Duraprednisolon 5mg

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 18.09.2007
Hersteller: Merck dura GmbH
Wirkstoff: Prednisolon
Darreichnungsform: Tablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

duraprednisolon 5mg enthält den Wirkstoff Prednisolon.

Prednisolon wird in vielen unterschiedlichen Darreichungsformen angeboten. Dazu zählen Tabletten, Kapseln, Infusionslösungen sowie Injektionslösungen zum Spritzen für die innerliche (systemische) Anwendung. Für die örtliche (lokale) Anwendung, auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen, stehen Zäpfchen, Salben, Cremes, Pasten, Gelzubereitungen, Tinkturen, Tropfen und Lösungen zur Verfügung.

Prednisolon wird in Tablettenform eingesetzt oder auch direkt in den Blutkreislauf gegeben bei
  • der Ausgleichbehandlung (Substitutionstherapie) der Nebennierenrindenschwäche (Morbus Addison) und der Hypophysenvorderlappenschwäche (Mittel der ersten Wahl sind Hydrocortison und Cortison)
  • Stresszuständen nach langfristiger Kortison-Therapie
  • entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie Entzündungen aller Gelenke (chronische Polyarthritis) sowie akut entzündlichen Vorgängen an einzelnen Gelenken zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung
  • Entzündungen von Blutgefäßen
  • Erkrankungen mit Umbau von Bindegewebe (Kollagenosen) wie beispielsweise dem Lupus erythematodes (Schmetterlingsflechte) zur Verzögerung des Krankheitsfortschritts
  • Bronchial- und Lungenkrankheiten wie Asthma bronchiale und COPD (gleichzeitig empfiehlt sich die Verabreichung von bronchienerweiternden Mitteln) und Lungengewebserkrankungen unterschiedlicher Ursache
  • Erkrankungen der oberen Luftwege wie schwere Verlaufsformen von Heuschnupfen und allergischem Schnupfen nach dem therapeutischen Versagen von Glukokortikoiden zum Einatmen und -spühen
  • akuten Verengungen von Kehlkopf oder Luftröhre (bei Pseudo-Krupp auch als Zäpfchen) oder zur Vorbeugung des Atemnotsyndroms bei Frühgeborenen
  • Herzkrankheiten wie der Herzbeutelentzündung (Endocarditis), auch solchen die durch rheumatische Entzündungen entstanden sind
  • Blutkrankheiten verschiedener Ursache
  • Erkrankungen des Nervensystems
  • Infektionen wie der Hirnhautentzündung aufgrund einer Tuberkulose
  • Krankheiten der Nieren, Harnleiter, Blase oder Harnröhre
  • Erkrankungen des Verdauungstraktes sowie chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus CrohnLebererkrankungen
  • der Behandlung von Blutkrebs (Leukämie) und Lymphdrüsenkrebs. Hierbei wirkt Prednisolon aber nur lindernd auf die Beschwerden, die Krankheitsursache wird dadurch nicht behandelt. Außerdem beugt der Wirkstoff auch dem durch Chemotherapie erzeugten Erbrechen vor.
Die örtliche Anwendung von Prednisolon erfolgt entweder allein oder zusätzlich zu einer innerlichen Behandlung mit dem Wirkstoff. Gelegenheiten für einen solchen Einsatz sind:
  • allergische und/oder entzündliche Hautkrankheiten
  • Augenkrankheiten wie die Lederhautentzündung oder Entzündungen der mittleren Augenhaut
  • Beschwerden an Zähnen, Zahnfleisch und Mundschleimhaut wie akute Zahnfleischentzündungen, Mundschleimhautentzündungen sowie Entzündungen in Zahnfleischtaschen
  • Entzündete Hämorrhoiden, Entzündungen im Analbereich oder auch Mastdarmentzündungen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Prednisolon sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Glukokortikoide, Entzündungshemmer, zu welcher der Wirkstoff Prednisolon gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • aktive Phasen von Kollagenosen (entzündliche Bindegewebserkrankungen aufgrund von Fehlsteuerung des körpereigenen Abwehrsystems) wie systemischer Lupus erythematodes, Panarteriitis nodosa und andere
  • entzündliches Muskelrheuma beziehungsweise Dermatomyositis (entzündliche Erkrankung, bei der Muskel und Haut betroffen sind), soweit sie nicht durch Bakterien oder andere Erreger bedingt sind
  • chronische Polyarthritiden (eine entzündlich-rheumatische Gelenkerkrankung), bestimmte Formen von Sklerose (eine Bindegewebserkrankung), wiederkehrende Polychondritis (eine Knorpelentzündung), Mischkollagenosen (verschiedene Formen von entzündlichen Bindegewebserkrankungen)
  • andere entzündlich-rheumatische Gelenkerkrankungen, sofern die Schwere des Krankheitsbildes und Unempfindlichkeit gegen kortisonfreie Entzündungshemmer es erfordern
  • rheumatisches Fieber, soweit es der Verlauf erfordert
  • entzündliche rheumatische Gelenkerkrankungen unbekannter Ursache im Kindes- und Jugendalter in hochaktiven Phasen und bei besonderen Verlaufsformen
  • Herzbeutelentzündung, Entzündung der inneren Herzkranzgefäße bei Eosinophilie (krankhafter Erhöhung bestimmter Blutwerte)
  • Asthma bronchiale
  • Erkrankungen der oberen Luftwege wie schwere Verlaufsformen von Heuschnupfen und allergisch-bedingtem Schnupfen, nach Versagen von Kortison in Präparaten zur Inhalation
  • Hauterkrankungen, die aufgrund ihres Schweregrads und/oder des Befalls in tiefer gelegenen Hautschichten mit äußerlichen Kortison-Präparaten nicht ausreichend behandelt werden können
  • allergische Hauterkrankungen mit Beteiligung lebenswichtiger Organe, wenn mehr als 20 Prozent der Körperoberfläche betroffen sind, beispielsweise schwere akute Nesselsucht, Schwellungen im Unterhautgewebe von Haut oder Schleimhaut, schwere Hautausschläge durch Medikamente und Lyell-Syndrom (Syndrom der verbrühten Haut)
  • entzündliche Hauterkrankungen wie schwere, großflächige Entzündungen und Rötungen (beispielsweise Lichen ruber exanthematicus, Erythrodermie, Sweet-Syndrom)
  • Blutkrankheiten durch Fehlreaktionen der körpereigenen Abwehr wie Blutarmut durch Auflösung roter Blutkörperchen, Mangel an Blutplättchen und Hautrötungen dadurch
  • begleitende Behandlung von akutem Lymphdrüsenkrebs und anderen Formen des Lymphdrüsenkrebses wie beispielsweise chronische lymphatische Leukämie

