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Forenexperte: Dr. med. dent. Peter Schmitz-Hüser
Forum Zahnmedizin
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Stand: 28. Februar 2011Autor: Onmeda-Redaktion
Möchte man Zahnimplantate einsetzen, ist es wichtig, zuvor auch die Erfolgsaussichten abzuschätzen: Der behandelnde Arzt muss dabei zuerst abwägen, ob ein Zahnimplantat für den jeweiligen Patienten überhaupt geeignet ist. So gelten zum Beispiel Erkrankungen des Stoffwechsels oder der Leber, Nieren beziehungsweise von Blut und Knochen als Gegenanzeigen für Zahnimplantate. Nikotin-, Alkohol- und Drogenmissbrauch sprechen ebenfalls gegen diese Form des Zahnersatzes. Außerdem sollten Patienten, die an einer akuten Infektionskrankheit leiden oder vor Kurzem eine Strahlentherapie erhalten haben, keine Zahnimplantation vornehmen lassen. Dasselbe gilt für Schwangere und stillende Mütter. Nicht zuletzt muss der Patient auch mit den besonderen Maßnahmen bei der Mundhygiene nach der Zahnimplantation zurechtkommen.
Auch spezielle anatomische Verhältnisse im Mundraum können die Implantation erschweren. Eine Mundtrockenheit, Erkrankungen der Schleimhaut oder des Kieferknochens, eine zu große Zunge, ungünstige Kiefer- und Bissverhältnisse sowie krankhafte Kaubewegungen können gegen Zahnimplantate sprechen. Ebenfalls muss eine ausreichende Knochendicke gewährleistet sein, um die Implantate in den Kieferknochen einsetzen zu können.
Ist nicht ausreichend Knochen im Unter- oder Oberkiefer vorhanden, spricht man auch von einem unzureichenden "Knochenbett" für das Implantat. Es besteht dann aber die Möglichkeit, bessere knöcherne Voraussetzungen durch eine chirurgische Voroperation zu schaffen. Bei dieser sogenannten Knochenaugmentation setzt der Kieferchirurg Knochensubstanz in den Kiefer ein beziehungsweise lagert sie auf den Kiefer auf. Die entsprechenden Operationstechniken haben sich in den vergangenen Jahren so weit verfeinert und als zuverlässig erwiesen, dass ein zu dünner Knochen heute kein Hinderungsgrund mehr für ein Zahnimplantat ist. Die Aussicht auf dauerhaften Behandlungserfolg sind lediglich geringfügig vermindert.
Zahnimplantate sind bei jugendlichen Patienten kritisch zu bewerten, da das Knochenwachstum noch nicht abgeschlossen ist. Bei männlichen Jugendlichen ist dieser Prozess mitunter erst mit dem 20. Lebensjahr abgeschlossen ist. Bei Mädchen früher, etwa ab dem 18. Lebensjahr. Gegen die Implantation im hohen Alter spricht allerdings nichts. Liegt der Zahnverlust hingegen sehr lange zurück, kann die einfache Verankerung des Zahnimplantats unter Umständen erschwert sein, da eine fehlende Zahnwurzel auch den Abbau der Knochenmasse im Kiefer mit sich bringt.
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