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Forenexperte: Dr. med. dent. Peter Schmitz-Hüser
Forum Zahnmedizin
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Stand: 19. April 2012Autor: Onmeda-Redaktion
Mit dem Begriff "Fluoridierung" ist eine ausreichende Versorgung mit Fluoriden gemeint. Fluoride sind natürliche Bausteine des Körpers, die an Knochenbildung und Wachstum maßgeblich beteiligt sind. Fluoride sind außerdem wichtig für einen festen, gesunden Zahnschmelz.
Bezüglich der Vorbeugung von Karies (Kariesprophylaxe) hat sich herausgestellt, dass eine Fluoridierung das Auftreten von Karies deutlich verringert. Am besten wirkt das Fluorid gegen Karies, wenn es direkt auf den Zahn aufgebracht wird. Mit der Nahrung aufgenommenes Fluorid hat dagegen einen geringeren Effekt in der Kariesprävention.
Fluoride wirken auf verschiedene Weise positiv auf die Zahngesundheit. Eine wichtige Funktion der Fluoride ist die Remineralisierung des Zahnschmelzes: Nach dem Essen verarbeiten Bakterien im Mund die Nährstoffe weiter. Dabei entstehen Säuren, welche die im Zahnschmelz eingelagerten Mineralien lösen. Die Mineralien machen den Zahnschmelz hart. Gehen die gelösten Mineralien verloren, ist der Zahn nicht mehr so gut vor Karies geschützt – es können Löcher entstehen. Fluoride bewirken, dass die gelösten Mineralien wieder in den Zahnschmelz eingelagert werden und ihn dadurch stabilisieren.
Außerdem hemmen Fluoride den Bakterienstoffwechsel und damit auch die Produktion von zahnschmelzschädigenden Säuren.Eine ausreichende Versorgung Fluoridierung des Zahns gehört deshalb zu den Eckpfeilern der Zahngesundheit. Wenn Sie mit Fluoriden Karies vorbeugen möchten, können Sie dies auf unterschiedliche Weise tun. Die tägliche Fluoridzufuhr über die Nahrung und das Trinkwasser allein reicht allerdings nicht aus, um Karies zu vermeiden. Zusätzliche Fluoridquellen sind zum Beispiel fluoridhaltige Zahnpasten und Mundspüllösungen. Der Zahnarzt kann die Zähne zusätzlich mit einem Fluoridlack versiegeln.
Bei einer extrem hohen Zufuhr von Fluoriden kann eine sogenannte Fluorose (Fluoridvergiftung) auftreten. Dies ist aber nur sehr selten der Fall. Die Symptome unterscheiden sich, je nachdem ob die Fluoride innerlich oder äußerlich überdosiert wurden.
Bei einer äußerlichen Überdosierung – wenn Sie also zu viel Fluorid von außen auf die Zähne aufgetragen haben – treten weiße Flecken an den Zähnen auf. Bei einem normalen Umgang mit fluoridhalten Zahnpflegeprodukten ist eine Fluorose aber unwahrscheinlich.
Wenn Sie versehentlich zu viel Fluorid aufgenommen haben oder wenn etwa ein Kind eine Tube fluoridierter Zahnpasta gegessen hat, können Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen auftreten. Bei einer geringen Überdosierung hilft ein Glas Milch gegen die Beschwerden, denn das darin enthaltene Kalzium bindet überschüssiges Fluorid. Bei größeren Fluoridmengen sollten Sie dagegen sicherheitshalber einen Arzt rufen.
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