Dosierung

Die Dosierung des Medikaments bestimmt der Arzt abhängig von Art und Schwere der Erkrankung und vom Behandlungsverlauf. Zu Anfang der Therapie werden meist ziemlich hohe Dosen angewendet, die schnell auf eine möglichst niedrige, noch wirksame so genannte Erhaltungsdosis vermindert werden. Im Allgemeinen liegt die Erhaltungsdosis zwischen fünf und 15 Milligramm Prednisolon (eine bis drei Tabletten) täglich. Speziell bei chronischen Erkrankungen ist oft eine Langzeitbehandlung mit niedrigen Erhaltungsdosen erforderlich. Soweit nicht anders verordnet, gelten folgende Dosierungsempfehlungen:

Zum Ersatz fehlenden körpereigenen Kortisons erhalten Personen jenseits des Wachstumsalters fünf bis 7,5 Milligramm Prednisolon am Tag (eine bis eineinhalb Tabletten), verteilt auf zwei Einzeldosen. Die Einzeldosen werden meist morgens und mittags oder morgens und abends gegeben.

Bei der Behandlung von Krankheiten mit dem Medikament wird zwischen einer Hochdosierung, einer mittleren Dosierung und niedrigen Dosierungsbereichen unterschieden.

Für Erwachsene liegt die Hochdosis bei 80 bis 100, beziehungsweise 250 Milligramm Prednisolon am Tag, die mittlere Dosierung bei täglich 40 bis 80 Milligramm Prednisolon. Für beide Dosisbereiche stehen andere, stärker dosierte Prednisolon-Präparate zur Verfügung.

