Zahnstein und Plaque (Zahnbelag): Was ist Plaque?

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (26. Februar 2016)

Plaque ist der weiche, gelbliche und fest haftende Zahnbelag, der sich bereits innerhalb kurzer Zeit nach dem Zähneputzen auf den Zähnen bildet. Plaque besteht zum großen Teil aus Bakterien.

Insbesondere an Stellen, die für die Zahnbürste nur schwer zugänglich sind, hat Plaque leichtes Spiel – so zum Beispiel in den Zahnzwischenräumen oder in den Furchen auf den Kauflächen der Seitenzähne (Fissuren). Auch im Bereich des Zahnhalses entsteht Zahnbelag sehr rasch. Fährt man mit der Zunge darüber, fühlt sich der Bereich pelzig an.

Nach dem Zähneputzen ist vor dem Zähneputzen – denn schon direkt nach der letzten Reinigung beginnt die erste Phase der Plaquebildung!

Unmittelbar nach der Reinigung bildet sich auf der Zahnoberfläche ein feiner, schützender Biofilm, der aus verschiedenen Eiweißen des Speichels besteht: das sogenannte Pellikel oder Schmelzoberhäutchen. Das Pellikel (lat. pellicula = kleines Fell, kleine Haut) erfüllt im Mundraum sinnvolle Aufgaben: Es schützt den empfindlichen Zahn zum Beispiel vor aggressiven Säuren und sorgt dafür, dass der Zahnschmelz wichtige Mineralien einlagert (Remineralisation). Diese Art dünner Zahnbelag trägt also – im Gegensatz zu Plaque und Zahnstein – zur Zahngesundheit bei.

Das Bild zeigt einen Wecker. © Jupiterimages/iStockphoto

Regelmäßiges Putzen ist wichtig – denn schon nach kurzer Zeit bildet sich neuer Zahnbelag!

Das Pellikel ist zunächst bakterienfrei und nicht mit bloßem Auge sichtbar. Nach und nach siedeln sich auf dem Pellikel jedoch verschiedene Bakterien aus der Mundflora an – der Grundstein für Zahnbelag ist gelegt.

Im weiteren Verlauf reichern sich Nahrungsreste inklusive bestimmter Zuckerbausteine (sog. Polysaccharide, Mehrfachzucker), verschiedene Speichelbestandteile und Gewebezellen (Epithelzellen) auf dem Zahn an.

Die Mehrfachzucker bilden eine Art Matrix, eine Oberfläche, auf der Bakterien noch leichter und fester haften können, was die Bildung von Plaque weiter beschleunigt. Zudem dienen die Zuckerbausteine als Nahrungsquelle für Keime. Dabei wandeln sie den Zucker in Säuren um, die den Zahnschmelz angreifen und porös machen. Je poröser der Zahnschmelz, desto eher können Bakterien in den Zahn eindringen und ihn zerstören.

Immer mehr Bakterien siedeln sich im Zahnbelag an und vermehren sich. Die Plaque ist nun anhand ihrer weiß-gelblichen Farbe zu erkennen. Sie sollte jetzt dringend mit der Zahnbürste in Berührung kommen – nach ein bis zwei Tagen lässt sich Zahnbelag nämlich nicht mehr so leicht entfernen.

War die Plaque zunächst noch wasserlöslich, verhärtet sie sich nach wenigen Tagen: Zahnstein entsteht.

Von Plaque zum Zahnstein

  1. Direkt nach der Reinigung bildet sich auf den Zähnen ein feiner, schützender Film (Pellikel).
  2. Mit der Zeit sammeln sich auf dem Pellikel Bakterien an; Zucker aus Nahrungsresten begünstigen, dass sich die Bakterien rasch vermehren und bilden eine Matrix, die den Bakterien Halt gibt.
  3. Im weiteren Verlauf verschmelzen einzelne Plaqueherde zu größeren Bereichen.
  4. Nach frühestens ein bis zwei Tagen wird die Plaque durch Calciumsalze aus dem Speichel zu hartem Zahnstein.

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