Wurzelbehandlung

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (04. November 2013)

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"Wenn Sie diesen Zahn erhalten wollen, ist eine Wurzelbehandlung nötig." Einen Satz wie diesen hat schon so mancher Zahnarztpatient zu hören bekommen – und viele Menschen sehen einer drohenden Wurzelbehandlung mit gemischten Gefühlen entgegen. Sie befürchten etwa, Schmerzen zu haben oder viel Geld bezahlen zu müssen. Doch in den meisten Fällen ist eine Wurzelbehandlung ein Eingriff, der sich lohnt – der Zahngesundheit zuliebe.

Eine Wurzelbehandlung ist erforderlich, wenn sich das weiche Gewebe im Inneren eines Zahns – auch Pulpa oder Zahnmark genannt – entzündet hat oder bereits abgestorben ist. Aber auch, um einer drohenden Entzündung vorzubeugen, kann der Zahnarzt diesen Eingriff empfehlen.

Im Rahmen der Wurzelbehandlung entfernt der Zahnarzt das entzündete oder abgestorbene Gewebe in den Wurzelkanälen, reinigt das Zahninnere und füllt die Kanäle anschließend mit einem sterilen Material. Fachlich korrekt spricht man auch von einer Wurzelkanalbehandlung. Der Zahn wird nun nicht mehr durchblutet, kann aber in der Zahnreihe erhalten bleiben. Häufig ist zusätzlich eine Krone fällig, da der Zahn mit der Zeit brüchig wird.

Eine Wurzelbehandlung kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn …

  • Karies einen Zahn zerstört hat,
  • … Teile des Zahns (inklusive der versorgenden Gefäße) abgebrochen sind, etwa nach einem Unfall,
  • … ein Zahn überkront werden soll, der viel Zahnsubstanz verlieren wird, sodass das Zahnmark (fast) freiliegt. So kann man zur Sicherheit einer drohenden Entzündung vorbeugen.

In den meisten Fällen ist Karies der Übeltäter, wenn eine Wurzelbehandlung ansteht. Wenn Bakterien das Zahninnere befallen und in die feinen Wurzelkanäle gelangt sind, können sie dort eine Entzündung hervorrufen – und die kann mitunter recht schmerzhaft sein.

Der Grund für die entstehenden Zahnschmerzen: Durch die Entzündung dehnen sich die Gefäße im Zahn aus und drücken auf den Nerv. Wer jetzt keinen Zahnarzt aufsucht, riskiert, dass sich die Entzündung ausbreitet und etwa den Kiefer befällt. Im weiteren Verlauf können sich die Bakterien bis in die Weichteile ausbreiten und zu schweren Infektionen führen.

Aufbau des Zahns im Querschnitt

Das Zahninnere durchzieht ein System aus Wurzelkanälen. In den Kanälen befindet sich ein weiches Gewebe, welches von Nerven und feinen Blutgefäßen durchzogen ist – die Pulpa, auch Zahnmark genannt. Die Pulpa versorgt die Zellen am Rande der Wurzelkanäle (sog. Odontoblasten). Diese Zellen bilden die Zahnhartsubstanz, das Dentin.

Eine Wurzelbehandlung (Wurzelkanalbehandlung) ist oft die einzige Möglichkeit, um die Zahnsubstanz zu erhalten – die Alternative wäre, den betroffenen Zahn zu entfernen und gegebenenfalls auf Zahnersatz zurückzugreifen.

Letzten Endes entscheidet natürlich immer der Patient, ob er eine Wurzelbehandlung durchführen lassen möchte. Unterbleibt eine eigentlich notwendige Wurzelbehandlung, muss der Zahnarzt den betroffenen Zahn ziehen (Extraktion). Gegenüber der Extraktion bietet eine Wurzelbehandlung jedoch einige Vorteile:

  • Der Zahn bleibt in seiner Form erhalten und kann noch lange "seinen Dienst tun".
  • Es ist kein aufwändiger Zahnersatz notwendig.
  • Sollten benachbarte Zähne einmal eine Brücke benötigen, kann der Zahn hierfür verwendet werden.

Man spricht bei einer Wurzelbehandlung auch von einer sogenannten endodontischen Behandlung. Frei übersetzt ist damit die Behandlung des Zahninneren gemeint (griech. endo = innen, odont = Zahn).


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