Eine niedrige Dosierung beträgt für Erwachsene zehn bis 40 Milligramm Prednisolon (zwei bis acht Tabletten) am Tag, eine sehr niedrige Dosierung liegt zwischen täglich 1,5 bis 7,5 und höchstens zehn Milligramm Prednisolon.

Kinder erhalten bei hoher Dosierung zwei bis drei Milligramm Prednisolon pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, die mittlere Dosierung liegt bei einem bis zwei Milligramm Prednisolon pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Als Erhaltungsdosis werden täglich meist 0,25 Milligramm Prednisolon pro Kilogramm Körpergewicht gegeben.

Im Allgemeinen sollten Sie die gesamte Tagesdosis des Medikaments frühmorgens zwischen sechs und acht Uhr einnehmen, da es dann am besten wirkt. Hohe Tagesdosen können Sie in Abhängigkeit von der Erkrankung jedoch auch auf zwei bis vier, mittlere Tagesdosen auf zwei bis drei Einzelgaben verteilen.
Nach Eintritt der erwünschten Wirkung wird der Arzt die Dosis verringern. Bei Verteilung der Tagesdosis auf mehrere Einzeldosen wird zunächst die abendliche Dosis, dann die etwaige Mittagsdosis herabgesetzt.

Zur Beendigung einer Behandlung mit dem Medikament geht der Arzt je nach Therapieverlauf unterschiedlich vor: Wurde kurzzeitig und hoch dosiert, kann die Behandlung ohne weiteres abgebrochen werden. Bei langzeitiger, niedrig dosierter Therapie muss die Dosierung langsam und schrittweise ("ausschleichend") bis auf null heruntergefahren werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Magnesiumstearat
  • Maisstärke
  • Carboxymethylstärke-Natrium
  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • Hypromellose
  • Lactosemonohydrat
  • Talkum

Nebenwirkungen

Bei länger dauernder innerlicher Anwendung (über 14 Tage) von Prednisolon sind ab einer Dosierung von 7,5 Milligramm immer unerwünschte Wirkungen in unterschiedlicher Ausprägung zu erwarten. Einzige Ausnahme ist die Ausgleichsbehandlung (Substitution) von fehlendem körpereigenem Hydrocortison bei Störung der Nebennierenrinden-Funktion.

Häufige Nebenwirkungen
Kurzzeit-Behandlung (hochdosiert, als Injektion):
Infektionen.

Seltene Nebenwirkungen
Innerliche Langzeit-Behandlung:
Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Hautausschlag, Brennen und Juckreiz.

Örtliche Anwendung am Zahnfleisch:
allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen.

Örtliche Anwendung auf der Haut:
allergische Hautreaktionen.

Anwendung am After und im Enddarm:
Brennen und Juckreiz an Haut-Schleimhaut-Übergängen, oberflächliche Magenschleimhaut-Blutungen.

Sehr seltene Nebenwirkungen und Einzelfälle
Kurzzeit-Behandlung (hochdosiert, als Injektion):
allergische Reaktionen bis zum Schock.

örtliche Anwendung am Zahnfleisch:
allergischer Schock.

Anwendung an After oder Enddarm:
Herzrhythmusstörungen.

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit
Innerliche Kurzzeit-Behandlung:
Knochenmasse-Verlust.

