EMEND 125 mg Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 15.12.2016
Hersteller: Merck Sharp & Dohme Limited
Wirkstoff: Aprepitant
Darreichnungsform: Pulver
Rezeptpflichtig

Wirkung

EMEND 125 mg Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält den Wirkstoff Aprepitant. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von EMEND 125 mg Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen.

Krebsbehandlungen mit Zytostatika gehen häufig mit Übelkeit und Erbrechen einher. Aprepitant wird bei Erwachsenen zur Vorbeugung starker Übelkeit bei der Therapie mit Cisplatin eingesetzt. Es dient aber auch der Vorbeugung einer weniger stark ausgeprägten Nebenwirkung bei anderen krebsbekämpfenden Substanzen.

Die Behandlung mit Aprepitant erfolgt immer über drei Tage, zusammen mit einem Glukokortikoid und einem weiteren Antiemetikum aus der Untergruppe der 5-H-T3-Rezeptor-Antagonisten wie Ondansetron.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Aprepitant sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen), zu welcher der Wirkstoff Aprepitant gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Verhinderung akuter und verzögerter Übelkeit und Erbrechen bei stark übelkeitserregender Krebsbehandlung bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern im Alter von sechs Monaten bis zwölf Jahren

Dosierung

Das Medikament wird über drei Tage als Teil eines Therapieschemas angewendet, das ein weiteres Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen (beispielsweise Ondansetron, Palonosetron oder Granisetron) enthält.

Die empfohlene Dosis ist abhängig vom Körpergewicht des Kindes. Am ersten Behandlungstag liegt sie zwischen einem und 3,6 Milliliter und am zweiten sowie dritten Tag zwischen 0,6 und 3,2 Milliliter. An allen diesen Tagen wird das Medikament eine Stunde vor der Anwendung der Krebsmedikamente verabreicht. Falls an den Tagen 2 und 3 keine Chemotherapie gegeben wird, sollte die Suspension morgens eingenommen werden.

Die Dosierung des zweiten Mittels gegen Übelkeit richten sich nach dessen Beipackzettel. Falls ein Glukokortikoid wie beispielsweise Dexamethason gleichzeitig angewendet wird, gibt der Arzt davon nur die Hälfte der sonst üblichen Dosis.

Zur Zubereitung werden 4,6 Milliliter Wasser mit der 5-ml-Dosierspritze abgemessen und in den Mischbecher gegeben. Schütten Sie dann den gesamten Inhalt des Beutels in diese 4,6 Milliliter Wasser und mischen gründlich. Nach dem Mischen messen Sie die empfohlene Dosis der Suspension mittels einer passenden Dosierspritze ab. Die 1-ml-Dosierspritze ist für Dosen von einem Milliliter oder weniger geeignet, die 5-ml-Dosierspritze für Dosen ab einem Milliliter. Falls die Dosis nicht unmittelbar nach ihrem Abmessen gegeben wird, kann die gefüllte Dosierspritze vor Anwendung bis zu 72 Stunden im Kühlschrank (zwischen zwei und acht Grad Celsius) gelagert werden. Das Medikament wird in den Mund gespritzt.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Eisen(III)-oxid (E 172)
  • Hyprolose
  • Natriumdodecylsulfat
  • Natriumstearylfumarat
  • wasserfreie Lactose

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
verminderter Appetit, Kopfschmerzen, Schluckauf, Verstopfung, Verdauungsstörung, Ermüdung, erhöhter Leber-Enzym-Wert (ALAT).

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Mangel an neutrophilen Granulozyten(mit Fieber verbunden), Blutarmut, Angstgefühl, Schwindelgefühl, Benommenheit, Herzklopfen, Hitzewallungen, Aufstoßen, Übelkeit und Erbrechen, Refluxerkrankung der Speiseröhre, Bauchschmerzen, Mundtrockenheit, Blähungen, Ausschlag, Akne, Schwäche, Unwohlsein, erhöhter Leber-Enzym-Wert (ASAT), erhöhter Enzym-Wert der alkalischen Phosphatase.

Seltene Nebenwirkungen:
Hefepilzinfektionen, Infektionen mit Staphylokokken-Bakterien, vermehrter Durst, Denkstörung, Trägheit, Geschmacksstörung, Bindehautentzündung, Ohrensausen, verlangsamter Puls, Herz- oder Gefäß-Erkrankungen, Schmerzen im Mund und Rachen, Niesen, Husten, Sekretfluss in den Rachen, Rachenreizung, Zwölffingerdarmgeschwür mit Durchbruch, Mundschleimhautentzündung, aufgetriebener Bauch, harter Stuhl, Dickdarmentzündung (verbunden mit Neutrophilen-Mangel), Lichtempfindlichkeitsreaktion der Haut, vermehrtes Schwitzen, Talgfluss, Hautschäden, Hautausschlag mit Juckreiz, schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse), Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, häufiges Wasserlassen, Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme), Brustkorbbeschwerden, Gangstörungen, rote Blutkörperchen im Urin nachweisbar, Natrium-Werte im Blut erniedrigt, Gewichtsabnahme, erniedrigte Zahl neutrophiler Blutzellen, Zucker im Urin nachweisbar, vermehrte Urinausscheidung.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich allergischer Reaktionen, Juckreiz, Nesselsucht.

