

Kopfschmerzen (Cephalgie): Was sind die Ursachen?

Insgesamt sind über 250 Arten und Auslöser von Kopfschmerzen bekannt. Am häufigsten sind dabei Spannungskopfschmerzen und Migräne, die mit dem Cluster-Kopfschmerz zu den primären Kopfschmerzen zählen. So bezeichnet man Kopfschmerzen, die nicht als Folge anderer gesundheitlicher Probleme auftreten sondern als eigene Krankheit gelten.

Ursachen für primäre Kopfschmerzen sind beispielsweise:

Sekundäre Kopfschmerzen kommen als Begleiterscheinung oder Folge einer Erkrankung vor, wie zum Beispiel:

Kopfschmerzen behandeln: Was hilft?

Nicht immer ist es nötig, eine Cephalgie zu behandeln. Die meisten Kopfschmerzen verschwinden nach kurzer Zeit von selbst. Insbesondere wenn sie durch vorübergehende Überanstrengung, Schlafmangel oder Alkoholkonsum bedingt sind oder zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung auftreten, klingen sie meist ohne Behandlung wieder ab.

Wird doch eine Therapie nötig, richtet sich diese nach der Ursache der Kopfschmerzen. Bei Migräne beispielsweise treten die Kopfschmerzen attackenweise immer wieder auf, was oft eine langfristige Therapie erfordert. Entstehen Kopfschmerzen im Rahmen einer ernsten Erkrankung wie einem Hirntumor, so muss diese behandelt werden. 

Achtung bei der Selbstmedikation
Kopfschmerztabletten mit Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen sowie Kombinationspräparate (z.B. Acetylsalicylsäure + Paracetamol + Coffein ) sind einfach zu erhalten und helfen meist schnell – sie sollten aber mit Bedacht angewendet werden:

Andernfalls kann es passieren, dass Sie die Kopfschmerzen verschlimmern (medikamenteninduzierter Kopfschmerz).

Bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft gilt die gleiche Regel wie für alle Medikamente in der Schwangerschaft: Fragen Sie auch bei frei verkäuflichen Medikamenten vor der Einnahme immer beim Arzt oder Apotheker nach! Auch für die Stillzeit gelten spezielle Regeln, da sich viele Wirkstoffe über die Muttermilch auch auf das Baby auswirken.

Wer auf Medikamente verzichten möchte, kann auf andere Behandlungsmöglichkeiten zurückgreifen:

Nicht alle dieser Verfahren finden sich im Leistungskatalog der Krankenkassen und nicht für alle ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass sie gegen Kopfschmerzen helfen. Sie können aber helfen, den Kopf-, Nacken- und Schulterbereich zu entspannen und das Stresslevel senken. Welches Behandlung für Sie infrage kommt, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt.

„Früher hatte ich oft Kopfschmerzen, weil ich im Alltag zu wenig getrunken habe. Seitdem ich ausreichend Wasser trinke, sind sie seltener geworden.“
Redakteurin Dr. Geraldine Nagel

Darüber hinaus können Sie mit einigen Verhaltensweisen die Kopfschmerzen lindern oder ihnen vorbeugen:

Hausmittel gegen Kopfschmerzen

Handelt es sich bei den Kopfschmerzen nicht um die Folge einer ernstzunehmenden Erkrankung, können Hausmittel die Beschwerden lindern. Bekannte Hausmittel gegen Kopfschmerzen sind zum Beispiel:

Hausmittel können bei Kopfschmerzen vor allem entspannend und belebend wirken. Insbesondere bei Kindern sollten sie aber mit Vorsicht angewendet werden. Bei empfindlicher Haut können verschiedene Hausmittel – insbesondere Pfefferminzöl und Meerrettich – Hautreizungen hervorrufen.

Kopfschmerzen (Cephalgie): Diagnose

Es kann Dauern, bei Kopfschmerzen eine genaue Diagnose zu stellen, da eine Cephalgie viele Ursachen haben kann. Die verschiedenen Formen von Kopfschmerzen gehen mit jeweils typischen Beschwerden und Begleiterscheinungen einher – daher ist es besonders bei

ratsam, einen Arzt aufzusuchen und die Ursachen abklären zu lassen.

Migräne-Test

Handelt es sich bei Ihren Kopfschmerzen um Migräne?

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Fragen zu den Kopfschmerzen

Um die Kopfschmerzen richtig einordnen zu können, wird der Arzt Ihnen vermutlich einige oder alle der folgenden Fragen stellen:

Bei chronischen Kopfschmerzen ist es für die Diagnose hilfreich, ein  Kopfschmerztagebuch (PDF-Datei, ca. 600 KB) zu führen. Darin dokumentieren Sie die Schmerzattacken, ihre Dauer und die begleitenden Umstände (z.B. Medikamente, Stresssituationen). So können Sie die genannten Fragen einfacher beantworten und der Arzt erhält einen genaueren Überblick.

Untersuchungen bei Kopfschmerzen

In den meisten Fällen ist eine genauere Untersuchung bei Kopfschmerzen nicht nötig – die Befragung reicht gewöhnlich aus. Je nach Ursache können bestimmte Untersuchungen aber helfen, die Diagnose einzugrenzen:

Bei der körperlichen Untersuchung achtet der Arzt neben dem allgemeinen Gesundheitszustand besonders auf  Auffälligkeiten, die auf Störungen des Nervensystems hinweisen (neurologische Auffälligkeiten). So können Schwierigkeiten bei bestimmten Sinneswahrnehmungen oder Bewegungen Hinweise auf eine Störung der Hirnnerven oder einen möglichen Schlaganfall (Apoplex) geben. Bei akuten und starken Kopfschmerzen achtet der Arzt auch auf Anzeichen einer Hirnhautentzündung (Meningitis).

Je nachdem, welche Ursache Ihr Arzt hinter den Kopfschmerzen vermutet, können außerdem weiterführende neurologische und andere fachärztliche Untersuchungen (etwa durch einen Augenarzt, Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Orthopäden oder Zahnarzt) sinnvoll sein.

Abhängig von der Kopfschmerzart können weitere Untersuchungen nötig sein, beispielsweise:

Kopfschmerzen (Cephalgie): Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Buchtipps:

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 14.6.2018)

Online-Informationen International Headache Society (IHS): IHS Classification ICHD-II. www.ihs-classification.org (Abrufdatum: 14.6.2018)

Online-Informationen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): www.dmkg.de (Abrufdatum: 14.6.2018)

Evers, S.: Medikamentöse Therapie idiopathischer Kopfschmerzen im Kindes- und Jugendalter. Nervenheilkunde. Heft 34, S. 611–619 (2015)

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Therapie des episodischen und chronischen Kopfschmerzes vom Spannungstyp und anderer chronischer täglicher Kopfschmerzen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/077 (Stand: 28.10.2014)

Braun, J., Dormann, A.J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013

Haag, G., et al.: Selbstmedikation bei Migräne und beim Kopfschmerz vom Spannungstyp. Therapieempfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Nervenheilkunde, Heft 6, S. 382-397 (2009)

Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): Behandlung der Migräne und idiopathischer Kopfschmerzsyndrome in der Schwangerschaft und Stillzeit. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 062/005 (Stand: März 2009)

Glaser, H.: Alte und neue Hausmittel zur äußeren Anwendung. Gesundheitspflege initiativ, Esslinger 2008

Keidel, M.: Kopfschmerz-Management in der Praxis. Thieme, Stuttgart 2006

Robert Koch-Institut: Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 7: Chronische Schmerzen. Berlin 2002

Aktualisiert am: 14. Juni 2018

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