Innerliche Langzeit-Behandlung:
Nebennierenrindenfunktionsstörung mit Cushing-Syndrom (Vollmond-Gesicht, Fettsucht des Körperstamms), Wachstumsverzögerungen (bei Kindern), Sexualhormonstörungen (ausbleibende Regelblutung, Überbehaarung, Impotenz), Körpersalzzurückhaltung mit Bindegewebswassereinlagerung, vermehrte Kaliumausscheidung, Gewichtszunahme, Glukosestoffwechselstörung, Auftreten von Zuckerkrankheit, erhöhtes Blutcholesterin, erhöhte Blutfettwerte, rote Hautstreifen, Gewebeschwund, Gefäßzeichnung durch die Haut, Steroid-Akne, verzögerte Wundheilung, um den Mund herum lokalisierte Hautentzündung, Änderungen der Hautfärbung, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Arzneimittelausschlag mit Hautrötung und Juckreiz, Muskelschwund, Muskelschwäche, Osteoporose, Knochenabsterben (Kopf des Oberarm- und Oberschenkel-Knochens), Depressionen, Gereiztheit, Hochstimmung, Antriebssteigerung, Appetitsteigerung, Psychosen, durch eine entzündliche Schwellung vorgetäuschte Tumorbildung im Gehirn (insbesondere bei Kindern), Auftreten vorhandener Epilepsie, Erhöhung der Anfallsbereitschaft, Magen-Darm-Geschwüre, Magen-Darm-Blutungen, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Bluthochdruck, Arteriosklerose-Risikoerhöhung, Risikoerhöhung von Gefäßverstopfungen (Thrombosen), Blutgefäßentzündung (auch als Entzugssyndrom nach Langzeittherapie), mäßige Erhöhung der weißen Blutkörperchen, Blutbildveränderungen der roten und weißen Blutkörperchen, Immunabwehrschwächung, Überdecken von allgemeinen Infektionen, Ausbreitung vorhandener Infektionen, Allergien, Linsentrübung (grauer Star), Glaukom (Grüner Star), Netzhauterkrankung.

Bei schneller Injektion hoher Dosen in die Vene:
Jucken oder Brennen im Damm-Bereich.

Längere örtliche Anwendung am Auge:
Augeninnendruckanstieg mit möglicher Glaukom-Bildung (empfindliche Patienten), Linsentrübung (grauer Star, Katarakt), Augeninfektionen, Infektionsverschlimmerung, Infektionsverschleierung, Hornhautdruchbruch (bei Erkrankungen, die eine Verdünnung der Hornhaut oder Augenhaut verursachen).

Örtliche Anwendung am Zahnfleisch:
örtliche Überempfindlichkeitsreaktionen.

Örtliche Langzeit-Anwendung auf der Haut:
Hautabbau, Blutgefäßabzeichnung, Streifenbildung, Steroid-Akne, Hautentzündung rund um den Mund, Überbehaarung.

Einspritzung in Gelenke und Muskeln:
schwerwiegender Gewebsabbau am Injektionsort (Knochenabsterben, Einschmelzung von Muskel- und Bindegewebe).

Besonderheiten:
Alle Glukokortikoide, also auch Prednisolon, können die Aufnahme von Jod in den Körper und die Speicherung desselben in der Schilddrüse verringern. Während längerfristiger Anwendung des Wirkstoffes sind daher die Schilddrüsenwerte ärtlich zu überwachen.

Bei zu schneller Dosisverminderung nach langdauernder Prednisolon-Behandlung kann es zu Beschwerden wie Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen kommen.

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Anwendung von nicht-steroidalen Antirheumatika aus der Salicylat-Untergruppe oder Indometacin sowie anderen nicht-opioiden Schmerzmitteln kann die Gefahr von Magen-Darm-Geschwüren und -Blutungen steigen. Bei solcher Kombination sind regelmäßige ärztliche Kontrollen erforderlich.

Die blutzuckersenkende Wirkung von oralen Antidiabetika zur Einnahme und Insulin wird durch Prednisolon vermindert. Darum müssen häufig Blutzuckerkontrollen durchgeführt werden. Über eine individuelle Dosisanpassung der Zuckermedikamente entscheidet der Arzt.

Barbiturate, Phenytoin und Primidon (alles Antiepileptika) und Rifampicin (Tuberkulose-Mittel) vermindern die Wirkung von Prednisolon. Es wird daher eine regelmäßige Kontrolle des Behandlungserfolgs empfohlen.

Blutgerinnungshemmer (Antikoagulanzien) wie Phenprocoumon werden in ihrer Wirkung abgeschwächt. Darum ist bei gleichzeitiger Einnahme eine Dosisanpassung der Gerinnungshemmer durch den behandelnden Arzt erforderlich.

Östrogen, wie es in Mitteln zur Schwangerschaftsverhütung ("Pille") verwendet wird, kann die Wirkung von Prednisolon verstärken. Eventuell muss der Arzt die Dosis während der Behandlung anpassen.

Eine zusätzliche Augeninnendrucksteigerung bei gleichzeitiger innerlicher Anwendung von Prednisolon und Atropin sowie anderen Muskarinrezeptor-Antagonisten (hemmen die Wirkung des Nervenbotenstoffes Acetylcholin) ist nicht ausgeschlossen. Deshalb werden regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen empfohlen.

