Piercing: Piercingschmuck

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2010)

Wer sich für ein Piercing entscheidet, muss sich auch Gedanken über den Piercingschmuck machen: Welche Piercingform und -größe passt zu mir? Aus welchem Material soll mein Piercing sein? Wie wichtig ist die Qualität?

Piercingschmuck gibt es in einer Vielzahl unterschiedlicher Arten und Designs. Denn Piercingschmuck unterscheidet sich grundlegend von anderem Schmuck wie etwa einem "einfachen" Ring oder einer Kette: Das Piercing trägt man zu Beginn innerhalb einer frischen Wunde, dort kommt es in Kontakt mit dem Gewebe. Daher eignen sich nur bestimmte Materialien als Piercingschmuck. Wer ein Piercing plant und sich nach Schmuck umschaut, sollte sich stets bewusst sein: Noch wichtiger als die Optik des Schmucks ist die Sicherheit. Und die kann mitunter auch ihren Preis haben. Sparen sollte man an seinem Piercingschmuck nicht, dafür ist die Angelegenheit zu ernst. Experten raten davon ab, sich vorschnell für den Kauf eines Stückes zu entscheiden.

Doch warum ist manch "normaler" Schmuck nicht als Piercing geeignet?

  • Möglicherweise ist das Material nicht sicher für ein frisches Piercing (Erstpiercing), da es nicht sterilisiert werden kann oder zu einer Überempfindlichkeit der Haut oder zu einer Allergie führt.
  • Das Material kann schlecht verarbeitet und von mangelhafter Qualität sein – dies kann die Wunde reizen.
  • Minderwertige Ware mit schlecht schließendem Verschluss kann zum Verlust des Piercings und zum vorzeitigen Zusammenwachsen der Wunde führen.
  • Größe und Form des Schmuckstücks passen unter Umständen nicht zur Anatomie des Trägers.
Piercingschmuck © Jupiterimages/PhotoObjects.net Pictures

Piercingschmuck gibt es in den unterschiedlichsten Formen.

Piercingschmuck für frische Piercings

Nur wenige Materialien sind für Erstpiercings, also frisch gestochene Piercings, geeignet. Ein Erstpiercing ist das Piercing, das der Piercer direkt nach dem Stechen einsetzt und das solange getragen wird, bis die Wunde geheilt ist. Während dieser Zeit steht das Piercing in direktem Kontakt mit Blut und Gewebe. Geht der Piercer hygienisch korrekt vor, trägt er dazu bei, dass das Piercing schnell und problemlos heilt.

Grundvoraussetzung für Piercingschmuck, der für ein frisches Piercing infrage kommen soll: Das Material muss der Hitze und dem Druck des Sterilisationsgerätes (Autoklav) standhalten – sonst kann es nicht von möglichen Keimen befreit werden. Für Metall, manche Glas- und Plastikarten trifft dies zu.

Unser Körper reagiert auf Fremdmaterial in vielen Fällen mit einer Abwehrreaktion. Je besser er ein Material verträgt, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Piercing keine Schwierigkeiten bereitet. Ein Fachbegriff für die Verträglichkeit lautet "Biokompatibilität".

Material, das Fachleute für ein Erstpiercing als geeignet ansehen:

  • Metalle wie
    • bestimmte Stahlarten
    • für Implantationen (Einpflanzungen) geeignetes Titan
    • für Implantationen geeigneter Stahl
    • nickelfreies Weißgold
    • nickelfreie Platinverbindungen
    • Niob (Niobium)
    • Gold
  • manche nichtgiftige Plastikarten wie PTFE (Polytetrafluorethylen) und Silikonarten
  • manche sterilisierbare Glassorten

Material, das Fachleute für ein Erstpiercing als ungeeignet ansehen:

  • Acryl (ein glasähnlicher Kunststoff)
  • organisches Material wie Knochen, Holz, Horn, Koralle
  • Sterlingsilber
  • mit einer Goldschicht überzogenes Metall
  • Modeschmuck und Billigware
  • Chirurgenstahl

Manche dieser Materialien kommen zwar für ein Erstpiercing nicht infrage, sehr wohl aber für ein bereits geheiltes Piercing, bei dem der Piercingschmuck nicht mehr direkt mit Gewebe, Blut oder anderen Körperflüssigkeiten in Kontakt kommt. Ein gängiges Beispiel ist Chirurgenstahl: Er eignet sich nicht für Erstpiercings, da er Nickel enthält. In der EU ist Chirurgenstahl ausschließlich für Zweitpiercings zugelassen.


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