Erivedge 150mg Hartkapseln

Medikament || Quellen (Stand: 30. August 2013)

Hersteller: Roche Pharma AG
Wirkstoff: Vismodegib
Darreichungsform: Hartkapseln

rezeptpflichtig

Bitte beachten: Die Angaben zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Verminderter Appetit, Schmeckstörung, Geschmacksverlust, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Haarausfall, Juckreiz, Muskelkrämpfe, Ausbleiben der Regelblutung, Gewichtsverlust, Müdigkeit.

Häufige Nebenwirkungen:
Anstieg der Leber-Enzyme, Austrocknung, Mangel an Natrium im Blut, teilweiser Geschmacksverlust, Verdauungsstörungen, Oberbauchschmerzen, Bauchschmerzen, Ausschlag, Ausfall der Wimpern und teilweise der Augenbrauen, unnormales Haarwachstum, Gelenkschmerzen, Schmerzen in den Gliedmaßen, Rückenschmerzen, Brustmuskelschmerzen, Muskelschmerzen allgemein, Leistenschmerzen, Schmerzen des Bewegungsapparates, allgemeine Schmerzen, Schwäche.

Besonderheiten:
Die Beobachtung des Wirkstoffs hinsichtlich auftretender Nebenwirkungen ist noch nicht abgeschlossen. Dafür ist eine aktive Mitwirkung der Patienten nötig. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, Patienten mit möglichen Nebenwirkungen umgehend zu melden.

Bei Patienten mit fortgeschrittenem Hautkrebs der Basalzellen besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer zusätzlichen Krebserkrankung der Haut (Plattenepithelkarzinom). Ob dieses Risiko im Zusammenhang mit der Vismodegib-Behandlung steht, ist nicht abschließend geklärt. Die Patienten müssen sich in jedem Fall selbst aufmerksam beobachten und alle Hautveränderungen während der Therapie sofort ihrem behandelnden Arzt zeigen.

Wechselwirkungen

Wirkung gleichzeitig angewendeter Substanzen auf Vismodegib
Wird der Säuregrad im Magen verändert, können die Löslichkeit von Vismodegib und seine Verfügbarkeit im Körper verringert sein. Wirkstoffe, die den Säuregrad beeinflussen, sind Protonenpumpenhemmer, H2-Blocker und säurehemmende Mittel. Sie alle werden gegen säurebedingten Magenbeschwerden eingesetzt. Auch bei Patienten mit Magensäuremangel ist eine Wirkungsabschwächung möglich.

Ebenfalls eine Wirkungsminderung kann eintreten, wenn Vismodegib gleichzeitig mit Substanzen angewendet wird, die den Abbau des Wirkstoffs im Körper beschleunigen. Zu diesen Substanzen gehören zum Beispiel das Tuberkulose-Mittel Rifampicin, die Antiepileptika Carbamazepin und Phenytoin sowie Johanniskraut (gegen Depressionen).

Wird Vismodegib gleichzeitig mit Wirkstoffen eingesetzt, die den Abbau der Substanz hemmen, kann es zu erhöhten Konzentrationen im Körper und damit zu mehr Nebenwirkungen kommen. Solche Hemmer sind die Antibiotika Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin und Telithromycin, die Pilzmittel Fluconazol, Itraconazol, Ketoconazol, Miconazol, Posaconazol und Voriconazol, die virenhemmenden Mittel Boceprevir, Indinavir, Lopinavir/Ritonavir, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir und Telaprevir, das Antiarrhythmikum Amiodaron, der Blutdrucksenker Verapamil und das Immunologikum Cyclosporin (gegen Organabstoßung).

Wirkung von Vismodegib auf gleichzeitig angewendete Substanzen
Möglicherweise schwächt Vismodegib die Wirkung von Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Schwangerschaftsverhütung ("Pille"). Daher ist beim Geschlechtsverkehr immer auch zusätzlich eine Barrieremethode (Kondom, Pessar) zu verwenden.

Es gibt Hinweise, dass Vismodegib die Wirkung und Nebenwirkungen von Rosuvastatin (gegen Fettstoffwechselstörungen), dem Zytostatikum Topotecan und dem Entzündunghemmer Sulfasalazin verstärkt. Eine gleichzeitige Anwendung ist vom Arzt mit Vorsicht zu verordnen und die Dosierungen der genannten Wirkstoffe müssen wahrscheinlich verringert werden.




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