Prednisolon führt zu einer vermehrten Kaliumausscheidung, die durch die gleichzeitige Anwendung von Entwässerungsmitteln weiter verstärkt wird. Auch durch Abführmittel kann ein Kaliumverlust entstehen oder verstärkt werden. Deshalb sind während der Behandlung regelmäßige ärztliche Kontrollen des Kaliumgehaltes im Blut notwendig. Herzglykoside können durch einen Kaliummangel in ihrer Wirkung verstärkt werden und Herzrhythmusstörungen hervorrufen. Bei diesen Patienten ist daher der Blutkaliumgehalt besonders häufig ärztlich zu kontrollieren.

Bei gleichzeitiger Gabe von Blutdrucksenkern aus der Wirkstoffgruppe der ACE-Hemmern kann das Risiko von Blutbildveränderungen erhöht sein. Darum sollte der Arzt öfter das Blutbild kontrollieren.

Bei Patienten mit Malaria, die dagegen mit Chloroquin, Hydrochloroquin oder Mefloquin behandelt werden, besteht mit Prednisolon ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Muskel- und Herzmuskelerkrankungen. Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen sind bei diesen Patienten wichtig.

Eine Langzeitbehandlung mit Prednisolon kann die Wirkung des Wachstumshormons Somatotropin sowie die Ausschüttung des Hirnanhangsdrüsenhormons TSH als Antwort auf die Gabe von Protirelin (ein Hypothalamushormon) vermindern. Über eine eventuell nötige Dosisanpassung wird der behandelnde Arzt individuell entscheiden.

Die Blutkonzentration von Ciclosporin (immununterdrückende Wirkung) wird durch Prednisolon erhöht, wobei die Gefahr epileptischer Krampfanfälle ebenfalls steigt. Sollten Patienten mit diesen Mitteln behandelt werden, sind häufige Kontrolluntersuchungen notwendig.

Prednisolon kann bei Mitteln gegen Wurmerkrankungen eine Verminderung der Konzentrations im Blut verursachen. Der Behandlungserfolg sollte bei diesen Erkrankungen regelmäßig ärztlich überprüft werden.

Bei der Anwendung von Prednisolon am Auge muss beachtet werden, dass bei gleichzeitiger Gabe von Substanzen wie Atropin oder anderen Muskarinrezeptor-Antagonisten (beispielsweise gegen Parkinson-Krankheit) der Augeninnendruck ansteigen kann.

Wechselwirkungen bei der lokalen Anwendung im Mund oder auf der Haut bestehen nicht.

Gegenanzeigen

Eine Überempfindlichkeit gegen Prednisolon schließt eine Behandlung mit diesem Wirkstoff in allen Darreichungsformen aus. Besondere Einschränkungen sind abhängig von der Anwendungsart und -ort:

Innerliche Therapie (Tabletten, Spritzen)

