Die Zähne: Zahnschmelz

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (16. Februar 2012)

Der Zahnschmelz ist eine fast reine Mineralschicht, welche die Zahnkrone als äußerste Schicht überzieht. Er schützt die Zähne gegen äußere schädigende Einflüsse sowie insbesondere vor Abrieb.

Zahnschmelz zählt zu den härtesten Substanzen des menschlichen Körpers. Er besteht zu 95 Prozent aus anorganischen Bestandteilen (hauptsächlich aus Calcium und Phosphat in Form von Hydroxylapatit), zu 1 Prozent aus organischen Substanzen (v.a. Proteine, aber auch Kohlenhydrate und Lipide) und zu 4 Prozent aus Wasser. Einmal beschädigt, kann der Körper den Zahnschmelz nicht neu nachbilden. Mit zunehmendem Alter wird der Zahnschmelz durch die Abnutzung dünner.

Im Zahnschmelz findet ein reger Stoffaustausch mit der Umgebung statt. Mineralien können aus dem Zahnschmelz austreten (Demineralisierung) und ihn dadurch schwächen: Wird das Milieu im Mundraum zu sauer, lösen sich Calcium und Phosphat aus den Zähnen, um die Säure abzupuffern. Mineralien können jedoch auch wieder in den Zahnschmelz eingebaut werden (Remineralisierung) und diesen stärken.

Speichel puffert eine zu starke Ansäuerung im Mundraum ab und kann den Zahnschmelz dadurch in gewissem Rahmen schützen beziehungsweise remineralisieren. Denn im Speichel finden sich Mineralien wie Calciumphosphate, die die Struktur des Zahnschmelzes wieder stärken. Aus diesem Grund können zuckerfreie Kaugummis nach dem Essen die Kariesprophylaxe fördern, denn durch das Kauen wird mehr Speichel produziert.

Der Ein- und Ausbau von Mineralien aus dem Zahnschmelz befindet sich normalerweise in Balance. Werden jedoch mehr Mineralien aus dem Zahnschmelz herausgelöst als wieder eingebaut werden können, schwächt das den Zahnschmelz und Karies kann leichter entstehen.

Verschiedene Faktoren können den Zahnschmelz angreifen, wie zum Beispiel:

  • säurebildende Kariesbakterien bzw. zuckerhaltige Nahrungsmittel
  • säurehaltige Getränke (z.B. Limonaden, Fruchtsäfte)
  • falsche Zahnputztechniken (zu festes Zähneputzen, zu harte Zahnbürste, ...)

Fluoride helfen dabei, den Zahnschmelz widerstandfähiger zu machen. Denn sie erleichtern den Einbau von Calciumphosphat aus dem Speichel und fördern dadurch die Remineralisierung. Die Fluoride gelangen außerdem mit in den Zahnschmelz und stärken diesen dadurch. Ein positiver Nebeneffekt der Fluoridierung ist zudem, dass sie den Stoffwechsel von Kariesbakterien stört und diese sich nicht mehr so leicht vermehren können. Aus diesem Grund sollte man Zahnpasta mit Fluoriden bevorzugen. Auch fluoridiertes Speisesalz ist zu empfehlen.


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