Amicette 250 Mikrogramm/35 Mikrogramm Tabletten

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 07.03.2014
Hersteller: Aristo Pharma GmbH
Wirkstoffkombination: Ethinylestradiol + Norgestimat
Darreichnungsform: Tablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Amicette 250 Mikrogramm/35 Mikrogramm Tabletten enthalten die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Norgestimat.

Die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Norgestimat wird zur hormonellen Schwangerschaftsverhütung ("Pille", "Antibabypille") eingesetzt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ethinylestradiol + Norgestimat sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung, Kontrazeptiva, Sexualhormone, zu welchen die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Norgestimat gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • schwangerschaftsverhütende Hormone zum Einnehmen

Dosierung

Eine Packung enthält 21 Tabletten.

Es wird jeweils täglich eine Tablette für die Dauer von 21 Tagen eingenommen. Bei erstmaliger Anwendung sollte die Einnahme am ersten Tag der Menstruation beginnen. Nach der 21-tägigen Anwendung erfolgt eine Einnahmepause von sieben Tagen, in der es gewöhnlich zu einer Entzugsblutung kommt (normalerweise zwei bis vier Tage nach der letzten Tabletteneinnahme).

Unabhängig davon, ob eine Entzugsblutung einsetzte oder wie lang sie dauerte, setzt man die Einnahme nach der Pause aus einer neuen Packung fort.

Wird das Medikament vorschriftsmäßig angewendet, besteht ab dem ersten Tag der Einnahme ein sicherer Verhütungsschutz, auch während der siebentägigen Einnahmepause.

Die Tabletten sollten möglichst immer zur gleichen Uhrzeit, eventuell mit etwas Flüssigkeit, geschluckt werden.

Das Medikament kann über mehrere Jahre eingenommen werden. In regelmäßigen Abständen sollten gynäkologische Kontrolluntersuchungen stattfinden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Indigocarmin (E 132)
  • mikrokristalline Cellulose
  • vorverkleisterte Maisstärke
  • all­-rac-­alpha-­Tocopherol
  • Croscarmellose-­Natrium
  • Lactose
  • pflanzliches Magnesiumstearat
  • Povidon K25

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Durchbruch- und Schmierblutungen, Kopfschmerzen (seltener Migräne).

Häufige Nebenwirkungen:
Wassereinlagerungen (Ödeme), Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Gewichtsveränderungen, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Nervosität, Schwindelgefühl, Veränderungen der Libido, Akne, Brustschmerzen, Brustempfindlichkeit, Brustvergrößerung, Flüssigkeitsabsonderung der Brustdrüsen, Regelblutungsschmerzen (Dysmenorrhoe), Scheidenentzündung, Scheidenausfluss, Pilzerkrankungen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blutdruckanstieg, Bauchkrämpfe, Blähungen, Veränderungen des Appetits, Änderungen der Blutfettwerte, Hautausschlag, Flecken im Gesicht (möglicherweise bleibend), Pigmentierungsstörungen, Körperbehaarungszunahme (Hirsutismus), Haarausfall.

Seltene Nebenwirkungen:
Veränderungen der Blutzuckerwerte, Knotenrose (Bildung schmerzhafter Knoten in der Haut), Kontaktlinsenprobleme (schlechte Verträglichkeit).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Krampfadern, Gallenblasenerkrankungen, Gallensteine, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Leberkrebs, Verschlechterung einer Störung des Abbaus von Hämoglobin (Porphyrie), Hautausschlag mit Knotenbildung (großflächig), Sehnerventzündung.

Weitere Nebenwirkungen (ohne Häufigkeitsangabe):
prämenstruelles Syndrom, Herpes gestationis, Veränderungen der Hornhaut, Veränderungen der Blutzuckerwerte, Nierenfunktionsstörungen, Darmentzündungen, Wachstum gutartiger Gebärmuttertumore.

Besonderheiten:
Bei der Anwendung ist besonders auf Anzeichen einer Verstopfung von Venen oder Arterien zu achten. Diese sind zum Beispiel starke Schmerzen oder Schwellungen eines Beins, die von Druckschmerz, Erwärmung oder Änderung der Hautfarbe des Beins begleitet sein können, plötzliche unerklärliche Atemnot, starker Brustschmerz, Symptome eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls. Werden solche Probleme bemerkt, ist die Einnahme sofort abzubrechen und ein Arzt aufzusuchen.

Wechselwirkungen

Die empfängnisverhütende Wirkung der Kombination Ethinylestradiol und Norgestimat kann durch die gleichzeitige Anwendung bestimmter Wirkstoffe abgeschwächt beziehungsweise aufgehoben werden. Dazu gehören:
  • Schlafmittel aus der Gruppe der Barbiturate
  • die Antibiotika Rifampicin, Griseofulvin, Ampicillin und Tetracycline
  • virenhemmende Mittel wie beispielsweise Ritonavir und Nelfinavir
  • Johanniskraut
  • Antiepileptika wie Barbexaclon, Hydantoin, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Oxcarbazepin, Topiramat und Felbamat
  • das GichtmittelPhenylbutazon
  • Aktivkohle
Das virenhemmende Mittel Indinavir kann die Wirkung der Kombination verstärken.