Eine innerliche Therapie mit Prednisolon ist im allgemeinen problemlos, so lange sie kurzfristig ist und keine anderen Erkrankungen bestehen. Bei folgenden Erkrankungen darf sie nur angewendet werden, wenn sie der Arzt für unbedingt nötig hält und gegebenfalls eine zusätzliche Therapie gegen Infektionen durchführt:
  • akute Virusinfektionen (Gürtelrose, Lippenherpes, Windpocken, Kinderlähmung, Befall der Hornhaut mit Herpesviren)
  • chronisch-aktiver Leberentzündung mit positiver HBsAg-Reaktion
  • im Zeitraum von acht Wochen vor und zwei Wochen nach Schutzimpfungen mit Lebendimpfstoffen
  • Lymphknotenschwellung nach Tuberkulose-Impfung
  • innerlicher Befall mit Pilzen oder Parasiten (Amöben oder Würmern)
  • akute und chronische bakterielle Infektionen - besondere Vorsicht bei Tuberkulose in der Vorgeschichte (gleichzeitige Anwendung von Tuberkulose-Mitteln gegen ein Wiederaufflammen).
Zusätzlich sollte eine innerliche Behandlung mit Prednisolon nur bei unbedingter Notwendigkeit und strenger Überwachung, gegebenenfalls zusätzlicher gezielter Therapie durchgeführt werden bei
  • Magen-Darm-Geschwüren und Behandlung derselben mit Säureblockern
  • schwerem Knochenschwund (Osteoporose)
  • schwerer Herzmuskelschwäche
  • schwer behandelbarem Bluthochdruck
  • schwer einstellbarer Zuckerkrankheit
  • seelischen Erkrankungen wie Psychosen oder Depressionen in der Vorgeschichte
  • der Nervenerkrankung Myasthenia gravis
  • grünem Star (Eng- und Weitwinkelglaukom)
  • Hornhautgeschwüren und Hornhautverletzungen.
Wegen der Gefahr eines Darmdruchbruchs darf Prednisolon nur in dringenden Fällen und unter entsprechender ärztlicher Überwachung angewendet werden bei
  • schwerer Colitis ulcerosa mit Durchbruchgefahr
  • bei Abszessen oder anderen eitrigen Entzündungen im Darm
  • Divertikel-Krankheit
  • Zustand nach Operationen zur Darmüberbrückung (Anastomose-Operationen).
Hinweis:
Bei älteren Patienten ist das Osteoporose-Risiko durch die innerliche Behandlung mit Prednisolon erhöht. Daher sollte die Anwendung nur unter besonderer Nutzen-Risiko-Abwägung druch den Arzt erfolgen.

Anwendung auf der Haut
Prednisolon darf nicht angewendet werden bei
  • virusbedingten Hauterkrankungen wie Lippenherpes, Gürtelrose oder Windpocken
  • speziellen Hauterkrankungen wie Tuberkulose, Syphilis und Impfreaktionen
  • Akne
  • rosaceaartiger (perioraler) Dermatitis (entzündliche Hauterscheinungen um den Mund mit Rötung und Knötchenbildung) sowie Rosacea selbst (Gesichtsrötung mit eventuell entzündlichen oder eitrigen Pickeln).
Hinweis:
Bei bakteriell infizierten Hauterkrankungen und/oder bei Pilzbefall darf der Wirkstoff nur in Kombination mit anderen Medikamenten angewandt werden, die sich speziell gegen diese Erkrankungen richten.

Anwendung am Auge
Eine Anwendung am Auge ist untersagt bei
  • akuter Herpes-Infektion und anderen Augeninfektionen durch Viren
  • Augeninfektionen durch Bakterien und Pilze ohne gleichzeitige antibiotische Begleittherapie
  • Verletzungen und Wucherungen an der Hornhaut
  • Grünem Star (Eng- und Weitwinkelglaukom).
Hinweis:
Bei Erkrankungen, die ein Dünnerwerden der Hornhaut oder der Augapfelhäute verursachen, besteht die Gefahr eines Durchbruchs.

Anwendung als Mundheilpaste
Der Einsatz von Prednisolon verbietet sich bei
  • Pilzerkrankungen und Tuberkulose-bedingten Beschwerden an der Mundschleimhaut
  • Windpocken und Impfreaktionen
  • Wunden, die durch Nahtverschluss oder Lappenplastik gedeckt werden.
Hinweis:
Bei schweren eitrigen Infektionen muss vor Anwendung von Prednisolon die Infektion durch geeignete Medikamente bekämpft werden.

Prednisolon kann die Anzeichen einer Infektion verdecken und so die Feststellung einer bestehenden oder sich entwickelnden Infektion erschweren.

Während der Anwendung von Prednisolon ist bei Zuckerkranken eventuell der Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika erhöht.

Während der Behandlung mit Prednisolon ist bei Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck eine regelmäßige Blutdruckkontrolle erforderlich. Patienten mit schwerer Herzmuskelschwäche sind sorgfältig ärztlich zu überwachen, da die Gefahr einer Verschlechterung der Erkrankung besteht.

Im Rahmen der Ausgleichsbehandlung (Substitutionstherapie) müssen die Patienten ein Notfall-Ausweis erhalten. Die erforderliche Dosierung kann nämlich bei besonderen körperlichen Belastungen wie Verletzungen, Infektionen und Operationen um das zwei- bis dreifache, bei extremen Belastungen (beispielsweise eine Geburt) bis zum Zehnfachen erhöht sein.

