Paracetamol

Wirkstoff || Quellen (Stand: 06. März 2014)

auch bezeichnet als:
4-Hydroxyacetanilid; Acetaminophen; Paracetamolum

So wirkt Paracetamol

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Paracetamol. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen nicht-opioide Schmerzmittel, nicht-steroidale Antirheumatika, Entzündungshemmer, Schmerzmittel, zu welcher der Wirkstoff Paracetamol gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Paracetamol

Paracetamol ist bei Schmerzen (leicht bis mäßig) und Fieber sehr wirksam. Deshalb wird es zum Beispiel eingesetzt bei:
Anders als beispielsweise Acetylsalicylsäure (ASS) eignet sich Paracetamol auch bei Säuglingen und Kindern zum Senken des Fiebers oder zum Lindern von Schmerzen. Bei Entzündungen ist die Wirkung von Paracetamol allerdings im Gegensatz zu ASS wenig ausgeprägt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Paracetamol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Paracetamol

Paracetamol gehört zur Wirkstoffgruppe der nicht-opioiden Schmerzmittel und dort zu den so genannten nicht-sauren fiebersenkenden Substanzen.

Der Wirkmechanismus von Paracetamol ist bisher nicht abschließend geklärt. Im Zentrum der Wirkung von Paracetamol steht die Hemmung des Enzyms Cyclooxygenase-2 (COX-2). Dieses Enzym steuert die Bildung von körpereigenen Botenstoffen, den Prostaglandinen. Prostaglandine werden bei Entzündungen freigesetzt und verursachen die typischen Anzeichen wie Rötungen oder Schwellungen. Gleichzeitig reizen Prostaglandine die Nervenenden, sind aber auch an der Schmerzweiterleitung und -wahrnehmung im Gehirn beteiligt.

Im Gehirn und Rückenmark unterdrückt der Wirkstoff nachweislich durch Hemmung der Prostaglandinproduktion die Weiterleitung und Wahrnehmung von Schmerz.

Zusätzlich scheint Paracetamol die Bindungsstellen (Rezeptoren) für den Nervenbotenstoff Serotonin im Rückenmark zu erregen, was ebenfalls die Weiterleitung von Schmerz hemmt.

Im Gehirn soll Paracetamol Rezeptoren wie die für den Nervenbotenstoff Glutamat-NMDA (viele schmerzverarbeitende Gehirnzellen besitzen diesen Rezeptortyp) beeinflussen und den Effekt von Stickstoffmonoxid verändern, das ebenfalls an der Schmerzwahrnehmung beteiligt ist.

Die starke fiebersenkende Wirkung des Paracetamols beruht darauf, dass die Substanz im Zentrum des Gehirns für Temperaturregulation die Wirkung körpereigener Fieberstoffe fast völlig ausschaltet.

Neben seiner stark ausgeprägten Wirkung in Gehirn und Rückenmark kann Paracetamol die Produktion von Prostaglandinen im übrigen Körpergewebe nur schwach bremsen. Durch seine nicht-saure chemische Eigenschaft reichert sich der Wirkstoff zudem bei therapeutisch üblichen Dosierungen nicht ausreichend in entzündetem Gewebe an. Beide Effekte zusammen erklären die geringe entzündungshemmende Wirkung der Substanz.




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