Wurzelspitzenresektion

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (08. November 2013)

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Wenn eine Wurzelbehandlung erfolglos blieb, ist die Wurzelspitzenresektion (WSR) oft die letzte Möglichkeit, um die Zahnsubstanz zu retten – die Alternative wäre, den Zahn zu ziehen.

Immer noch Zahnschmerzen – und das trotz Wurzelbehandlung: In manchen Fällen kann der Zahnarzt eine Entzündung im Zahn nicht beseitigen, obwohl er bereits eine Wurzelbehandlung durchgeführt hat. Hat eine erneute Wurzelbehandlung (Revision) ebenfalls keinen Erfolg, dann bleibt nur noch die Wurzelspitzenresektion, um den Zahn zu erhalten.

Eine Wurzelspitzenresektion kann auch in anderen Situationen Anwendung finden, etwa, wenn die Wurzelkanäle so stark gekrümmt sind, dass eine Wurzelbehandlung keinen Sinn machen würde.

Ziel der Wurzelspitzenresektion ist es, Infektionen zu beseitigen, um den Zahn langfristig in der Zahnreihe belassen zu können.

Bei einer Wurzelspitzenresektion kappt der Operateur die Spitze der Zahnwurzel, entfernt krankes Gewebe und verschließt danach den Wurzelkanal. Das Wort "Resektion" bedeutet so viel wie "das Abschneiden".

Anhaltende Entzündungen im Zahninneren können nicht nur schmerzhaft sein, sie können unbehandelt auch Komplikationen mit sich bringen. So kann die Entzündung etwa auf den Kieferknochen und die Kieferhöhle übergreifen.

Zudem kann sich ohne Behandlung eine umkapselte Eiteransammlung bilden (Abszess) oder es entsteht ein Gewebehohlraum (Zyste), der dem Knochen schaden kann. Bei Personen, deren Abwehr geschwächt ist – zum Beispiel durch eine Chemotherapie oder durch die Einnahme von Medikamenten zur Unterdrückung des Immunsystems – können nicht behandelte Entzündungen zu schweren Infektionen führen.

Illustration: Zahn mit entzündetem Gewebe an der Wurzelspitze.

Im Rahmen der Wurzelspitzenresektion kappt der Zahnarzt die entzündete Wurzelspitze.

Daher gilt: Suchen Sie bei Beschwerden den Zahnarzt auf. Er kann mögliche Komplikationen rechtzeitig erkennen und entsprechend behandeln. Wenn der Zahn bereits wurzelbehandelt wurde, wird der Arzt Ihnen vielleicht eine Wurzelspitzenresektion vorschlagen.

Wer führt die Wurzelspitzenresektion durch?

Eine Wurzelspitzenresektion sollte möglichst von einem Spezialisten durchgeführt werden. Dies kann zum Beispiel ein Zahnarzt oder Chirurg sein, der über eine entsprechende Ausbildung verfügt (Tätigkeitsschwerpunkt Endodontologie) oder sich entsprechend fortgebildet hat.

Mediziner bezeichnen eine Wurzelspitzenresektion auch als Apikotomie. Häufig wird sie auch mit den Buchstaben WSR abgekürzt.


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