Gastritis

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 25. November 2013)

auch bezeichnet als:
Entzündung der Magenschleimhaut; Magenschleimhaut-Entzündung; Magenschleimhautentzündung

Ursachen

Magenschleimhaut-Entzündungen haben verschiedene Ursachen. Auslöser für eine akute Gastritis können sein:
  • Toxische (zellgiftige) Substanzen, welche die Zellen der Magenschleimhaut angreifen und verletzen. Zu diesen "Zell-Giften" gehören bestimmte Schmerzmedikamente (Antiphlogistika wie Acetylsalicylsäure, Glukokortikoide oder Zytostatika), die in hohen Dosen über einen langen Zeitraum genommen werden. Auch der übermäßige Genuss von Alkohol, Nikotin, Kaffee und scharfem Essen schadet der Magenschleimhaut.
  • Stress schlägt sich buchstäblich "auf den Magen" und begünstigt eine akute Gastritis.
  • Mechanische Eingriffe, etwa Operationen, können die Magenschleimhaut verletzen.
  • Bei Leistungssportlern tritt mitunter der so genannte "Runners stomach" auf. Diese leichtere Form der Gastritis ist Folge der kohlehydratreichen Ernährung bei gleichzeitiger körperlicher Anstrengung. Das führt zu einer Übersäuerung des Magens.
Chronische Magenschleimhaut-Entzündungen werden, je nach Ursache, in drei Typen eingeteilt:
  • Beim Typ A (Autoimmungastritis) handelt es sich um eine so genannte Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper gegen Zellen der Magenschleimhaut gebildet werden. Die Gastritis vom Typ A ist sehr selten.
  • Die Gastritis Typ B (Helicobacter pylori-Gastritis) ist die häufigste der Gastritis-Formen. Sie wird durch das Bakterium Helicobacter pylori verursacht. Helicobacter pylori ist in der Lage, sich an der Oberfläche der Magenschleimhaut anzusiedeln. Dort bildet das Bakterium das Enzym Urease, das zu Störungen in der Regulierung der Magensäureproduktion führt und darüber hinaus die Schleimhaut schädigt. Neuere Untersuchungen zeigen, dass mit steigendem Lebensalter eine Besiedlung des Magens mit Helicobacter pylori zunimmt. Fast 50 Prozent der über 50-Jährigen in den westlichen Ländern sind mit dem Erreger infiziert. Allerdings entwickeln nicht alle Menschen, bei denen Helicobacter pylori im Magen gefunden wird, eine Magenschleimhaut-Entzündung.
  • Die Gastritis vom Typ C, auch chemisch-toxische Gastritis genannt, entsteht durch die Einwirkung giftiger Substanzen auf die Magenschleimhaut. In erster Linie handelt es sich dabei um Gallensaft und Flüssigkeit, die aus dem Zwölffingerdarm in den Magen zurückfließt. Auch chronischer Alkoholkonsum und die bereits bei der akuten Gastritis genannten Schmerzmittel können eine chronische Gastritis Typ C auslösen.
Des weiteren gibt es seltene Magenschleimhautentzündungen mit verschiedenen Ursachen, Manchmal werden sie als Gastritis Typ D (D wie diverse Auslöser) bezeichnet. Dazu gehören unter anderem:
  • Morbus Crohn-Gastritis (bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
  • kollagene Gastritis (Veränderungen in der Struktur der Magenschleimhaut)
  • hämorrhagische Gastritis (nach Blutung)
  • Gastritis corrosiva (durch Säuren oder Laugen hervorgerufen)
  • Gastritis phlegmonosa (flächenhaftes Eindringen von Eiter in Magenschleimhaut und Magenwand)
  • Gastritis polyposa: durch Schleimhautvorwölbungen (Polypen) in den Mageninnenraum geprägt
  • urämische Gastritis (Magenschleimhautentzündung bei einer Harnvergiftung, Urämie)
Als Typ R-Gastritis wird eine Magenschleimhautentzündung bezeichnet, die infolge von häufigem Sodbrennen entsteht. Sie kann schwerwiegende Komplikationen in Form eines so genannten Barrett-Ösophagus nach sich ziehen. Dabei handelt es sich um eine Schleimhautumwandlung, die als Krebsvorstufe gewertet wird.




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