Schwangerschaftsübelkeit

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen

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Die meisten Schwangeren haben in der Frühschwangerschaft mit Schwangerschaftsübelkeit (umgangssprachlich: Morgenübelkeit) zu tun, nicht selten gefolgt von Erbrechen (Emesis gravidarum). Selten leiden Schwangere über die gesamte Schwangerschaft an Übelkeit und Erbrechen, noch seltener in einem Ausmaß, dass behandelt werden muss.

Die Übelkeit in der Schwangerschaft wird oft (fälschlicherweise) als Morgenübelkeit bezeichnet. Zwar ist vielen Schwangeren besonders morgens übel – die Schwangerschaftsübelkeit kann sich aber über den gesamten Tag erstrecken.

In einigen Fällen kann die Übelkeit zum Erbrechen führen (Schwangerschaftserbrechen, Emesis gravidarum).

Was ist Schwangerschaftsübelkeit?

Die typische Übelkeit in der Schwangerschaft

Dabei fühlen sich die meisten Schwangeren nicht krank. Ihnen ist nur zu festen Zeiten, die sich (fast) täglich wiederholen, übel.


Nur selten haben Frauen während der gesamten Schwangerschaft mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen oder leiden unter besonders schwerer, anhaltender Übelkeit mit Erbrechen. Solche Fälle können Ausmaße annehmen, die behandelt werden müssen (übermäßiges Schwangerschaftserbrechen, Hyperemesis gravidarum). Die Schwangere muss dann über die Zeit, die die außerordentliche Übelkeit anhält, im Krankenhaus stationär aufgenommen und wenn nötig über einen Tropf mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt werden.

Besonders wenn Übelkeit und Erbrechen im letzten Schwangerschaftsdrittel auftauchen, muss die Ursache abgeklärt werden, um eine Gestose ausschließen oder möglichst schnell behandeln zu können.

Woher kommt die "Morgenübelkeit"?

Gerade in der Frühschwangerschaft, also im ersten Trimester, kommt es zu großen Schwankungen im Hormonspiegel der werdenden Mutter.

Besonders die Konzentration des Hormons HCG (humanes Choriongonadotropin)

HCG beeinflusst unter anderem den Verdauungstrakt sowie den Geruchs- und Geschmackssinn.

In dieser Zeit kann es darum zu Übelkeit und Erbrechen kommen, der typischen "Morgenübelkeit" – die allerdings ihren Namen nicht verdient hat, da sie über den gesamten Tag auftreten kann. Dass viele Schwangere besonders morgens mit Übelkeit zu kämpfen haben, kann daran liegen, dass der Magen nach der Nacht leer und der Blutzuckerspiegel daher besonders niedrig ist. Gemeinsam mit den Hormonschwankungen der ersten Schwangerschaftsmonate kann das zu morgendlicher Schwangerschaftsübelkeit führen.

Möglicherweise können auch

eine Schwangerschaftsübelkeit auslösen oder verstärken.

In der Frühschwangerschaft sind Übelkeit und gelegentliches Erbrechen meist unbedenklich. Auch wenn sie mit einem leichten Gewichtsverlust verbunden sind.

Wenn die Übelkeit zu anderen Tageszeiten auftritt, können auch hierfür Hormonschwankungen verantwortlich sein. Die Schwangerschaftsübelkeit kann durch Stress und Überlastung verstärkt oder auch erst ausgelöst werden. Auch Blutzuckerschwankungen über den Tag können eine Übelkeit in der Schwangerschaft begünstigen, ebenso wie ein Vitamin-B- oder Zinkmangel. Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft ist daher besonders wichtig.

Außerdem können bestimmte Gerüche, aber auch der Verzehr bestimmter Lebensmittel, die bisher kein Problem darstellten, die Übelkeit plötzlich auslösen.

Häufige Auslöser sind

Schon der Gedanke daran löst in einigen Fällen Übelkeit aus.

Meist um die 16. SSW, spätestens aber bis zur 20. SSW legt sich die normale Schwangerschaftsübelkeit.

Frauen, die Zwillinge erwarten, haben oft mit stärkerer Schwangerschaftsübelkeit zu tun als Frauen, die nur ein Kind bekommen.

Was tun gegen Übelkeit in der Schwangerschaft?

Die typische Übelkeit in der Schwangerschaft sowie damit einhergendes Erbrechen (Emesis gravidarum) müssen nicht mit Medikamenten behandelt werden. Ist der Zustand aber zu belastend, gibt es in Absprache mit dem Frauenarzt Medikamente, die auch für das Baby unbedenklich sind.

Das können Sie selbst tun, um die Übelkeit in den ersten Schwangerschaftsmonaten in den Griff zu bekommen oder ihr in gewissem Rahmen vorzubeugen:

Aromaöle sind plazentagängig, sie können also auf das ungeborene Kind übertragen werden. Verwenden Sie Duftöle daher nur in Maßen und am besten unter professioneller Anleitung.

Übermäßiges Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis gravidarum)

Meistens verläuft die Schwangerschaftsübelkeit harmlos, belastet die Schwangere nicht übermäßig und klingt spätestens zur 16. Schwangerschaftswoche ab.

Wenden Sie sich aber an Ihren Frauenarzt, wenn

Übermäßiges Erbrechen in der Schwangerschaft (sog. Hyperemesis gravidarum) muss medikamentös behandelt werden.

In der Regel wird die Schwangere in einem solchen Fall im Krankenhaus stationär aufgenommen, bis die Phase der extremen Übelkeit und des Erbrechens vorbei ist.

Im Krankenhaus ...

Sind psychosomatische Probleme Ursache für die Übelkeit und das Erbrechen in der Schwangerschaft, kann eine begleitende Psychotherapie hilfreich sein.

Wird übermäßiges Erbrechen in der Schwangerschaft nicht behandelt, verliert der Körper immer mehr Flüssigkeit, Elektrolyte und Nährstoffe. Das führt mit der Zeit zu einem Mangel an

Das wiederum verstärkt die Übelkeit, es bildet sich ein Teufelskreis, der weder Mutter noch Kind gut tut.

Schwangerschaftsübelkeit: Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Nutzen Sie das Forum Schwangerschaft und Geburt als Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen und Erfahrungen zu sammeln.

Linktipps:

Arbeitsgemeinschaft Gestose-Betroffene e.V.
Gelderner Str. 39
47661 Issum
Tel.: +49 (0)2835 - 2628
Fax: +49 (0)2835 - 2945
Mail: gestose-frauen@t-online.de
Web: präeklampsie-hellp.de

Quellen:

Emesis gravidarum. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 27.10.2017)

Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.familienplanung.de (Abrufdatum: 5.2.2017)

Hyperemesis gravidarum/Emesis gravidarum. Online-Informationen des Pharmakovigilanz- und Beratungszentrums für Embryonaltoxikologie: www.embryotox.de (Stand: 13,11,2017)

Weyerstahl, T., Stauber, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

Höfer, S., Szasz, N.: Hebammen Gesundheitswissen. Gräfe und Unzer, München 2012

Schneider, H., Husslein, P., Schneider, K. T. M.: Die Geburtshilfe. Springer, Berlin-Heidelberg 2011

Aktualisiert am: 6. Februar 2018

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