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Zähneknirschen (Bruxismus)

Zähneknirschen: Definition

Stand: 22. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Zähneknirschen (Bruxismus) ist die bekannteste Form der sogenannten Parafunktionen. Darunter versteht man Aktivitäten des Kausystems, die keinem funktionellen Zweck dienen. Ein funktioneller Zweck wäre zum Beispiel das Zerkleinern von Nahrung. Zu den Parafunktionen zählen neben dem Zähneknirschen auch Wangen-, Lippen- und Zungenbeißen, Zähne- und Zungenpressen, sowie das Kauen auf Objekten, wie zum Beispiel Fingernägeln oder Bleistiften.

Beim genauen Nachdenken fällt vielen Menschen auf, dass auch sie mindestens eine dieser Bewegungen regelmäßig ausführen. Trotz der weiten Verbreitung vieler Parafunktionen in der Bevölkerung haben sie meist keine schwerwiegenden Folgen für Mund und Zähne. Beim Zähneknirschen und Zähnepressen – zusammengefasst unter dem Begriff Bruxismus – können jedoch Schäden an den Zähnen entstehen.

Die richtige Haltung der Kiefer zueinander ist die sogenannte Schwebehaltung. Die Kaumuskeln sind dabei entspannt und die Zähne des Ober- und Unterkiefers berühren sich nicht. Ihr Abstand beträgt zwei bis drei Millimeter. Nur beim Kauen haben die Zähne normalerweise Kontakt zueinander.

Zähneknirschen bezeichnet ein außergewöhnlich langes, übermäßig starkes und nicht den natürlichen Kaubewegungen entsprechendes Aufeinanderpressen der Zähne. Der Zahnhalteapparat und auch die Zahnhartsubstanz selbst können durch die Dauerbelastung des Zähneknirschens Schäden davon tragen. Bruxismus kommt tagsüber in geistigen beziehungsweise seelischen Anspannungsphasen vor, tritt vor allem aber nachts in den flacheren Schlafstadien (REM-Schlaf) auf. Bei besonders stark ausgeprägtem Zähneknirschen presst oder knirscht der Betroffene dabei mit einer viel stärkeren Kraft als beim normalen Kauen. Manchmal kann die Beißkraft beim Bruxismus mehrere hundert Kilogramm betragen.

Häufigkeit

Zähneknirschen und Zähnepressen (zusammengefasst als Bruxismus) sind in der Bevölkerung weit verbreitet – etwa 90 Prozent knirschen oder haben in der Vergangenheit mit den Zähnen geknirscht. So haben fast alle Erwachsenen Abschleifspuren an den Zähnen, die durch Zähneknirschen entstanden sind. Aber auch Kinder beziehungsweise Jugendliche können von Bruxismus betroffen sein.

Die wenigsten der Betroffenen sind sich ihres Zähneknirschens bewusst. Vor allem, wenn der Bruxismus nachts auftritt und keine auffälligen Beschwerden wie Muskelkater im Kieferbereich oder Zahnschmerzen verursacht, bemerken viele nicht, dass sie mit den Zähnen knirschen. Das Zähnepressen wird dabei etwas häufiger bewusst wahrgenommen als das Zähneknirschen.

Weiterlesen: Zähneknirschen: Ursachen

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