Schmerzen im Bein (Beinschmerzen)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

iStock
Anzeige

Bei Schmerzen im Bein steckt manchmal nur ein Muskelkater oder eine Überlastung (etwa durch Sport) dahinter. Beinschmerzen können aber auch als Folge von Verletzungen, Durchblutungsstörungen, Gelenkerkrankungen oder neurologischen Problemen entstehen.

Was sind Beinschmerzen?

Als Beinschmerzen bezeichnet man schmerzhafte Empfindungen, die ein- oder beidseitig in den Beinen auftreten. Schmerzen im Bein können unterschiedliche Ursachen haben.

Im Bein verlaufen zahlreiche Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven und Blutgefäße, die schmerzen können – vor allem bei Verletzungen. Häufige Auslöser von Beinschmerzen sind zum Beispiel:

Schmerzen im Bein können sich bei Belastung (z.B. beim Auftreten oder Treppensteigen) oder auch in Ruhe bemerkbar machen. Abhängig von der Ursache äußern sich Beinschmerzen möglicherweise durch plötzlich einsetzende stechende Schmerzen (z.B. bei einem Achillessehnenriss) oder ziehende Schmerzen (z.B. bei einer Beinvenenthrombose) oder gehen mit einer Schwellung einher (z.B. bei einem Muskelfaserriss). In manchen Fällen – wie bei einer Kniegelenksentzündung – fühlt sich der schmerzhaft geschwollene Bereich außerdem ungewöhnlich warm an. Oft schränken Schwellungen und Schmerzen im Bein die Beweglichkeit ein. Sind Nerven und Muskeln geschädigt, können zusätzlich zu den Schmerzen Empfindungsstörungen wie Taubheit, Kribbeln oder Lähmungen auftreten.

In vielen Fällen dauern Beinschmerzen nicht sehr lange an und verschwinden von selbst, zum Beispiel wenn ein Muskelkater oder andere kurzzeitige Überlastungen die Ursache sind. Halten Beinschmerzen allerdings länger an, sind sehr stark oder liegt nach einem Unfall eine Verletzung vor, ist es ratsam, zeitnah einen Arzt aufzusuchen.

© iStock
Wenn Schmerzen in den Beinen länger anhalten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Schmerzen im Bein (Beinschmerzen): Was sind die Ursachen?

Beinschmerzen können viele Ursachen haben. Es kann sich dabei um Erkrankungen oder Verletzungen der Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven oder Blutgefäße handeln.

Mögliche Ursachen von Schmerzen im Bein sind zum Beispiel:

Nicht immer ist die Ursache von Beinschmerzen tatsächlich im Bein zu finden. Schmerzen bei einer Erkrankung des Hüftgelenks können beispielsweise in die Knie ausstrahlen. Auch ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule macht sich oft nicht nur im Rücken bemerkbar, sondern kann auch das Bein betreffen. Ebenso können Muskelverspannungen im Gesäßbereich zu Schmerzen im Bein führen.

Beinschmerzen (Schmerzen im Bein): Diagnose

Bei Schmerzen im Bein ist nicht immer eine ärztliche Untersuchung notwendig. Denn häufig handelt es sich um harmlose Ursachen wie einen Muskelkater. Dann verschwinden die Beschwerden nach wenigen Tagen von allein. Wenn die Beinschmerzen allerdings,

sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, damit dieser eine genaue Diagnose stellen kann.

Der Arzt muss zunächst wissen,

Wichtig ist auch, seit wann der Schmerz besteht, ob Sie Ihr Bein eventuell ungünstig belastet haben oder ob ein Unfall die Ursache für die Beinschmerzen sein könnte.

Sofern Vorerkrankungen bestehen, sollten Sie diese im Arztgespräch auf jeden Fall erwähnen, etwa:

Der Arzt untersucht Ihr Bein gründlich und führt verschiedene Bewegungstests durch, um herauszufinden, was die Beinschmerzen verursacht. Dabei achtet er auf Gelenkschwellungen oder einen möglichen Gelenkerguss und prüft, ob die Beweglichkeit des Beins eingeschränkt ist. Außerdem untersucht der Arzt beispielsweise, ob Krampfadern zu sehen sind, ob Muskeln verkürzt sind und ob der Puls am Bein und am Fuß fühlbar ist.

© iStock
Bewegungstests können bei der Diagnose von Beinschmerzen helfen.

Je nach vermuteter Ursache der Beinschmerzen sind möglicherweise weitere Untersuchungen notwendig, etwa:

Beinschmerzen (Schmerzen im Bein): Therapie

Nicht jede Art von Beinschmerzen bedarf einer Therapie. Muskelkater und andere Formen von Beinschmerzen, die nach kurzzeitiger Überlastung (z.B. durch Sport) aufgetreten sind, verschwinden oft von selbst. Bei länger anhaltenden oder starken Beschwerden sollte ein Arzt die genaue Ursache ermitteln – denn nach der Ursache richtet sich auch die Form der Behandlung.

Unter Umständen sind Bandagen oder Salbenverbände sinnvoll, beispielsweise bei Kniegelenkbeschwerden. Bei Durchblutungsstörungen sind meist Allgemeinmaßnahmen wie eine Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung die beste Therapie. Gegebenenfalls sind auch Medikamente mit durchblutungsfördernden beziehungsweise blutverdünnenden Wirkstoffen, in einigen Fällen auch operative Eingriffe notwendig.

Die Behandlung von Krampfadern reicht von allgemeinen Maßnahmen über Venenmittel und Kompressionsstrümpfe bis hin zur Verödung oder operativen Entfernung. Knochenbrüche (z.B. Schienbeinbruch, Oberschenkelhalsbruch) kann der Arzt, je nach Fraktur, konservativ (z.B. nur mit einem Gips oder einer Schiene) oder operativ behandeln. Bei Gelenkschäden ist oftmals eine Behandlung während einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) möglich.

Linderung verschaffen bei Beinschmerzen häufig entzündungshemmenden Schmerzmittel (wie AcetylsalicylsäureDiclofenac, Ibuprofen) – vorwiegend als Tabletten oder Salben. Bei starken Gelenkbeschwerden können Gelenkspülungen und -spritzen helfen, die Kortison oder örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) enthalten.

Unterstützend können bei Beinschmerzen weitere Maßnahmen sinnvoll sein, zum Beispiel:

Ob Sie das schmerzende Bein eher schonen oder bewegen, wärmen oder kühlen sollten, hängt von der jeweiligen Ursache Ihrer Beinschmerzen ab. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Arzt beraten.

Schmerzen im Bein (Beinschmerzen): Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Kribbeln: Was steckt dahinter? 
Sensibilitäts­störungen: Was bedeuten sie? 
Restless-Legs-Syndrom: Infos zur Krankheit

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 22.12.2017)

Largiadèr, F., et al.: Checkliste Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2016

Niethard, F. U., et al.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014

Breusch, S., et al.: Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013

Krämer, J., Grifka, J.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Springer, Berlin 2011

Nürnberger, H., et al.: Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer, München 2010

Wieden, T., Sittig, H.-B.: Leitfaden Schmerztherapie. Urban und Fischer, München 2005

Aktualisiert am: 22. Dezember 2017

Anzeige