Wechselwirkungen

Aprepitant wird durch ein bestimmtes Enzym-System im Körper abgebaut. Damit steht es in Konkurrenz zu anderen Wirkstoffen, die ebenfalls nur über dieses System verstoffwechselt werden. Aprepitant kann daher Wirkung und Nebenwirkungen bei folgenden Stoffen steigern:
  • den ImmunologikaCiclosporin, Tacrolimus, Sirolimus und Everolimus
  • den opioiden SchmerzmittelnAlfentanil und Fentanyl
  • den MutterkornalkaloidenDihydroergotamin und Ergotamin
  • dem AntiarrhythmikumChinidin
  • den ZytostatikaIrinotecan, Etoposid oder Vinorelbin
  • Glukokortikoide wie Dexamethason und Methylprednisolon (zur Einnahme nur die Hälfte der sonst üblichen Dosis)
  • Psychopharmaka wie Midazolam, Alprazolam oder Triazolam.
Stoffe, die die Aktivität den Enzyms anregen, das Aprepitant verarbeitet, können dessen Wirkung abschwächen. Das ist der Fall bei dem TuberkulosemittelRifampicin sowie den AntiepileptikaPhenytoin, Carbamazepin und Phenobarbital. Auch die gleichzeitige Einnahme von Aprepitant und Johanniskraut (gegen Depressionen) wird nicht empfohlen.

Umgekehrt können Wirkstoffe, die die Aktivität des Enzyms hemmen, zu erhöhten Blutkonzentrationen von Aprepitant und mehr Nebenwirkungen führen. Dazu gehören die Pilzmittel Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol und Posaconazol, die AntibiotikaClarithromycin und Telithromycin, das AntidepressivumNefazodon sowie die HIV-1-Proteasehemmer (gegen AIDS).

Die gleichzeitige Anwendung von Aprepitant mit den BlutverdünnernAcenocoumarol oder Warfarin führt zu einer erhöhten Blutungsneigung. Patienten mit einer Warfarin-Dauertherapie müssen während der Therapie mit Aprepitant vom Arzt sehr sorgfältig hinsichtlich ihrer Blutgerinnung überwacht werden.

Die Wirksamkeit der "Pille" kann während und bis 28 Tage nach der Anwendung von Aprepitant vermindert sein. Daher sollten während der Behandlung sowie noch zwei Monate im Anschluss an die letzte Dosis Aprepitant andere, nicht-hormonelle Verhütungsmaßnahmen (Kondom, Pessar) ergriffen werden.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Aprepitant nicht eingesetzt werden.

Bisher wurden mit Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung nur begrenzt aussagefähige Studien, für Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung
keine Untersuchungen gemacht. Aprepitant sollte bei diesen Patienten nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle angewendet werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher wurden keine Schwangeren mit Aprepitant behandelt. Tierexperimente zeigten zwar keine Gefährdung der Ungeborenen, erlauben aber keine Aussage zum Risiko für den Menschen. Aprepitant darf daher während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, es sei denn, der Arzt hält es für unbedingt erforderlich.

Aprepitant geht in die Milch säugender Ratten über. Es ist nicht bekannt, ob dies auch beim Menschen der Fall ist. Deshalb sollte während der Behandlung nicht gestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bisher wurde die Wirkamkeit und Sicherheit von Aprepitant noch nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren durch Studien belegt. Die Anwendung in dieser Altersgruppe liegt also im Ermessen des Arztes.

Warnhinweise

  • Das Pulver darf nur als Teil einer Kombinationsbehandlung eingesetzt werden.
  • Das Medikament ist nicht zur Behandlung von Kindern über zwölf Jahren und unter sechs Monaten geeignet.
  • Die fertige Suspension ist bei Raumtemperatur drei Stunden, im Kühlschank drei Tage haltbar.
  • Das Medikament ist in der Originalverpackung aufzubewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
  • Das Medikament enthält Laktose (Milchzucker) und Sucrose (Haushaltszucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Beutel Pulver)
1 Beutel Pulver
125 Milligramm Aprepitant

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über EMEND 125 mg Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Aprepitant (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.