Da Ethinylestradiol und Norgestimat den Blutzuckerspiegel beeinflussen, müssen Insulin und orale Antidiabetika eventuell in ihrer Dosis angepasst werden.

Laborwerte von Leber, Niere und Schilddrüse können durch die Anwendung der Wirkstoffkombination verändert werden.

Gegenanzeigen

Ethinylestradiol und Norgestimat dürfen nicht angewendet werden bei:
  • Überempfindlichkeit gegen einen der Wirkstoffe der Kombination
  • Schwangerschaft
  • bestehenden oder früheren bösartigen Tumoren, die durch Gabe von Ethinylestradiol weiterwachsen würden (wie etwa Brustkrebs)
  • Herpesinfektionen in einer vorausgegangenen Schwangerschaft (Herpes gestationis)
  • unbehandelten Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut
  • diagnostisch nicht abgeklärten Blutungen aus der Scheide
  • akuten oder früheren schweren Lebererkrankungen (wie Lebertumoren, Leberentzündungen, Gelbsucht, Gallenstau, Dubin-Johnson-Syndrom, Rotor-Syndrom), zumindest solange sich bestimmte Leberwerte (Transaminasen) nicht normalisiert haben
  • akuten oder früheren Blutgefäßerkrankungen, die zu Gefäßverschlüssen (Thrombosen) von Arterien oder Venen geführt haben, wie etwa schweren Venenerkrankungen, Venenthrombosen, Venenentzündungen (Thrombophlebitis), Störungen der Blutgerinnung, Lungenembolie, Schlaganfall, Angina Pectoris, Herzinfarkt und Herzklappenfehler
  • schwer behandelbarem Bluthochdruck
  • Sichelzellenanämie
  • schweren Fettstoffwechselstörungen oder Fettsucht
  • Mittelohrschwerhörigkeit, die sich während vorangegangener Schwangerschaften verschlimmert hat
  • Migräne.
Bei den folgenden Erkrankungen kann die Wirkstoffkombination zwar angewendet werden, der Arzt muss jedoch durch laufende Kontrolle der entsprechenden Laborwerte die Entwicklung der Behandlung überprüfen und gegebenenfalls die Therapie abbrechen:
  • Brustkrebs in der Familie (Verwandtschaft ersten Grades)
  • zuvor aufgetretene Venenentzündungen
  • eine ausgeprägte Neigung zu Krampfadern
  • Blutdruckanstieg
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Lupus erythematodes
  • Herz- und Nierenfunktionsstörungen
  • Depressionen
  • vorausgegangene leichtere Leber- und Gallenblasenerkrankungen
  • Epilepsie
  • Asthma
  • Chorea minor (Veitstanz)
  • multiple Sklerose
  • Endometriose und gutartige Gebärmuttertumore
  • Erniedrigung des Blutkalziumspiegels
  • leichtere Fettstoffwechselstörungen oder erhebliches Übergewicht
  • Erkrankungen der Brustdrüse (Mastopathie)
  • Verwendung von Kontaktlinsen
Die Einnahme der Wirkstoffkombination begünstigt die Entstehung von Gefäßverschlüssen (Thrombosen), die zu gefährlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen können. Diese Gefahr kann durch zusätzliche Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Störungen der Blutgerinnung oder des Fettstoffwechsels sowie vorausgegangene Gefäßverschlüsse und eine längere Ruhigstellung (etwa durch Bettlägerigkeit) weiter erhöht werden.

Nach einer Leberentzündung sollte die Behandlung mit Ethinylestradiol und Norgestimat nicht vor Ablauf von sechs Monaten begonnen werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Das Anwendungsgebiet von Ethinylestradiol und Norgestimat schließt eine Behandlung mit der Wirkstoffkombination während der Schwangerschaft aus.

Die Produktion der Muttermilch kann durch Ethinylestradiol und Norgestimat verringert sein. Außerdem können kleine Wirkstoffmengen in die Muttermilch und damit in den Säugling übergehen. Um Schädigungen zu vermeiden, sollte das Kind vor einer Anwendung der Wirkstoffkombination abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Das Anwendungsgebiet von Ethinylestradiol und Norgestimat schließt eine Behandlung von Kindern mit der Wirkstoffkombination aus.

Warnhinweise

  • Laborwerte von Leber, Niere und Schilddrüse können durch die Anwendung des Medikaments verändert werden.
  • Das Medikament schützt nicht vor HIV-Infektionen oder anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen.
  • Löst das Medikament Anzeichen einer Verstopfung von Venen oder Arterien aus, muss die Einnahme sofort beendet und ein Arzt aufgesucht werden.
  • Treten depressive Beschwerden und Stimmungsschwankungen auf, sollte unbedingt der behandelnde Arzt aufgesucht werden.
  • Das Medikament enthält Lactose (Milchzucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.
  • Das Medikament ist in der Originalverpackung aufzubewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
21 Tabletten Tabletten
63 Tabletten Tabletten
126 Tabletten Tabletten

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Amicette 250 Mikrogramm/35 Mikrogramm Tabletten sowie weitere Medikamente mit der Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Norgestimat (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Tabletten
Tabletten
Dragees (siehe Dosierungsanleitung)

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.