Mitoxantron TEVA 2 mg/ml Injektionslösung

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 17.06.2016
Hersteller: TEVA Generics GmbH
Wirkstoff: Mitoxantron
Darreichnungsform: Injektionslösung
Rezeptpflichtig

Wirkung

Mitoxantron TEVA 2 mg/ml Injektionslösung enthält den Wirkstoff Mitoxantron. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Mitoxantron TEVA 2 mg/ml Injektionslösung.

Mitoxantron wird gegen sehr unterschiedliche Krebserkrankungen bei Erwachsenen eingesetzt:
  • Brustkrebs, der fortgeschritten ist und/oder schon Tochtergeschwulste gebildet hat
  • bösartiger bis sehr bösartiger Lymphdrüsenkrebs (Non-Hodgkin-Lymphom) bei Erwachsenen
  • Blutkrebs (akute myeloische Leukämie) von Erwachsenen
  • fortgeschrittener und nicht durch Hormone behandelbarer Prostatakrebs
Außer bei Brustkrebs wird Mitoxantron nur in Kombination mit anderen Krebsmedikamenten eingesetzt. Bei Prostatakrebs gibt man niedrig dosierte Glukokortikoide (einschließlich Prednison und Hydrokortison) zum Einnehmen dazu. Damit will man bei Patienten, denen Schmerzmittel nicht mehr helfen und Bestrahlungen nicht möglich sind, eine Schmerzlinderung erreichen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Mitoxantron sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Zytostatika, zu welcher der Wirkstoff Mitoxantron gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Brustkrebs, der fortgeschritten ist und/oder schon Tochtergeschwulste gebildet hat
  • entarteter und sehr bösartiger Lymphdrüsenkrebs bei Erwachsenen - in Kombination mit anderen Krebsmedikamenten
  • Blutkrebs von Erwachsenen - in Kombination mit anderen Krebsmedikamenten
  • fortgeschrittener und nicht durch Hormone behandelbarer Prostatakrebs - in Kombination mit Kortison zum Einnehmen gegen die Schmerzen und wenn eine Bestrahlung nicht möglich ist

Dosierung

Die Anwendung des Medikaments sollte nur durch einen erfahrenen Krebsarzt erfolgen. Die Dosierungen, Kombinationsmedikamente und Verabreichungsmethoden richten sich nach der Art der Krebserkrankung, dem Zustand des Patienten und seinen Begleiterkrankungen.

Das Medikament kann langsam über mehr als fünf Minuten gespritzt werden. Es kann aber auch einer gut laufenden Infusion beigegeben oder selbst als Kurzinfusion (über 15 bis 30 Minuten) verbreicht werden. Eine weitere Methode ist die Brustfellspülung. Dazu wird das Medikament mit 50 Milliliter isotonischer Kochsalzlösung verdünnt. Diese mitoxantronhaltige Lösung wird auf Körpertemperatur erwärmet und sehr langsam (über fünf bis zehn Minuten) verabreicht.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Fieber, Übelkeit und Erbrechen, Haarausfall, Fehlen der Regelblutung, mangelnde Samenbildung, Müdigkeit, Schwächezustände

Häufige Nebenwirkungen:
Hemmung der Knochenmarksfunktion, Mangel an weißen Blutkörperchen, Überempfindlichkeitsreaktionen, nervliche Ausfälle, Herzrhythmusstörungen, verminderte Pumpleistung des Herzens, Atemnot, Mundschleimhautentzündung, Schleimhautentzündung, Appetitlosigkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung, Leberfunktionsstörungen, Blaufärbung des Urins

Gelegentliche Nebenwirkungen:
lebensbedrohliche Infektionen, Mangel an Blutplättchen, Herzmuskelschwäche, Schmerzen in der Brust, Magen-Darm-Blutungen, Essensverweigerung

Seltene Nebenwirkungen:
Blutarmut, allergischer Schock, Blaufärbung der Augäpfel, Herzinfarkt, Blaufärbung der Venen, Blaufärbung der Nägel (und deren Ablösung), Veränderung von Laborwerten (Leberwerte, Kreatinin, Harnstoff, Bilirubin).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
mangelnde körpereigene Abwehr, Herzmuskelerkrankung, Blutgefäßentzündung, Gewebszerfall

