Teint: Rosig, frisch und einfach schön

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (23. Juni 2014)

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Schöne Haut, einen strahlenden Teint – das wünschen sich die meisten Menschen. Doch die Hautfarbe lässt sich nur in begrenztem Maße beeinflussen. Denn den größten Anteil an ihr haben die Gene.

Die Haut ist nicht nur das größte Organ des Menschen, sie gilt auch als Spiegel seiner Seele. Das gilt insbesondere für die Gesichtshaut: Ist sie blass und fahl oder rosig und frisch? Beides lässt scheinbar Rückschlüsse auf die Lebensweise, den Charakter und vor allem auch die Gesundheit eines Menschen zu. Der Teint entscheidet mit, wie man sich selbst und andere wahrnimmt.

Das Wort Teint stammt aus dem Französischen und bedeutet soviel wie Färbung oder Tönung. Auch, wenn es für die Hautfarbe im Allgemeinen steht, wird es im Deutschen meist für die Farbe der Gesichtshaut verwendet. Und die sollte möglichst eines sein: strahlend schön. Forscher haben herausgefunden, dass ein rosiger bis gelblicher Teint am attraktivsten auf die meisten Menschen wirkt. Aber kann man seine Gesichtsfarbe beeinflussen?

Zunächst einmal: Zum großen Teil ist der Teint von den Genen bestimmt. Diese entscheiden darüber, welchen Ton die Haut hat: blass, hell, leicht gebräunt oder dunkel. Denn für die Pigmentierung (von lat. pigmentum = Farbe, Farbstoff) sind spezielle Zellen zuständig: die sogenannten Melanozyten. Sie sitzen in der Oberhaut (Epidermis) und geben der Haut ihre individuelle Farbe. Angeregt von der Sonneneinstrahlung bilden die Melanozyten das bräunliche Pigment Melanin. Dieses färbt die Haut und sorgt außerdem dafür, dass schädliches UV-Licht nicht in die tieferen Hautschichten eindringt.

Das Pigment Melanin befindet sich bei hellhäutigen Menschen vor allem in der untersten Schicht der Oberhaut, der sogenannten Basalzellschicht. Bei dunkelhäutigen Menschen ist es dagegen in allen Schichten der Oberhaut vorhanden.

Die Anzahl der Melanozyten unterscheidet sich kaum von Mensch zu Mensch – sehr wohl aber die Aktivität dieser Zellen. Bei einer Pigmentstörung beispielsweise produzieren die Melanozyten örtlich oder auch flächendeckend zu viel oder zu wenig Hautpigmente. Dadurch verändert sich dann an den entsprechenden Stellen die Hautfarbe. So ist zum Beispiel bei Menschen mit Albinismus die Melaninproduktion von Geburt an gestört. Dadurch ist das Pigment bei ihnen nur in sehr geringer Menge vorhanden und ihre Haut, Haare und Augen dementsprechend hell.

Im Zuge der Evolution haben sich – als Anpassung an Lebensräume und Lebensstile – verschiedene Hautfarben entwickelt, die auch unterschiedlich auf Sonneneinstrahlung reagieren: Je dunkler die Haut ist, desto höher ist ihre sogenannte Eigenschutzzeit. Das ist die Zeit, die die Haut ungeschützt der Sonne ausgesetzt sein kann, bevor sie mit Sonnenbrand reagiert.

Der US-amerikanische Hautarzt Thomas Fitzpatrick klassifizierte die verschiedenen Hautfarben in den 1970er Jahren: Vom keltischen Typ (Typ I) mit sehr heller Haut und sehr hellen Haaren bis zum schwarzen Typ (Typ VI) mit sehr dunkler Haut und sehr dunklen Haaren. Seine Einteilung in die sechs verschiedenen Hauttypen wird noch heute verwendet und ist in dieser Tabelle abgebildet:

Die sechs Hauttypen nach Thomas Fitzpatrick

HauttypMerkmale
Keltischer Typ (Typ I)
  • sehr helle Haut
  • Sommersprossen
  • rote oder hellblonde Haare
  • helle Augen
  • bräunt nicht
  • sehr häufig Sonnenbrand
  • Eigenschutzzeit: 5-10 Minuten
  • Kaukasier, Nordischer Typ (Typ II)
  • helle Haut
  • oft Sommersprossen
  • blonde bis dunkelbraune Haare
  • helle Augen
  • bräunt nur langsam und leicht
  • häufig Sonnenbrand
  • Eigenschutzzeit: 10-20 Minuten
  • Mischtyp (Typ III)
  • hellbraune Haut
  • kaum Sommersprossen
  • hell- bis dunkelbraune Haare
  • helle bis braune Augen
  • bräunt gut
  • gelegentlich Sonnenbrand
  • Eigenschutzzeit: 20-30 Minuten
  • Mediterraner Typ (Typ IV)
  • mittelbraune Haut
  • keine Sommersprossen
  • dunkle Haare
  • dunkle Augen
  • bräunt sehr gut
  • selten Sonnenbrand
  • Eigenschutzzeit: 30-40 Minuten
  • Dunkler Typ (Typ V, vorwiegend Menschen aus Lateinamerika, Nordafrika, Asien)
  • dunkelbraune Haut
  • keine Sommersprossen
  • schwarze Haare
  • dunkle bis schwarze Augen
  • bräunt sehr gut
  • sehr selten Sonnenbrand
  • Eigenschutzzeit: mehr als 40 Minuten
  • Schwarzer Typ (Typ VI, vorwiegend Menschen aus Afrika, Ureinwohner Australiens)
  • schwarze Haut
  • keine Sommersprossen
  • schwarze Haare
  • schwarze Augen
  • extrem selten bis nie Sonnenbrand
  • Eigenschutzzeit: nahezu unbegrenzt
  • Wichtig: Die hier angegebenen Merkmale sind nur Anhaltspunkte für den Hauttyp und sollen einer groben Einteilung dienen – eine genaue Bestimmung ist nur durch einen Hautarzt (Dermatologen) möglich. Auch bei der hier angegebenen Hauteigenschutzzeit handelt es sich um Näherungswerte. Die tatsächliche Eigenschutzzeit der Haut kann daher höher oder auch niedriger ausfallen.

    Abgesehen von dieser allgemeinen Einteilung in verschiedene Hauttypen ist die Hautfarbe auch von der jeweiligen Körperregion abhängig. So ist die Haut, die häufig der Sonne ausgesetzt ist, meist dunkler als Körperareale, die in der Regel von Kleidung bedeckt sind. Andere Körperteile, wie die Handinnenflächen oder auch die Lippen, enthalten keine oder kaum Pigmentzellen. Daher sind sie in der Regel heller. Vermehrt pigmentiert und damit dunkler als der Rest des Körpers sind dagegen beispielsweise die Brustwarzen oder auch der Genitalbereich.

    Genauso, wie ein rosiger und frischer Teint allgemein als Zeichen von Gesundheit gilt, kann Blässe ein Hinweis auf Krankheiten oder zumindest Unwohlsein sein. So verändert sich die die Hautfarbe ins weißliche oder gelbliche unter anderem bei:

    Wichtig: Ein blasser Hautton muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass man krank ist. Denn ob der Teint als fahl wahrgenommen wird, hängt häufig auch von den vorherrschenden Lichtverhältnissen ab.


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