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Forenexperte: Dr. med. dent. Peter Schmitz-Hüser
Forum Zahnmedizin
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Stand: 29. März 2012Autor: Onmeda-Redaktion
Piercing, das Durchstechen von Körperteilen mit kleinen Metallsteckern, ist eine beliebte Art des Körperschmucks, vor allem bei Jugendlichen. Lippen- oder Zungenpiercings können sich dabei auch auf die Zahngesundheit auswirken.
Zu den Risiken eines Piercings im Mundbereich gehören Infektionen, die meist durch mangelnde Hygiene beim Stechen entstehen. Zu den möglichen, aber glücklicherweise seltenen Komplikationen zählen eine Herzentzündung (Endokarditis), Leberentzündung (Hepatitis), Leberabszesse, Blutvergiftung (Sepsis), HIV, Wundstarrkrampf (Tetanus) und weitere Virusinfektionen. Darüber hinaus kann es zu allergischen Reaktionen gegen das eingesetzte Metall kommen.
An der Piercingstelle sind lokale Komplikationen möglich, etwa beschädigte Füllungen, Kronen, Inlays oder Veneers. Auch kann es zu Blutungen, Narbenbildung, Lückenbildung der Zähne, Nervenschädigungen und Sprachbehinderungen kommen. Zudem kann sich das Zahnfleisch an den Stellen zurückziehen, an denen das Piercing häufig reibt. Ebenso sind Beschädigungen des Zahnschmelzes sowie Zahnbrüche (Schmelz-Dentin-Frakturen) möglich.
Das Piercing gilt in Deutschland rechtlich nicht als ärztliche Maßnahme – deshalb darf im Prinzip auch jeder Piercings stechen. Die hygienischen Umstände sind aber leider in einigen Piercing- und Tattoostudios nicht optimal. Die wichtigsten Punkte sind die Sterilität der verwendeten Stichinstrumente und des Schmuckstücks, sorgfältige Desinfektion der Einstichstelle (vor und nach dem Stich) und das Verwenden von sterilen Handschuhen. Wer sicher gehen will, dass hygienische Standards eingehalten werden, sollte seinen Arzt oder Zahnarzt um das Piercing bitten. Allerdings erfüllen aufgrund der möglichen Nebenwirkungen nicht alle Ärzte diesen Wunsch.
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