Äußerliche Prednisolon-Präparate dürfen auf der Gesichtshaut ausschließlich kurzfristig angewendet werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Während der Schwangerschaft sollte eine innerliche Behandlung mit Prednisolon nur erfolgen, wenn sie der Arzt für unumgänglich hält. Zwar liegen für den Menschen bisher keine Hinweise auf eine fruchtschädigende Wirkung vor. Dennoch sind bei einer Langzeitbehandlung Wachstumsstörungen des Ungeborenen durch Prednisolon nicht auszuschließen.

Eine innerliche Therapie mit Prednisolon zum Ende der Schwangerschaft kann beim Ungeborenen eine Nebennierenrindenschwäche hervorrufen. Diese macht nach der Geburt unter Umständen beim Neugeborenen eine Hormonausgleichsbehandlung mit langsam verminderten Dosierungen erforderlich.

Prednisolon geht wie alle Glukokortikoide bei Einnahme in die Muttermilch über. Eine Schädigung des Säuglings ist bisher nicht bekannt geworden, trotzdem sollten stillende Mütter nicht mit hohen Dosierungen des Wirkstoffes behandelt werden.

Auch eine örtliche Behandlung mit Prednisolon sollte während der Schwangerschaft und in der Stillzeit nur nach sehr strenger ärztlicher Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder erhalten eine Tagesdosis bei hochdosierter Therapie von zwei bis drei Milligramm Prednisolon pro Kilogramm Körpergewicht. Die mittlere Tages-Dosierung beträgt ein Milligramm Prednisolon pro Kilogramm Körpergewicht. Eine Erhaltungsdosis wird in der Regel bei täglich 0,25 Milligramm Prednisolon pro Kilogramm Körpergewicht angesetzt. Bei Kindern, vor allem im Wachstumsalter, sollte eine Behandlung grundsätzlich mit Unterbrechungen erfolgen. Die Dosis und Anwendungsdauer wird jeweils individuell je nach Art und Schwere der Erkrankung sowie körperlicher Verfassung des Kindes vom behandelnden Arzt festgelegt.

Bei allen örtlichen Anwendungen ist eine individuelle ärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich.

Warnhinweise

  • Besonders zu Beginn einer innerlichen Behandlung mit dem Medikament kann es zu Veränderungen der Stimmungslage, des Antriebs und der Konzentrationsfähigkeit kommen, die Autofahren oder das Bedienen von Maschinen gefährlich machen.
  • Während der Behandlung mit dem Medikament sind, besonders bei Patienten mit schwerer Herzschwäche, regelmäßige ärztliche Kontrollen erforderlich.
  • In dreimonatigen Abständen sollten während der Behandlung mit dem Medikament augenärztliche Kontrollen erfolgen.
  • Es muss auf eine ausreichende Kaliumzufuhr während der Behandlung geachtet werden und der Blutkaliumgehalt ist regelmäßig ärztlich zu kontrollieren.
  • Schilddrüsenunterfunktion und Leberzirrhose erfordern eine spezielle Dosisanpassung durch den Arzt.
  • Bei Beendigung der Therapie mit dem Medikament können Kortison-Entzugssyndrome auftreten. Der Therapie-Abbruch darf daher nur mit langsam verminderter Dosis ("ausschleichend") erfolgen.
  • Viruserkrankungen (Windpocken, Masern) können während der Behandlung besonders schwer verlaufen. Eine Behandlung bei HBsAg-positiver chronischer aktiver Leberentzündung (Hepatitis) ist zu vermeiden.
  • Abwehrgeschwächte Kinder und Personen ohne bisherige Windpocken- oder Maserninfektion sind besonders ärztlich zu überwachen.
  • Eine Behandlung mit dem Medikament kann Hautreaktionen auf Allergietests unterdrücken.
  • Das Medikament steht auf der Doping-Liste und darf beim Sporttraining oder im Wettkampf nicht verwendet werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Tablette)
100 Stück Tabletten
5 Milligramm Prednisolon
20 Stück Tabletten
5 Milligramm Prednisolon

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über duraprednisolon 5mg sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Prednisolon (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.