Weisheitszähne: Wann sie raus müssen

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (15. Dezember 2016)

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Wann muss man die Weisheitszähne "ziehen"? Manche Menschen sind der Ansicht, Weisheitszähne sollten immer entfernt werden – schließlich benötigt man sie nicht. Andere wiederum glauben, mit einer Weisheitszahn-OP würden die Probleme erst anfangen. Fest steht: Pauschal kann man die Frage nicht beantworten. Vielmehr hängt es von vielen Faktoren ab, ob eine Weisheitszahn-OP infrage kommt oder nicht.

Die Weisheitszähne (Dens molaris tertius) zeigen sich in der Regel erst nach dem 16. Lebensjahr, manchmal auch deutlich später. Wenn ein Weisheitszahn "durchbricht" und im Mundraum sichtbar wird, kann dies ganz schön schmerzhaft sein, besonders, wenn es sich um einen Zahn im Unterkiefer handelt. Wenn alle Weisheitszähne gerade in der Zahnreihe stehen, gilt die gesunde Zahnentwicklung als abgeschlossen. Aber dies ist nicht immer der Fall – was mit Problemen verbunden sein kann.

Schematische Darstellung retinierter Weisheitszähne.

Oft brechen Weisheitszähne gar nicht vollständig durch, sondern bleiben im Kiefer verborgen.

Häufig treten Weisheitszähne gar nicht durch – bis zu 80 Prozent der jungen Erwachsenen in der europäischen Bevölkerung hat mindestens ein Exemplar im Mund, das meist ohne Schmerzen unter dem Zahnfleisch verborgen bleibt oder nur teilweise sichtbar wird. Mediziner sprechen von einer Retention (lat. retenere = zurückhalten).

Eine Retention kann verschiedene Gründe haben: Zum einen kann es sein, dass der Weisheitszahn von Anfang an nicht gerade im Kiefer sitzt und somit gar nicht zum Vorschein kommen kann.

Zum anderen können andere Zähne den Zahndurchtritt verhindern, oder aber es ist im Kiefer nicht genug Platz für einen weiteren Zahn vorhanden.

Es gibt einige Komplikationen, die durch nicht normal "durchgebrochene" Weisheitszähne entstehen oder mit ihnen einhergehen können:

  • Im Spalt zwischen Zahnkrone und Knochen können sich Infektionen bilden.
  • Auf teilweise durchgebrochenen Zahnkronen können sich Schmutznischen bilden, was zu Karies am Weisheitszahn oder an benachbarten Zähnen führen kann.
  • Aus umliegendem Gewebe können sich Zysten entwickeln.
  • Benachbarte Zähne können durch die Zahnkrone des Weisheitszahns beschädigt werden.
  • Selten kann sich aus dem umliegenden Zahngewebe der Zahnkrone ein Tumor entwickeln.

Das menschliche Erwachsenengebiss besteht aus 32 Zähnen – auf jeder Seite befinden sich oben und unten

  • 2 Schneidezähne,
  • 1 Eckzahn,
  • 2 Vorbackenzähne (Premolaren) und
  • bis zu 3 Mahlzähne (hintere Backenzähne, Molaren).

Die jeweils dritten, hintersten Mahlzähne sind die Weisheitszähne. Sie befinden sich im Kiefer ganz hinten auf jeder Seite oben und unten.

Woher der Begriff "Weisheitszähne" stammt, ist nicht genau bekannt. Vermutlich ist die Bezeichnung entstanden, weil die Weisheitszähne erst deutlich später als alle anderen Zähne durchbrechen; zu einem Zeitpunkt, an dem die Jugendlichen schon etwas älter sind – und möglicherweise auch weiser.

Eine grafische Abbildung des menschlichen Gebisses.

Das Gebiss eines Erwachsenen


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