Wechselwirkungen

Die Kombination mit anderen Krebsmitteln ist mit stärkeren Nebenwirkungen verbunden, insbesondere einer höheren Giftigkeit für das Knochenmark und den Herzmuskel. Bei Patienten, die zusätzlich mit Zytostatika oder anderen herzschädigenden Wirkstoffen behandelt werden, wird der Arzt deshalb die Therapien sorgfältig überwachen, die Dosierungen anpassen sowie regelmäßig Kontrollen der Herzfunktion durchführen.

Wird Mitoxantron mit anderen Zytostatika und/oder einer Bestrahlung kombiniert, kommt es manchmal zu Blutkrebs (akuter myeloischer Leukämie) und einer Schädigung des Knochenmarks.

Während der Mitoxantron-Therapie sollen keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen durchgeführt werden.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Mitoxantron nicht eingesetzt werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf der Wirkstoff angewendet werden bei
  • Patienten mit Mangel an allen Blutzellen
  • bestehenden Infektionen
  • schwerer Leber- und/oder Nierenfunktionsstörung
  • schweren Herzerkrankungen in der Vorgeschichte
  • Patienten, die mit Anthrazyklinen vorbehandelt und/oder Bestrahlungen des Brustraumes erhielten, weil deren Herzfunktion geschädigt sein kann

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Frauen sollten während und bis sechs Monate nach der Behandlung mit Mitoxantron eine Schwangerschaft sicher verhüten.

Mitoxantron sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden. Der Wirkstoff schädigt das Erbgut und kann die Entwicklung eines Ungeborenen beeinträchtigen. Hält der Arzt die Behandlung einer schwangeren Patientin für unumgänglich, wird er sie über das mit der Behandlung verbundene Risiko von schädigenden Wirkungen für das Kind beraten.

Während der Behandlung darf nicht gestillt werden.

Mitoxantron kann erbgutschädigend wirken. Männern, die mit Mitoxantron behandelt werden, wird daher empfohlen, während der Behandlung und bis sechs Monate danach kein Kind zu zeugen. Vor Therapiebeginn ist wegen der Möglichkeit einer anhaltenden Unfruchtbarkeit durch die Therapie eine Beratung über Spermakonservierung zu empfehlen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Wie im Abschnitt zu den Anwendungsgebieten erwähnt, ist die Behandlung von Kindern mit Mitoxanthron nicht vorgesehen.

Warnhinweise

  • Kommt es zu stärkeren Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Kreislaufschwäche, können Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich sein.
  • Frauen und Männer müssen während und bis sechs Monate nach der Behandlung mit dem Medikament eine Schwangerschaft beziehungsweise Zeugung sicher verhüten.
  • Eine mögliche Blaufärbung des Urins ist durch das Medikament bedingt.
  • Die Anwendung des Medikaments sollte nur durch einen erfahrenen Krebsarzt erfolgen.
  • Die Gabe des Medikaments darf nur als Infusion in eine Vene oder als Brustfellspülung erfolgen.
  • Bei Hautkontakt mit dem Medikament ist die betroffene Stelle gründlich mit warmem Wasser zu reinigen.
  • Die Lösung und auch angebrochene Flaschen dürfen nicht bei Temperaturen über fünf Grad Celsius gelagert, aber auch nicht eingefroren werden.
  • Die gebrauchsfertige Infusionslösung ist innerhalb von vier Tagen bei Lagerung zwischen 4 und 25 Grad Celsius zu verbrauchen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Milliliter Injektionslösung)
5 Milliliter Injektionslösung
2 Milligramm Mitoxantron
10 Milliliter Injektionslösung
2 Milligramm Mitoxantron
15 Milliliter Injektionslösung
2 Milligramm Mitoxantron

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Mitoxantron TEVA 2 mg/ml Injektionslösung sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Mitoxantron (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.