Zahnerhaltung: Zahnfüllung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (12. August 2015)

Hat der Zahnarzt die Karies entfernt, nutzt er zur Zahnerhaltung eine Zahnfüllung, die das entstandene Loch in der Zahnsubstanz wieder verschließt. Die Zahnfüllung schützt davor, dass sich erneut Karies bildet. Außerdem verhindert sie Zahnschmerzen, denn die Nervenendigungen im Zahn sind durch die Zahnfüllung wieder gut vor äußeren Reizen (z.B. Kältereiz) geschützt. Zudem ermöglicht die Zahnfüllung wieder die Kaufunktion und sorgt für ein optisch ansprechendes Gebiss.

Je nachdem, welcher Zahn betroffen ist, wo der Schaden am Zahn genau sitzt und wie groß das Loch in der Zahnsubstanz ist, kommen unterschiedliche Füllungsmaterialien infrage. Der Zahnarzt wählt also jeweils das passende Material für eine Behandlung aus, das im individuellen Fall für eine optimale Zahnerhaltung sorgt.

Mögliche Füllstoffe sind:

  • Kunststoffe
  • Zemente (z.B. Glasionomer-Zement)
  • Amalgam
  • Goldlegierungen
  • Keramik

Welches Material jeweils am ehesten geeignet ist, richtet sich zum Beispiel nach den physikalischen Eigenschaften – dazu gehören unter anderem die Haltbarkeit und die Belastbarkeit des Füllmaterials.

Das Bild zeigt eine Patientin und einen Zahnarzt. © Jupiterimages/Digital Vision

Zahnfüllungen zählen zu den Routineeingriffen.

Bei der Wahl des Materials berücksichtigt der Zahnarzt aber auch das äußere Erscheinungsbild ("Zahnästhetik ") und die Kosten. Neben den individuellen Erfahrungen des behandelnden Arztes spielen außerdem auch Besonderheiten des Patienten eine Rolle, etwa Allergien gegen bestimmte Materialien, Alter und Gebisszustand. Alle Füllungsmaterialien besitzen Vor- und Nachteile, die Zahnarzt und Patient im Einzelfall gemeinsam durchsprechen und abwägen.

In den letzten Jahren hat die medizinische Forschung eine Reihe von neuen Produkten für eine Zahnfüllung hervorgebracht, zum Beispiel Kompomere (Mischung aus Kunststoff und Glasionomer-Zement) oder Polyglass. Da es aber bislang noch wenig Langzeiterfahrung mit diesen Materialien gibt, kann man noch nicht komplett beurteilen, wie sich die neuen Füllungsmaterialien in der Praxis bewähren und welche Vorteile sie mit sich bringen. Sie können aber mit Ihrem Zahnarzt besprechen, für wie verlässlich er die neuen Werkstoffe im Einzelfall hält und ob sie für Ihren individuellen Fall infrage kommen.

Typische Materialien bei kleinen Zahnfüllungen sind:

  • Kunststoffe im Frontzahnbereich
  • Kunststoffe im Seitenzahnbereich
  • Amalgam im Seitenzahnbereich
  • Zemente bei Kindern und in feuchten Bereichen, zum Beispiel unter dem Zahnfleischrand
  • Goldhämmerfüllungen im Seitenzahnbereich

Typische Materialien bei großen Zahnfüllungen:

  • Kunststoffe im Frontzahnbereich oder als Zahnaufbau vor der Versorgung mit einer Krone
  • Zemente als Zahnaufbau vor der Versorgung mit einer Krone
  • mit keramischen Partikeln versehene Kunststoffe im Seitenzahnbereich
  • Amalgam im Seitenbereich
  • Zemente bei Kindern
  • Einlagefüllung (Inlay oder Onlay) aus Goldlegierungen im Seitenzahnbereich
  • Einlagefüllung (Inlay) aus Kunststoff oder Keramik im Seitenzahnbereich

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